14.12.2019
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31.01.2019

Business Case

Quo vadis, E-Commerce?

Vorwärts immer, rückwärts nimmer: Für die Umsätze im elektronischen Handel gilt das schon seit Jahren. 2018 summierten sie sich in Deutschland auf über 50 Milliarden Euro — und das Ende der Fahnenstange scheint nicht erreicht. Wohin die Reise geht, und wie Unternehmen sich für sie rüsten sollten, zeigt eine neue Studie der internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars.

Quo vadis, E-Commerce?

Die gute Nachricht vorab: Deutschland steht im internationalen Vergleich in Sachen E-Commerce gut da. Und das gilt nicht nur für die Umsätze, sondern größtenteils auch für die Faktoren, die den Handel übers Netz erst ermöglichen: Über 90 Prozent der Menschen sind online. Die Breitbandversorgung über Kabel gilt in weiten Teilen des Landes als gut, ebenfalls, wenn auch mit Abstrichen, die logistische Infrastruktur. 

Gar nicht mal so schlecht

Trotz Endlosbaustellen auf deutschen Autobahnen und Funklöchern (nicht nur) auf dem platten Land: Global gesehen ist die Bundesrepublik bestens gerüstet für die nächsten Umsatzsprünge im elektronischen Handel: Im Inclusive Internet Index, einem Ranking der Denkfabrik Economist Intelligence Unit, schafft Deutschland immerhin Rang 12 – unter anderem, weil der Netzzugang hierzulande relativ erschwinglich und breit verfügbar ist. Im Logistical Performance Index der Weltbank, einer Art Fieberthermometer für die Transportinfrastruktur eines Landes, schafft Deutschland sogar Platz 1.

Unterm Strich sind das hervorragende Bedingungen für den Handel und das Einkaufen im Netz – was sich eben auch in den Umsätzen niederschlägt. Der Handelsverband Deutschland schätzt, dass sich die Online-Umsätze 2018 auf über 53 Milliarden Euro summierten, rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. 1663 Euro hat Otto Normalverbraucher den Beratern von Mazars zufolge 2018 bei Amazon, Ebay und Co. gelassen. 2015 waren es noch knapp 400 Euro weniger.

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Standortvorteile bewahren 

Alles gut also in Sachen E-Commerce? Können sich Unternehmen in Deutschland auf weiter steigende Umsätze verlassen, darauf, dass die rasante Digitalisierung aller Lebensbereiche noch mehr Geld in ihre Kassen spült? Martin Schulz-Danso, Partner bei Mazars und zuständig für Logistik und Nachhaltigkeit, ist relativ zuversichtlich. Deutschland, sagt er, sei Dank seiner zentralen geografischen Lage, seinem dichten Netzwerk an Schienen, Straßen und Wasserwegen beim E-Commerce tatsächlich das „Tor zu Europa“. Ein Standortvorteil, der seines Erachtens allerdings zu bröckeln droht.

Mit Sorge blickt Schulz-Danso nicht nur auf teils marode Straßen oder Brücken, die dringend erneuert oder renoviert gehörten, wolle man Staus vermeiden und kurze Lieferzeiten gewährleisten. Risiken sieht er auch in der in Deutschland noch nicht ausgestandenen „Diesel-Krise“ und die in ihrer Folge verhängten oder drohenden Fahrverbote. Schulz-Danso: „Solche Einschränkungen können Folgen für die Belieferung von Privatkunden haben, da die meisten Lieferanten die Diesel-Technologie nutzen.“

Wettbewerbsvorteile ausbauen

Und auch wenn Deutschland beim Internetzugang im internationalen Vergleich gut dasteht, überall ist das Netz hierzulande nicht das beste, vor allem in ländlichen Regionen nicht. Da müsse nachgelegt werden, sagt der Mazars-Mann: „In der digitalen Welt sind Menschen wie Unternehmen abhängig von einem schnellen und sicheren Datentransfer.“ Immerhin: Derzeit investiert der Bund kräftig. Zwischen 2014 und 2018 stellte er für den Breitbandausbau über fünf Milliarden Euro zur Verfügung. 

Eine Frau sitzt am Computer

Schulz-Danso sieht indes nicht nur die Politik in der Pflicht, sich immer wieder aufs Neue auf die rasanten Entwicklungen der Digitalisierung einzulassen und sie sinnvoll zu nutzen. Das gelte genauso für Unternehmen. Und zwar von logistisch-technischer Warte, also etwa über die Erprobung von Liefer-Drohnen oder die E-Mobilität. Als auch strategisch-organisatorisch, wie derzeit bei der Umsetzung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung. Unternehmen, die ihr genügen wollten, sagt der Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer, müssten „angemessene Maßnahmen mit flankierenden Informationsdiensten etablieren“.

Und was bringt’s?

Die Einhaltung solcher Compliance-Regeln, sagt Schulz-Danso, gewänne in der globalen Welt Gewicht, ebenso wie die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten. Beide „beeinflussen zunehmend das Urteil der Konsumenten“. Welcher Rohstoff in einem Produkt verwendet wird, wie es hergestellt wurde, ökologische und ethische Fragen – all das gebe mehr und mehr den Ausschlag, ob ein Kunde ein Produkt kauft oder links liegen lässt. 

E-Commerce-Unternehmen, glaubt Schulz-Danso, müssten deswegen bessere Wege finden als die reine Preisgestaltung oder einfach zu bedienende Websites oder Apps, wollten sie Konsumenten dauerhaft von sich überzeugen. Eine Möglichkeit böten die in Deutschland (und der EU) für bestimmte Unternehmen verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichte. Bei Kaufentscheidungen, glaubt der Mazars-Partner, könnten sie künftig eine größere Rolle spielen. Entscheidend sei dafür allerdings, „dass da nicht nur Lippenbekenntnisse drinstehen“.

Über die Studie

Die hier vorgestellte Studie ist Teil einer Reihe, in der die internationale Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars Trends, Herausforderungen und Chancen des E-Commerce beleuchtet; in Kooperation mit der ebenfalls international aktiven E-Commerce Foundation. Bislang sind neben der Deutschland-Studie Untersuchungen zu Belgien, den USA, Frankreich sowie weiteren Ländern und Regionen erschienenen. Flankiert werden sie von Fachaufsätzen und Hintergrundberichten zur Logistik im elektronischen Handel, zu Rechtsfragen oder Nachhaltigkeitsaspekten.

Quelle: UmweltDialog
 

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