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Alarmsignale vom Weltklimarat zoom
Extreme Dürre ist nur eine der Folgen des Klimawandels.

03.11.2014

Alarmsignale vom Weltklimarat

Das Klima steht vor dem Kollaps. Nur ein sofortiges Umdenken verhindert schwerwiegende Folgen. Das geht aus der Zusammenfassung der UN-Klimaberichte hervor, die der Weltklimarat (IPCC) jetzt in Kopenhagen vorgestellt hat. Er gilt als Schlüsselbericht der weltbesten Klimawissenschaftler für politische Entscheider und ist wegweisend für ein globales Klimaabkommen in Paris 2015.

Eindringlicher als zuvor warnen die Wissenschaftler vor der Klimakrise und mahnen zum Handeln. Der Bericht belegt, dass sich das Klima wandelt; hauptverantwortlich dafür ist die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.

Die Umweltschutzorganisation BUND sieht in dem Bericht daher auch einen klaren Handlungsauftrag an die Bundesregierung. "Schriller können die Alarmsignale nicht sein. Es gibt keine Entschuldigung mehr für das Zögern beim Klimaschutz. Je länger wir warten, desto größer werden die Risiken eines unumkehrbaren Klimawandels und umso gravierender die Folgen für die Gesellschaft", kommentierte der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Prof. Dr. Hubert Weiger, den Bericht. "Überschwemmungen, Stürme, Dürren, Ernteausfälle und steigende Meeresspiegel häufen sich schon jetzt, mit furchtbaren Folgen für Menschen und Natur, aber auch hohen wirtschaftlichen Schäden", sagte Weiger.

Kabinett will vor Jahresende Klimaziele nennen

Die Bundesregierung will Anfang Dezember über zusätzliche Maßnahmen zur Emissionsreduktion entscheiden. Der BUND-Vorsitzende appellierte an die Bundesregierung, den IPCC-Bericht als Handlungsaufforderung ernst zu nehmen. Die Bemühungen, ein schlagkräftiges Klima-Aktionsprogramm auf den Weg zu bringen, um die nationalen Klimaziele bis zum Jahr 2020 zu erreichen, müssten massiv verstärkt werden. "Ein Scheitern der Bundesrepublik beim Klimaschutz wäre unverantwortlich und vermeidbar, zumal es noch Möglichkeiten zum Handeln gibt", so Weiger. Deutschland werde die angestrebte Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2020 jedoch eklatant verfehlen, wenn es nicht gelinge, bei den Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energien umzusteuern.

IPCC Ergebnisse auf eine Blick

  • Die Versäuerung der Ozeane greift Meeresorganismen an und der Klimawandel beeinflusst viele Süßwasser- und Meeresarten.
  • Durch den Klimawandel haben Ernteerträge immer häufiger negative Auswirkungen.
  • Es wird erwartet, dass der Klimawandel die Nahrungssicherheit reduziert. Lokale Temperaturanstiege von mehr als zwei Grad können schädlich für die Produktion von Grundnahrungsmitteln, wie Weizen, Reis und Mais in den tropischen und gemäßigten Zonen sein.
  • Extreme Temperaturanstiege von mehr als vier Grad stellen ein großes Risiko für die Nahrungssicherheit dar, global sowie regional.
  • Der Klimawandel wird die bereits existierenden Armutsfallen verstärken und neue schaffen, vor allem in städtischen Gebieten und neu entstehenden Problemzentren des Hungers. Allgemein wird die Armutsreduzierung schwieriger werden, benachteiligte Menschen und Gemeinden sind besonders gefährdet.

"Eine verantwortliche Politik zum Schutz unserer Lebensgrundlagen erfordert die grundlegende Umstrukturierung unseres Energiesystems, fort von nuklearer und fossilen, hin zu erneuerbaren Energien", betonte Weiger. Die klimapolitische Kernaufgabe in Deutschland sei es nun, die boomende Kohleverstromung einzudämmen, die im vergangenen Jahr für wieder ansteigende CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich gewesen sei.

Gabriel soll Kohlekapazitäten vom Markt nehmen

"Sigmar Gabriel hat erkannt, dass jetzt Zeit ist zu handeln. Als Sofortmaßname ist es nötig, zehn Gigawatt an überflüssigen Kohlekraftwerken vom Markt zu nehmen. Dies wäre auch ein Signal an die Gesellschaft, dass alle Politik- und Gesellschaftsbereiche gefordert sind, sich für einen konsequenten Klimaschutz einzusetzen. Wir brauchen jetzt Taten statt Worte", sagte Weiger.

"Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel muss den Vorschlag zur Abschaltung der Kohlekraftwerke unterstützen und darf nicht zulassen, dass er von kurzsichtigen wirtschaftlichen Interessen blockiert wird", so der BUND-Vorsitzende. In der vergangenen Woche war aus Presseberichten ein Vorschlag des Bundeswirtschaftsministeriums bekannt geworden, Stein- und Braunkohlekraftwerke per Verordnung vom Markt zu nehmen. Auch der BUND hatte im August dieses Jahres vorgeschlagen, die ältesten Braunkohlekraftwerke in Deutschland abzuschalten.

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Nichthandeln bedeutet Hunger

Die UN-Klimaforscher warnen zudem, dass der Klimawandel eine beispiellose Bedrohung für die weltweite Nahrungssicherheit darstellt. "Wenn die globale Erwärmung weiterhin im aktuellen Tempo verläuft, werden weitere Millionen Menschen in Entwicklungsländern vom Hunger bedroht sein", erklärt Sven Harmeling, klimapolitischer Koordinator bei CARE.

"Der Klimawandel ist eine extreme Ungerechtigkeit für die Ärmsten der Welt und wir haben eine moralische Verpflichtung etwas zu unternehmen. Die Auslöser des Klimawandels jetzt anzugehen, bedeutet eine weit weniger große Veränderung für unsere Wirtschaft und Gesellschaft, als wenn wir so weitermachen wie bisher."

Bei den Abschlussverhandlungen zum Weltklimabericht IPCC in Kopenhagen, die weniger als einen Monat vor dem Weltklimatreffen in Peru stattfinden, werden derzeit die IPCC-Berichte der letzten Jahre zusammengefasst. Der Abschlussbericht listet Risiken auf, die auf die Menschheit zukommen, falls gewohnte Maßnahmen gegen den Klimawandel unverändert beibehalten werden, skizziert aber auch Lösungsansätze.

"Die Analysen des IPCCs zeigen auch, dass Verhalten, Lebensstil und Kultur einen beachtlichen Einfluss auf Energieverbrauch und damit verbundene Emissionen haben", sagt Sven Harmeling. "Emissionen können wesentlich gesenkt werden, indem wir unser Konsumverhalten verändern, Energiesparmaßnahmen umsetzen, unsere Ernährung anpassen und weniger Lebensmittel verschwenden."

 
Quelle: UD/na

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