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Der Papp-Tischkicker aus dem Sortiment von memo ist nicht nur bei den Mitarbeitern des 1. FC Nürnberg, sondern auch bei den Spielern ein voller Erfolg (v.l.n.re.): Jan Polak, Javier Pinola, Ralf Woy (Vorstand Finanzen und Verwaltung 1. FC Nürnberg), Lothar Hartmann (Nachhaltigkeitsmanager memo AG), Alessandro Schöpf, Niklas Stark.

22.01.2015

„Eine Veränderung kann nur schrittweise erfolgen“

Auch Fußballvereine tragen gesellschaftliche Verantwortung. Der 1. FC Nürnberg ist der erste Profi-Fußballverein, der seine Büroartikel nachhaltig einkauft. Ende November haben daher der nachhaltige Versandhandel memo AG und der Fußball-Club ihre Zusammenarbeit bekannt gegeben. In einem Gespräch mit UmweltDialog erklären Katharina Wildermuth, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und CSR-Managerin beim 1. FC Nürnberg, und Lothar Hartmann, Leiter Nachhaltigkeits-Management der memo AG, die Eckpunkte der Partnerschaft und welche Vorteile nachhaltige Büroartikel und ein nachhaltiges Beschaffungswesen haben.

UmweltDialog: Wie ist Ihre Zusammenarbeit zustande gekommen und wie funktioniert sie?

Katharina Wildermuth: Die memo AG habe ich bei einem Vortrag von Lothar Hartmann beim Zertifikatslehrgang CSR-Manager der IHK Nürnberg für Mittelfranken kennengelernt. Seitdem stehen wir im Austausch über nachhaltige Themen. memo hat uns zum Beispiel dabei unterstützt, das Thema Nachhaltigkeit bei einer Veranstaltung den Kollegen beim 1. FC Nürnberg näher zu bringen. Die Teilnehmerzahl hat uns positiv überrascht. Darüber hinaus steht uns memo jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Lothar Hartmann: Frau Wildermuth und ich haben uns bereits vor unserer Zusammenarbeit bei Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit getroffen und uns ausgetauscht – auch über die gesellschaftliche Verantwortung von Fußballvereinen.

Welche Produkte umfasst bei Ihnen der nachhaltige Einkauf?

Wildermuth: In erster Linie bestellt der 1. FC Nürnberg Büromaterial bei memo. Das sind Verpackungsmaterialien wie Umschläge, Versandtaschen und -kartonagen bzw. -rollen, Packbänder, Schreibgeräte und Schreibtischausstattung, wie Schere, Lineal, Klebefilm-Abroller oder Ablagekörbe. Für die Fan-Shops sollen ab dem neuen Jahr Schreibtischausstattung, Büromaterial sowie Drucksachen bestellt werden.

Katharina Wildermuth, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und CSR-Managerin beim 1. FC Nürnberg.
Katharina Wildermuth, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und CSR-Managerin beim 1. FC Nürnberg.

Was macht denn diese Produkte nachhaltig?

Hartmann: Es handelt sich dabei um nachhaltige Alternativen konventioneller Produkte, die z.B. aus Recyclingmaterial oder aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt sind. Sie sind qualitativ hochwertig und langlebig, z.B. Stifte, für die es Nachfülllösungen gibt. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie in der Herstellung, im Gebrauch und beim Recycling Umwelt und Klima geringstmöglich belasten und dass sie wertvolle Rohstoffe schonen.

Schließt das auch Produkte aus dem Fanshop ein?

Wildermuth: Das Thema Nachhaltigkeit soll sich künftig auch im Sortiment und der Beschaffungskette der Fan-Shops widerspiegeln. In der Weihnachtszeit 2014 wurde ein Anfang gemacht: Der Club bot erstmals drei Fairtrade-Produkte im Weihnachtssortiment an. Weitere Erzeugnisse aus fairem Handel sollen folgen. Auch dazu steht der 1. FC Nürnberg mit memo in Kontakt.

Hartmann: Gerade bei Fanartikeln, die oft in großer Stückzahl benötigt werden, lohnt sich die Anschaffung nachhaltiger Produkte besonders, da dabei wertvolle Ressourcen geschont und schädliche Emissionen sowie Energie eingespart werden können.

Welche Schritte sind als nächstes geplant? Werden Sie noch weitere Artikel beziehen?

Wildermuth: Geplant ist das Angebot von Fairtrade-Artikeln aus dem Sortiment von memo. Gespräche und eine Artikelauswahl laufen bereits.

Unterscheidet sich die nachhaltige Beschaffung von Profi-Fußballvereinen von anderen Organisationen?

Wildermuth: Für die Arbeit unserer Trainer werden sicherlich mehr Flipchart-Blöcke und für das Signieren von Autogrammkarten der Mannschaft des 1. FC Nürnberg deutlich mehr Permanentmarker benötigt, als ein anderes mittelständisches Unternehmen verbraucht. In den Fan-Shops werden ab dem neuen Jahr Büroartikel wie Kopierpapier, Trennblätter, Büroklammern, Textmarker und weiteres Büromaterial verbraucht.

Hartmann: Profi-Fußballvereine sind in ihrer Verwaltung ebenso wie andere Organisationen oder Unternehmen meist „Großverbraucher“ von Büromaterial, beispielsweise Papier. Und ebenso wie jedes Unternehmen beachten auch Fußballvereine wirtschaftliche Aspekte.

Lothar Hartmann, Leiter Nachhaltigkeits-Management der memo AG.
Lothar Hartmann, Leiter Nachhaltigkeits-Management der memo AG.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Umstellung auf ein nachhaltiges Beschaffungswesen? Worauf muss man insbesondere achten?

Wildermuth: Wünschenswert ist es, dass das gesamte Kollegium für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert wird, damit die Umstellung auf nachhaltige Büroartikel von allen mitgetragen wird. Eine Veränderung kann nur schrittweise erfolgen, da an einigen Stellen langjährige Gewohnheiten und Traditionen aufgebrochen werden müssen. Nachhaltigkeit bedeutet deshalb auch Gebräuche zu hinterfragen und sich darauf zu besinnen, was für die tägliche Arbeit tatsächlich notwendig ist und auf was eigentlich verzichtet werden kann. Eine Kollegin berichtete mir kürzlich, dass sie die Umstellung auf nachhaltige Büroartikel zum Teil als wohltuende Entschleunigung im Arbeitsprozess empfindet. Ein leerer Textmarker ist schnell weggeworfen, das Auffüllen dauert hingegen etwas länger. Diese Unterbrechung der alltäglichen Hektik ist auch eine Form der Schonung der Ressourcen – in diesem Fall der Ressourcen des Arbeitnehmers.

Hartmann: Die größte Herausforderung ist, zu Beginn die wichtigsten und machbarsten Maßnahmen zu identifizieren und dabei das verfügbare Budget, bzw. den Investitionsbedarf nicht außer Acht zu lassen. Es kann nicht sofort alles umgesetzt werden. Wir empfehlen eine Vorgehensweise Schritt für Schritt. Einige Maßnahmen können sofort in Angriff genommen werden, z.B. die Umstellung auf 100 Prozent Recyclingpapier für Drucker und Kopierer. Andere Maßnahmen bedürfen einer sorgfältigen Planung, z.B. die Anschaffung neuer Büromöbel unter Berücksichtigung ökologischer und gesundheitsverträglicher Kriterien.

Obwohl sich Profi-Fußballvereine in Deutschland gemessen an Umsatz, Professionalisierungsgrad und Mitarbeiterzahlen in den letzten Jahrzehnten zu bedeutenden Wirtschaftsunternehmen entwickelt haben, setzen nur wenige Vereine auf CSR-Aktivitäten. Woran hakt es?

Wildermuth: Das Thema gesellschaftliche Verantwortung gewinnt an Bedeutung im deutschen Fußball. Das zeigen die Gründung der Bundesliga-Stiftung der Deutschen Fußball Liga im Jahre 2009 und das Engagement vieler Fußball-Vereine seit vielen Jahren. Beim Club handelte es sich oft um Einzelprojekte. CSR sollte jedoch auf alle Prozesse im Unternehmen ausgedehnt werden. Das ist die Herausforderung, der wir uns stellen.

 

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