16.11.2018

05.09.2011

Politik & Gesellschaft

Grundstein für Erfolgsmessung von Cotton made in Africa gelegt

Der Aid by Trade Foundation liegt die erste Studie aus den Projektgebieten ihrer Initiative Cotton made in Africa (CmiA) vor. Die Ergebnisse gewähren erste Einblicke in die Lebensbedingungen der 240.000 afrikanischen Kleinbauern, die an der Initiative beteiligt sind. Sie zeigen den Status Quo der fünf west- und ostafrikanischen Staaten im Ländervergleich und bilden die Grundlage für alle zukünftigen Entwicklungs- und Erfolgsmessungen in den CmiA-Projektgebieten.

Foto: CmiA
Foto: CmiA
Zwischen Mai 2010 und Januar 2011 führte das National Opinion Research Center (NORC) mit Sitz in Chicago Feldstudien in den fünf Projektländern Benin, Burkina Faso, Côte d'Ivoire, Malawi und Sambia durch. Dabei wurden unter anderem Indikatoren zu Demografie, Bildung, Ernteertrag und Einkommen der kleinbäuerlichen Familien ermittelt, die zukünftig als Basis-Vergleichswerte dienen sollen. Die Studie wurde von der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) in Auftrag gegeben und von der Bill & Melinda Gates Stiftung finanziert.

Demografie, Ernte, Einkommen und Bildung - Key Findings

Zu interessanten Ergebnissen kam die Studie in den Bereichen Demografie, Ernte, Einkommen und Bildung: Sie belegt, dass CmiA 1,6 Millionen Menschen erreicht - die Familienangehörigen der 240.000 Kleinbauern mit eingerechnet. Dabei ist die durchschnittliche Haushaltsgröße in Malawi mit 4,6 Personen am kleinsten, und in Burkina Faso mit im Mittel 10,1 Personen am größten.

Die Ernteerträge der Kleinbauern in Benin und Côte d'Ivoire liegen aktuell bei jährlich 1.000 Kilogramm pro Hektar (kg/ha) Rohbaumwolle, in Burkina Faso bei etwa 880 kg/ha. Ziel von Cotton made in Africa ist es, durch Schulungen höhere Ernteerträge zu erzielen, dadurch die Bauern zu befähigen, ihr Einkommen zu verbessern und somit Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. In Benin zeigt sich deutlich, dass diese Schulungsmaßnahmen greifen: Dort erzielen CmiA-Bauern bereits etwa 39 Prozent mehr Einkommen als Bauern, die nicht an der Initiative teilnehmen.

Dennoch beträgt das pro-Kopf Einkommen von 88,6 Prozent der CmiA-Bauern aktuell weniger als 1,25 Dollar am Tag. Das Haushaltseinkommen in den westafrikanischen Ländern liegt bei etwa 1.466 Dollar im Jahr; der Mittelwert in Malawi und Sambia bei nur knapp 361 Dollar im Jahr. Im Mittel leiden in Benin und Burkina Faso etwa 12,5 Prozent der Familien, in Malawi und Sambia hingegen 30 Prozent unter einer „hungry season“, einer Zeit, in der die Nahrungsvorräte aufgebraucht sind und die neue Ernte noch nicht eingeholt wurde.

Bildung ist für CmiA die Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung. In Malawi ist der Anteil der fünf- bis zwölfjährigen, die eine Schule besuchen, mit 77,5 Prozent zwar am größten, doch nur 47 Prozent machen auch ihren Schulabschluss. In Burkina Faso gehen 46 Prozent zur Schule, von denen nur 29 Prozent den Abschluss erreichen. Die Zahlen heben die Wichtigkeit der „Sozialprojekte“ hervor, die CmiA gemeinsam mit öffentlichen und privaten Partnern durchführt, um die schulische Infrastruktur in den ländlichen Projektregionen zu verbessern.

Als Momentaufnahme der aktuellen Situation verdeutlichen die Ergebnisse die Bedeutung nachhaltiger und innovativer Konzepte in der Entwicklungszusammenarbeit. Durch die gewonnenen Daten kann die Arbeit von Cotton made in Africa weiter auf die wichtigen Kernthemen zugespitzt werden. Darauf aufbauende Erhebungen können zukünftig den Projektfortschritt regelmäßig evaluieren und dokumentieren.

Die Aid by Trade Foundation

Die Aid by Trade Foundation wurde im Jahr 2005 vom Hamburger Unternehmer und Aufsichtsratsvorsitzenden der Otto Group Dr. Michael Otto gegründet und ist seither eine von der Otto Group unabhängig agierende Stiftung. Ziel der Stiftung ist es, durch Handel Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und so den Erhalt lebenswichtiger Ressourcen und die Zukunftsfähigkeit folgender Generationen in Afrika zu sichern. Cotton made in Africa ist die erste Initiative der Stiftung, die Aid by Trade im wörtlichen Sinne in die Praxis umsetzt.
Quelle: UD / pm
 

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