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Sonntag, 24.September 2017
Gleiche Chancen für alle – leistungsgerechte Arbeitsorganisation bei Audi zoom
Bereits 1993 hat die AUDI AG in der Fertigung die Gruppenarbeit eingeführt. Eine wichtige Maßnahme für die optimale Arbeitsbelastung jedes einzelnen: die Rotation der Gruppenmitglieder.

05.11.2015

Gleiche Chancen für alle – leistungsgerechte Arbeitsorganisation bei Audi

Die AUDI AG beschäftigt mehr als 83.000 Mitarbeiter weltweit, 59.000 davon allein in Deutschland. Damit verbunden ist eine große Verantwortung für diese Menschen und deren Gesundheit. Ganz gezielt arbeitet das Unternehmen deshalb an neuen Technologien, die seine Mitarbeiter bei ihrer Tätigkeit unterstützen und in ihrer körperlichen Arbeit entlasten. Mithilfe präventiver und ergonomischer Maßnahmen wirkt Audi schon frühzeitig der Entstehung von möglichen Beschwerden entgegen.

Der demografische Wandel ist eine der zentralen Herausforderungen für die Automobilindustrie: Rund 25 Prozent der Gesamtbelegschaft bei Audi ist über 50 Jahre alt. Durch die Verschiebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre wird sich der Anteil der über 50-jährigen Mitarbeiter künftig weiter erhöhen. Somit dürfte auch bei Audi die Zahl der Mitarbeiter mit Einschränkungen aus Alters- und gesundheitlichen Gründen steigen. Dies betrifft insbesondere den Bereich der Fertigung, da mit zunehmendem Alter Koordinationsleistung und Kraft nachlassen und sich das Seh- und Hörvermögen verändern bzw. verschlechtern können.

Auch die Integration von leistungsgewandelten Mitarbeitern – das sind Belegschaftsmitglieder, die eine werksärztlich festgestellte Tätigkeitseinschränkung haben, sowie Mitarbeiter mit Behinderung oder ihnen Gleichgestellte – steht im Fokus der Arbeitsplatzgestaltung. Denn knapp sechs Prozent der Mitarbeiter am Standort Ingolstadt sind schwerbehindert bzw. diesen gleichgestellt. Insgesamt sind über 6.000 Mitarbeiter mit gesundheitlichen Einschränkungen bei Audi beschäftigt. Durch die Optimierung bestehender und die Bereitstellung alternativer Arbeitsplätze ermöglicht Audi ihnen auch weiterhin, einer sinnvollen Tätigkeit im Unternehmen nachgehen zu können.

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Vorbeugen geht vor

Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements wirkt das Unternehmen aktiv gesundheitlichen Risiken entgegen: so bietet Audi beispielsweise Früherkennungsprogramme für Darmkrebs, Schutzimpfungen, Kurse zu Entspannungstechniken und den Audi Checkup an – ein individuelles Präventionsprogramm für die gesamte Belegschaft. Die physische und psychische Gesundheit der Audi Mitarbeiter steht auch bei der Arbeitsplatzplanung und -gestaltung im Mittelpunkt. Vorhandene Tätigkeitseinschränkungen sowie altersbedingte Veränderungen werden bei der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung berücksichtigt und tragen zur kontinuierlichen Optimierung des Arbeitsumfeldes bei. Mit allen Präventionsmaßnahmen strebt Audi an, die Gesundheit, Beschäftigungs- und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter über ihr gesamtes Arbeitsleben hinweg zu erhalten.

Gemeinsam fit bleiben – Gruppenarbeit in der Produktion

Audi trifft eine Vielzahl an präventiven Maßnahmen, die schon frühzeitig der Entstehung von Beschwerden entgegenwirken sollen: Ergonomie sowie Rotation und Abwechslung am Arbeitsplatz spielen in der Gruppenarbeit innerhalb der Produktion eine wesentliche Rolle. So stellt das Unternehmen sicher, dass durch ausgewogene, unterschiedliche Belastungen des Bewegungsapparates die Leistungsfähigkeit erhalten bleibt. Auch die Bewegungsabläufe selbst sind so ausgerichtet, dass der Mitarbeiter auf lange Sicht keine körperlichen Einschränkungen davonträgt. Schon bei der Planung von neuen Arbeitsplätzen wird der zukünftige Bedarf an speziell gestalteten Arbeitsplätzen mit wissenschaftlichen Methoden berechnet und berücksichtigt.

Individuelle Lösungen für jeden Mitarbeiter

Alle Mitarbeiter sollen und wollen leistungsgerecht auf adäquaten Arbeitsplätzen eingesetzt werden, wo sie zu 100 Prozent ihren Leistungsbeitrag erbringen können. Durch Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote sowie die Arbeitsplatzgestaltung ermöglicht das Unternehmen auch seinen älteren Mitarbeitern und solchen mit Behinderung, ihr Potenzial abzurufen. Für eine steigende Anzahl von Mitarbeitern ist dies aber aus gesundheitlichen Gründen nur noch eingeschränkt möglich. Auch für sie gestaltet Audi Arbeitsplätze, damit sie weiterhin einer wertschöpfenden Tätigkeit im Unternehmen nachgehen können.

In der hauseigenen Fahrradwerkstatt reparieren Audi-Mitarbeiter beschädigte Werkfahrräder.
In der hauseigenen Fahrradwerkstatt reparieren Audi-Mitarbeiter beschädigte Werkfahrräder.

Mitarbeiter mit einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit, beispielsweise nach einem Armbruch, können nach ihrer Rückkehr bis zur vollständigen Genesung einer zeitlich begrenzten Alternativtätigkeit an einem anderen Arbeitsplatz nachgehen.

Darüber hinaus gibt es kurative Lösungen für leistungsgewandelte Mitarbeiter. Sie werden nach Möglichkeit im normalen Wertschöpfungsprozess und möglichst nahe zu ihrem bisherigen Arbeitsplatz integriert. Audi hat dafür spezielle Arbeitsplätze geschaffen, welche die Integration von Mitarbeitern mit gesundheitlichen Einschränkungen ermöglicht. Weitere besondere Beschäftigungsangebote für leistungsgewandelte Mitarbeiter befinden sich in der Produktion, in der Technischen Entwicklung sowie im Dienstleistungsbereich und in der Verwaltung.

Die Versetzung an einen Arbeitsplatz außerhalb der bisherigen Einheit findet erst statt, wenn keine adäquate Beschäftigung innerhalb der eigenen Fertigungsgruppe gefunden wird und feststeht, dass der Mitarbeiter längerfristig nicht die volle Leistung an seinem Arbeitsplatz, an einem speziellen Arbeitsplatz innerhalb der Gruppe oder der Abteilung erbringen kann. Zum möglichen Einsatz werden offene Gespräche geführt, bei denen neben dem Betroffenen und seiner Führungskraft auch der zuständige Personalreferent sowie der Betriebsarzt an einem sogenannten „Runden Tisch“ zusammensitzen und Lösungen erarbeiten. In diesem Prozess werden die Anforderungen der Stellen mit dem Qualifikationsprofil und gesundheitlichen Einschränkungen des Mitarbeiters abgeglichen. Ist eine passende Stelle gefunden, kann der Mitarbeiter zur Probearbeit in die neue Abteilung entliehen werden. Sobald die neue Aktivität im Hinblick auf körperliche und geistige Belastung passt, kann der Mitarbeiter unbefristet auf dieser Position arbeiten.

Ganz gezielt arbeitet das Unternehmen an neuen Technologien, die Mitarbeiter in ihrer Tätigkeit unterstützen und so vor allem präventiv wirken. Ein Beispiel ist der Chairless Chair: das Exoskelett ermöglicht den Mitarbeitern das Sitzen ohne Stuhl und reduziert so die Beinbelastung. Die Körperhaltung wird insgesamt verbessert. „Durch den Einsatz des Chairless Chair verbessern wir kontinuierlich die Ergonomie bei Montagetätigkeiten. Zudem erwarten wir uns neue Einsatzmöglichkeiten für leistungsgewandelte Kollegen“, sagt Dr. Mathias Keil, Leiter Industrial Engineering Methoden der AUDI AG.

Seit zwei Jahren sind bei Audi auch kleinere Roboter ohneSicherheitszaun zum Mitarbeiter im Einsatz. In der Montage, beispielsweise, reichen sie dem Arbeiter die Teile, die als nächstes verbaut werden sollen. So bleibt ihm eine Bück- und Hebebewegung erspart und er kann rückenschonend arbeiten. Die Abläufe der Roboter sind vergleichsweise einfach, doch sie nehmen den Mitarbeitern eine körperlich anstrengende Aufgabe ab. Das ist vor allem in der Produktion von großer Wichtigkeit, denn die körperliche Anstrengung ist dort am höchsten.

In der Montage assistiert ein Roboter: mittels Kamera und Sauggreifer fischt er Kühlmittelausgleichsbehälter aus einer tiefen Materialbox und reicht sie dem Mitarbeiter – ohne Schutzabtrennung, zur richtigen Zeit und in ergonomisch optimaler Position.
In der Montage assistiert ein Roboter: mittels Kamera und Sauggreifer fischt er Kühlmittelausgleichsbehälter aus einer tiefen Materialbox und reicht sie dem Mitarbeiter – ohne Schutzabtrennung, zur richtigen Zeit und in ergonomisch optimaler Position.

Auch außerhalb der Produktion im Einsatz

Für einige Mitarbeiter ist die taktgebundene Arbeit in der Montage aufgrund von Tätigkeitseinschränkungen nicht mehr möglich. Audi hat für sie Arbeitsplätze außerhalb der Produktion geschaffen. So können sie weiterhin wertschöpfend im Unternehmen arbeiten, beispielsweise in Werkstätten der Technischen Entwicklung, im Verpackungsbetrieb oder aber auch in der hauseigenen Fahrradwerkstatt. Hier kümmern sich Audi-Mitarbeiter mit Behinderung um etwa 1.700 Werkfahrräder, die gepflegt und repariert werden.

Integration zahlt sich aus

Entgegen manch bestehender Vorurteile zahlt sich Integration in vielerlei Hinsicht aus. Das belegen die Ergebnisse eines Forschungsprojektes von Audi in Kooperation mit der Universität St. Gallen. Die zentrale Frage der Untersuchung lautete: Wie können Mitarbeiter mit körperlichen und psychischen Einschränkungen weiterbeschäftigt werden und sowohl das Unternehmen als auch die Mitarbeiter davon profitieren? Die Befragung von etwa 7.000 Mitarbeitern in der Fertigung bei Audi ergab, dass der Großteil der Beschäftigten zufrieden mit dem Integrationsprozess ist und sich das Integrationsmanagement bei Audi sowohl in sozialer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht lohnt. Gemischte Arbeitsgruppen, in denen Menschen mit und ohne Behinderung Seite an Seite arbeiten, weisen mehr Kreativität und ein erhöhtes Ideenpotenzial zur kontinuierlichen Verbesserung von Arbeitsabläufen auf. Ganz deutlich wird auch: Gute Kommunikation innerhalb der Gruppe fördert die Integration von leistungsgewandelten Mitarbeitern und senkt krankheitsbedingte Fehltage. Den Führungskräften kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Das Unternehmen klärt sie dazu in Schulungen auf und sensibilisiert sie für den Umgang mit gemischten Gruppen.

 
Quelle: UD/cp

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1  Kommentar

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    Ihr Name*, 
    14.10.2016 - 19:50 Uhr

    schöne worte,die realität bei audi sieht leider anders aus...habe vor meiner erkrankung die durch die arbeit dort entanden ist selbst am band gearbeitet...

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