18.07.2018

02.01.2018

Biodiversität

Daten zu Schweinswalen und Seevögeln digital zugänglich

Wo in deutschen Meeren kommen Schweinswale vor? Wo waren in den vergangenen Jahren in der Nord- und Ostsee die meisten Seevögel zu beobachten? Darüber geben seit Mitte Dezember neue Online-Karten umfassend und öffentlich Aufschluss. Sie basieren auf Langzeitdatenreihen, die im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz (BfN) von zwei Forschungsinstituten erhoben wurden.

Ein Schweinswal.
Ein Schweinswal.

Die Karten zeigen, wo Meeressäugetiere und 22 verschiedene Seevogel-Arten in den Jahren 2001 bis 2015 bzw. 2016 gesichtet wurden. Die zugrundeliegenden Daten können zudem als standardisierte Geodienste in Geoinformationssystemen genutzt und mit anderen Daten kombiniert werden.

„Wir freuen uns, dass wir diese über 15 Jahre gesammelten Datenreihen nun der Öffentlichkeit digital zugänglich machen können. Gleichzeitig hoffen wir, dass diese wichtigen Ergebnisse zur Verbreitung geschützter Tierarten anderen Forschungsprojekten zugutekommen“, sagt Prof. Beate Jessel, Präsidentin des BfN.

Vor den Küsten von Nord- und Ostsee müssen die Interessen unterschiedlicher Nutzer fortwährend mit den Naturschutzaufgaben, wie dem Erhalt der marinen Arten- und Lebensraumvielfalt in Einklang gebracht werden. Grundlage dafür liefern die Langzeit-Datenreihen, die im Auftrag des BfN, Abteilung Meeresnaturschutz, für die Zeit ab 2001 zur Verbreitung von Schweinswalen und Seevögeln erhoben wurden. Die Daten zur Verbreitung der Schweinswale, die Sichtung von Walkälbern und die Sichtung anderer Meeressäuger werden nun erstmals auch in einfacher Form für genaue räumliche Analysen angeboten.

Die Datengrundlage dafür liefern bei den Schweinswalen insgesamt circa 800.000 Beobachtungspunkte, die 29.000 Sichtungen enthalten. Für die 22 verschiedenen Arten der Seevögel wurden mehr als 1,4 Millionen Beobachtungspunkte mit über 61.000 Sichtungen ausgewertet. Auch manche Einflüsse des Menschen werden beim Monitoring mit erfasst. Haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Schiffsverkehr, Fischerei und weitere menschliche Aktivitäten sowie Netzreste und Öl- oder Müllverschmutzungen beobachtet, so wurden diese ebenfalls aufgenommen und in die Karten eingetragen.

Die Datenreihen wurden im Auftrag des BfN vom Forschungs- und Technologiezentrum Westküste der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover erhoben.

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Verständliche Informationen für Laien und Fachleute

Das besondere an den thematisch gegliederten Karten bzw. Kartenanwendungen: Sie sind sowohl von interessierten Laien als auch von Fachleuten anwenderfreundlich und leicht verständlich nutzbar. Die nun vorgestellten Anwendungen werden künftig regelmäßig durch neu erhobene Daten im Rahmen des Wirbeltiermonitorings des BfN ergänzt. In den kommenden Monaten sollen auch Bestandstrends sowie Daten aus dem akustischen Schweinswalmoni-toring dargestellt werden. Präsentationen zu Biotopen und Bodenlebewesen sollen ebenfalls 2018 folgen.

Quelle: UD/fo
 

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