12.12.2019
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19.11.2018

Arbeitsbedingungen

Zahlt sich aus: Sicherheit am Arbeitsplatz

Das ist ein Ergebnis einer Erhebung unter 1.729 Branchenexperten, die die internationale Zertifizierungsgesellschaft DNV GL – Business Assurance in diesem Frühjahr in Europa, Nord- und Mittelamerika sowie Asien durchgeführt hat. In der Stichprobe sind kleine Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten ebenso vertreten wie große Konzerne mit mehr als 1.000 Mitarbeitern und sie deckt zudem alle Wirtschaftssektoren ab.

Zahlt sich aus: Sicherheit am Arbeitsplatz

Gefragt, was ihrer Ansicht nach die wichtigsten Treiber für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sind, nennen 82 Prozent der Befragten das Wohlergehen der Arbeitnehmer, gefolgt von der Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften (79 Prozent). Anderen Faktoren messen sie deutlich weniger Gewicht bei: die Markenreputation, Anforderungen der Kundschaft oder Kontinuität des Geschäfts führt nur rund jeder dritte Befragte an.

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Nutzen übersteigt Investitionen

Interessant ist, dass mit 55 Prozent mehr als die Hälfte der Branchenexperten angibt, dass der Nutzen der Umsetzung von Investitionen in die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit größer ist als die Kosten. Dieser Wert steigt auf 65 Prozent bei Unternehmen mit einem zertifizierten Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGA-Managementsystem). In jenen Unternehmen, die in der Erhebung als Vorreiter („Leader“) identifiziert wurden, sagten dies sogar 75 Prozent der Verantwortlichen.

Diese „Leader“ verfolgen nicht nur einen strukturierten, mehrdimensionalen Ansatz beim SGA-Management. Sie erkennen darin, anders als der Rest des Samples, auch einen größeren Nutzen für ihr Unternehmen – und zwar bei allen möglichen Treibern, die abgefragt wurden: So erachten sie die positiven Auswirkungen ihres SGA-Managements auf die Markenreputation, auf ökonomische Faktoren, die Lieferantenbeziehungen oder interne Vorschriften deutlich größer als der Durchschnitt, teilweise um mehr als die Hälfte.

Investitionsbereitschaft bei kleinen Unternehmen gering

Bei kleinen Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern ist das Bild anders. Nur 41 Prozent meinen, dass der Nutzen die Kosten übersteigt – was direkte Auswirkungen auf ihre Investitionsbereitschaft zu haben scheint: Zusätzliche Ausgaben für den Arbeits- und Gesundheitsschutz planen von ihnen lediglich 33 Prozent. Bei den großen Unternehmen sind es dagegen 52 Prozent, bei den „Leadern“ noch 36 Prozent, was den Studienautoren zufolge jedoch damit zusammenhängen könnte, dass diese schon in der Vergangenheit kräftig in ihre Vorreiterrolle investiert haben.

Insgesamt, heißt es seitens DNV GL - Business Assurance, lasse sich aus der Erhebung schließen, „dass kleine Unternehmen den Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes mehr Aufmerksamkeit schenken könnten“. Dies sei umso wichtiger, als sie in allen Weltregionen dominieren. Sie stellten in der Summe etwa 99 Prozent aller Unternehmen sowie 70 Prozent der Arbeitsplätze im OECD-Raum.

Königsweg Zertifizierung

Was können kleine und mittlere Unternehmen also tun? Einzelne Daten aus Kundenbewertungen zeigen, dass die für die Erneuerung von Anlagen und Maschinen erforderlichen Investitionen für kleine und mittlere Unternehmen das größte Problem darstellen. Luca Crisciotti, CEO von DNV GL - Business Assurance, empfiehlt ihnen daher, Prozesse zu verbessern und stärker auf verhaltensbasierte Sicherheit zu fokussieren. Schon dadurch, so Crisciotti, ließen sich „signifikante Verbesserungen erzielen“. Empfehlenswert sei auch ein Zertifizierungsprozess. „Für KMU ist das oft der einfachste Weg, die Sicherheit am Arbeitsplatz ohne übermäßige Kosten zu verbessern.“

Der internationale Standard zur Bewertung und Zertifizierung eines SGA-Managementsystems ist die ISO 45001. Sie formuliert klare Anforderungen an Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und gibt Unternehmen gleichzeitig geeignete Instrumente und Maßnahmen an die Hand, um diese praktisch umzusetzen. Veröffentlicht wurde die Norm erst im März 2018. Sie ersetzt seitdem den vorigen SGA-Standard BS OHSAS 18001.

Zwei Bauarbeiter mit gelben Helmen

ISO 45001: Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit mit System

Viele Bereiche der neuen Norm waren bereits geregelt. Die ISO 45001 rückt jetzt aber zum Beispiel die Auslagerung von Leistungen an externe Auftragnehmer stärker in den Fokus. Unternehmen, die nach der ISO 45001 zertifiziert werden wollen, müssen deswegen nicht nur ihre festangestellten Beschäftigten in den Arbeits- und Gesundheitsschutz einbinden, sondern auch externe Kräfte. Unternehmen, die bereits nach dem alten Standard zertifiziert sind, bleibt eine dreijährige Übergangsphase, in der sie ihr SGA-Managementsystem an die neuen Anforderungen anpassen müssen.

DNV GL – Business Assurance ist für die Zertifizierung nach ISO 45001 akkreditiert und hat bereits das erste Zertifikat erteilt. „Wir freuen uns, dass wir Audits nach dieser Norm durchführen und bei erfolgreicher Zertifizierung und entsprechend positiver Bewertung Zertifikate nach ISO 45001 ausstellen können“, sagt Stefan Riesberg-Delia, Marketing & Communications Manager bei DNV GL. Und: Wer selbst Auditor werden will, kann sich bei DNV GL dazu ausbilden lassen.

Professionelle Begleitung von Anfang an

Unternehmen, die sich eine Zertifizierung wünschen, verspricht Riesberg-Delia individuelle Hilfestellungen und professionelle Begleitung von Anfang an. „Das umfasst die Vorbereitungs-, Entwicklungs- und Implementierungsphase mit entsprechenden Werkzeugen wie etwa Schulungen, Webseminaren oder Arbeitsmaterial in Form von Checklisten und Anleitungen sowie spezifische und persönliche Unterstützung.“

Dabei gilt es aber zu berücksichtigen, dass DNV GL auf Basis der Vorgaben und Regelungen für akkreditierte Zertifizierungsdienstleister Managementsysteme eines Kunden nicht auditieren darf, bei dem die Zertifizierungsstelle Beratungstätigkeiten zu Managementsystemen durchgeführt hat. Das wäre eine Gefährdung durch Selbstbewertung und somit wäre keine Unparteilichkeit mehr gegeben.

Quelle: UmweltDialog
 

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