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Mittwoch, 20.September 2017
Kaum Karrierechancen im eigenen Unternehmen? zoom

26.11.2015

Kaum Karrierechancen im eigenen Unternehmen?

Mehr als jeder zweite Arbeitnehmer fühlt sich im eigenen Unternehmen am Ende der Karriereleiter angekommen: 53 Prozent sagen, dass sie keine Aufstiegsmöglichkeiten sehen. Dabei würde sich die Hälfte von ihnen (49 Prozent) mehr Aufstiegsmöglichkeiten wünschen. Vor allem für Frauen ist der Weg nach oben häufig versperrt: Lediglich 41 Prozent sagen, dass sie Aufstiegsmöglichkeiten sehen, bei Männern liegt der Anteil bei 53 Prozent.

Trotz eingeschränkter Perspektiven sind die Beschäftigten ihrem Arbeitgeber gegenüber sehr loyal: Drei von vier Arbeitnehmern sagen von sich, dass sie sich ihrem Arbeitgeber verbunden beziehungsweise sogar sehr eng verbunden fühlen. Gar keine Verbundenheit zum Arbeitgeber verspüren lediglich vier Prozent.

Die Loyalität wird allerdings vor allem dann auf die Probe gestellt, wenn bei einem eventuellen neuen Arbeitgeber mehr Geld winkt. Fast die Hälfte – 46 Prozent – der Arbeitnehmer könnte das motivieren, den Arbeitgeber zu wechseln. Für bessere Karrierechancen würde sich jeder Fünfte einen Wechsel überlegen. Eine höhere Jobsicherheit sowie interessantere Arbeitsinhalte könnten jeweils noch 16 Prozent motivieren, künftig ihr Geld woanders zu verdienen.

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Sicherheit zählt

Konkret setzen die deutschen Arbeitnehmer aber vor allem auf Sicherheit: Nur etwa jeder Sechste (18 Prozent) ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Nur jeder Siebte sieht sich in fünf Jahren in einer anderen Firma. Der Druck zu wechseln ist derzeit auch gering: Die Wirtschaft brummt, die Mitarbeiter werden gebraucht und müssen nicht um ihren Job fürchten. So schätzen insgesamt fast neun von zehn Arbeitnehmern (87 Prozent) ihren Job als sicher ein, 42 Prozent sogar als sehr sicher. Lediglich 13 Prozent glauben, dass ihr Arbeitsplatz gefährdet ist.

Das sind Ergebnisse der „Jobstudie 2015“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young), für die mehr als 2.200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland befragt wurden.

„Die gute Beschäftigungslage und starke Konjunktur in Deutschland führt nicht zu einem Anstieg der Jobwechsel. Die Mitarbeiter setzen auf Sicherheit und meiden das Risiko eines Arbeitsplatzwechsels“, kommentiert Ana-Cristina Grohnert, Managing Partner bei EY. Die hohe Verbundenheit der Mitarbeiter habe zwei Seiten: Für die Arbeitgeber sei sie sicherlich ein gutes Zeichen und ein hohes Gut. Wer sich mit seinem Unternehmen verbunden fühle, gehe motivierter zur Arbeit als jemand, der keinen Bezug zu seinem Arbeitgeber verspürt.

Und die Unternehmen könnten verlässlich planen. „Allerdings könnte mehr Dynamik am Arbeitsmarkt auch zu neuen Chancen für den Standort Deutschland führen“, sagt Grohnert. „Eine dynamische Wirtschaft benötigt einen mobilen Arbeitsmarkt und aufstiegsorientierte Mitarbeiter, aber auch Unternehmen, die den Mitarbeitern genügend Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Dazu gehört auch, dass Karriere und Aufstieg gesamtgesellschaftlich höher bewertet und stärker akzeptiert sein sollten“.

 
Quelle: UD/cp

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