12.11.2019
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21.10.2019

Produktion

VW: Neustart in eine „grüne“ Zukunft

Volkswagen will sich neu erfinden. Nach Diesel-Gate werkelt der Autobauer an einem saubereren Image, mit vielen E-Autos und „grünen“ Fabriken. Die CO2-Emissionen je produziertem Fahrzeug konnte der Konzern zuletzt schon massiv senken. Der Standort Wolfsburg heimste jüngst einen wichtigen Umweltpreis ein.

VW: Neustart in eine „grüne“ Zukunft

Das Volkswagenwerk Wolfsburg, der Stammsitz der Volkswagen AG, darf sich seit Ende September mit dem „Lean & Green Management Award“ schmücken, einer Auszeichnung zweier Unternehmensberatungen sowie der Fachpublikation „Automobil Industrie“. Der Auszeichnung war ein internationaler Wettbewerb vorausgegangen, an dem sich mehr als 250 Werke aus 20 Industriezweigen beteiligten. Das Wolfsburger Werk erhielt den Preis in der Rubrik „Automotive OEM“.

Rohstoffe und Energie bewusst einsetzen 

Stefan Loth, Leiter des Werkes, sagt, am Standort Wolfsburg beweise VW, dass eine „effiziente Fahrzeugfertigung bei gleichzeitiger Schonung von Ressourcen nicht nur möglich, sondern sinnvoll ist“. Um Prozesse zu verbessern und den Fertigungsaufwand pro Fahrzeug zu reduzieren, komme die Belegschaft jedes Jahr in über 400 Workshops zusammen. Der „bewusste Einsatz von Rohstoffen und Energie spielt in unserem Umweltengagement eine tragende Rolle“, so Loth. 

Das Werk in Wolfsburg ist zudem wichtig für das Erreichen der vom Vorstand vorgegeben Vision einer „Zero Impact Factory“, sprich: für die bilanziell CO2-neutrale Produktion. Um dahin zu kommen, tauschen sich die Volkswagen Standorte im weltweiten Produktionsverbund systematisch über ihre jeweiligen Rezepte aus und übernehmen passende Maßnahmen voneinander. Bis 2018 konnte VW so den Ressourcenverbrauch der Standorte um 30 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2010 senken. 45 Prozent sollen es bis 2025 werden. 

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Klimaneutrale Fertigung 

Im Werk Zwickau, wo Volkswagen von Ende 2019 an sein neues Elektromodell ID3 komplett klimaneutral fertigen will, konnten die CO2-Emissionen auch durch diesen Austausch schon um 66 Prozent gegenüber dem Niveau des Jahres 2010 gesenkt werden – bei gleichzeitiger Steigerung der Produktion um drei Prozent. Möglich machen das nach Konzernangaben die hohe Energieeffizienz des Werks, ein eigenes Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbare Energie wie Wasserkraft. 

Verbleibende Emissionen gleicht VW über Zahlungen an Klimaschutzprojekte aus, zunächst an solche, die sich dem Waldschutz und der Wiederaufforstung widmen, vor allem in den Tropen. VW begründet das mit dem hohen Stellenwert dieser natürlichen Kohlenstoff-Senken für die Einhaltung der Klimaziele. Dies habe auch der Weltklimarat IPCC deutlich in seinen Berichten herausgearbeitet. Sämtliche Kompensationsprojekte folgen nach Konzernangaben höchsten internationalen Standards, darunter der „Verified Carbon Standard“ (VCS) und der „Climate Community and Biodiversity Standard“ (CCB).

Klima und Nasenaffen im Blick

Ein erstes Projekt dieser Reihe – das „Katingan Mataya Forest Protection Project“ – hat Volkswagen Mitte September vorgestellt. Es sichert auf der indonesischen Insel Borneo einen fast 150.000 Hektar großen Wald, der wichtiger Lebensraum für bedrohte Primaten wie Borneo-Orang-Utans oder Nasenaffen ist. Profitieren sollen auch 34 umliegende Dorfgemeinschaften, deren Lebensbedingungen das Projekt verbessern will, durch Beschäftigung in Waldbrand-Reaktionsteams oder durch Bereitstellung von Mikrofinanzkrediten etwa. 

Weitere Projekte sind laut VW in Planung. In der Dekarbonisierungsstrategie des Konzerns spielen sie indes eine vergleichsweise kleine Rolle. Ralf Pfitzner, Leiter Nachhaltigkeit, sagt, man konzentriere sich vor allem auf „die Vermeidung und Reduzierung von CO2-Emissionen, beispielsweise durch Energieeffizienz und Umstellung auf erneuerbare Energien“. Wo das noch nicht gelinge, da investiere man in Projekte, die gleichzeitig die biologische Vielfalt und das Klima schützen. 

Das VW Werk Wolfsburg erhält für seine effiziente und nachhaltige Produktion den „Lean & Green Management Award 2019“ in der Rubrik „Automotive OEM“.
Das VW Werk Wolfsburg erhält für seine effiziente und nachhaltige Produktion den „Lean & Green Management Award 2019“ in der Rubrik „Automotive OEM“.

Emissionen runter, Produktivität hoch 

Bei seiner Dekarbonisierungsstrategie lag Volkswagen mit seinen Werken zuletzt im Plan: Vorgesehen ist, dass die CO2-Emissionen aller Werke bis zum Jahr 2025 gegenüber dem Niveau des Jahres 2015 halbiert werden. Die Daten von 2015 bis zum ersten Halbjahr 2019 zeigen Volkswagen eigenen Angaben zufolge auf Kurs: Die CO2-Emissionen je produziertem Fahrzeug sanken demnach um 22 Prozent. Gleichzeitig stieg die Produktivität über alle Standorte. Bis 2025 soll sie um 30 Prozent steigen, also um jährlich fünf Prozent. Mit sechs Prozent wird dieses Ziel dieses Jahr übertroffen.

Die schlechten Tage in Folge des Diesel-Skandals versucht Volkswagen auch mit einem neuen Markenauftritt hinter sich zu lassen. Er „markiert den Start einer neuen Ära“, sagt Jürgen Stackmann, Mitglied des Markenvorstands für Vertrieb, Marketing und After Sales. Die Marke vollziehe mit neuen Ansprüchen und Produkten „einen tiefgreifenden Wandel hin zu einer bilanziell emissionsfreien Zukunft für alle“.

Neuer Markenauftritt: 70.000 Logos vor Austausch 

Um diese neue Haltung nach außen sichtbar zu machen, hat sich VW ein neues Logo gegönnt, das Anfang September zum ersten Mal auf dem Hochhaus der Unternehmenszentrale in Wolfsburg erstrahlte. Es kommt in flacher 2D-Optik daher, ist auf seine essenziellen Bestandteile reduziert und soll bis Mitte 2020 in allen 154 Ländern, in denen der Konzern tätig ist, das alte Logo ersetzen: rund 70.000 Logos stehen so weltweit vor der Ausmusterung. Über den dafür nötigen Einsatz natürlicher Ressourcen ist nichts bekannt.

Quelle: UmweltDialog
 

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