Lebensmittel

Qualitätsprogramm für künftigen Wirtschaftserfolg

Ernährung, Umwelt, Gesellschaft und Sicherheit: So lauten die vier Dimensionen der Qualitätsinitiative von Nestlé in Deutschland. Im Rahmen der 2012 gestarteten Strategieinitiative „Qualität bedeutet mehr“ hat das Unternehmen nicht nur die Stärken und Schwächen seiner Produkte hinsichtlich dieser Felder überprüft, sondern auch den Dialog mit kritischen Anspruchsgruppen gesucht. Ziel ist es, bis Ende 2015 große Teile des deutschen Produktportfolios gemäß diesen Qualitätsansprüchen zu überarbeiten. In einem zweiteiligen Artikel stellt UmweltDialog zunächst das Qualitätskonzept von Nestlé dar und analysiert dann den ersten Fortschrittsbericht, der die Entwicklungen des Programms in 2013 schildert.

20.08.2014

Tag der Qualität - ein Kreis aus Umwelt, Ernährung, Sicherheit und Gesellschaft.

Für Lebensmittelhersteller wie Nestlé gehören die Konsumenten zu den wichtigsten Stakeholdern. Aber gerade das Vertrauen der Verbraucher in die Lebensmittelbranche hat in den letzten Jahren gelitten: „Lebensmittelskandale, wenig sichtbare Transparenz bei der Beschaffung der Rohstoffe und ihrer Verarbeitung sowie eine kaum überschaubare Informationsflut zum Thema tragen dazu bei“, sagt Gerhard Berssenbrügge, Vorstandsvorsitzender von Nestlé Deutschland. „Die Verbraucher wollen wissen, was sie kaufen und wie es hergestellt wird. Dabei erwarten sie von Unternehmen ein ökologisch und sozial verantwortliches Handeln.“ Guter Geschmack, hoher Nährwert bei gleichzeitig geringem Fett-, Salz- und Zuckergehalt komplettieren die Verbraucheransprüche an die Nahrung.

Um auch zukünftig am deutschen Markt zu bestehen und erfolgreich zu wirtschaften, hat Nestlé Deutschland die Strategieinitiative „Qualität bedeutet mehr“ initiiert. Diese setzt nicht nur auf den kontinuierlichen Verbesserungsprozess der deutschen Nestlé-Produkte, sondern möchte ihre Entwicklung transparent gegenüber den Verbraucher und anderen Anspruchsgruppen kommunizieren: „Wir haben das Qualitätsprogramm entwickelt, um das gesamte Unternehmen, alle Produkte und Prozesse noch fokussierter auf die gestiegenen Anforderungen der Verbraucher auszurichten“, sagt Projektmanagerin, Jolanda Schwirtz.

Geltungsbereich von „Qualität bedeutet mehr“

So bilden die Grundlage der Initiative die Konsumenten-Studien „So is(s)t Deutschland“ von Nestlé aus den Jahren 2009 und 2011, ergänzt durch die Studie „So is(s)t Qualität“ von 2012, welche die Einstellungen von Akteuren aus Politik und Medien zu dem Thema Ernährung widerspiegelt. Nachdem die Studien unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Vertretern vorgestellt worden waren, flossen deren Anmerkungen zusammen mit den Ergebnissen in die Konzeption der Initiative „Qualität bedeutet mehr“: „Entlang der vier Dimensionen Ernährung, Umwelt, Gesellschaft und Sicherheit entwickelten wir ein ganzheitlich und langfristig ausgerichtetes Programm mit konkreten Zielen und Maßnahmen für 26 Geschäftsbereiche und mehr als 7.000 Produkte“, informiert der Fortschrittsbericht 2013 „Gemeinsame Wertschöpfung durch Qualität“.

Das Programm schließt alle Produktionsbereiche von Nestlé Deutschland ein. Dabei erfasst es nicht explizit Exportprodukte, deckt diese aber durch produktionsspezifische Ziele und Maßnahmen und internationale Vorgaben mit ab. Für nicht von Nestlé Deutschland produzierte Produkte gelten teilweise Ziele mit abweichendem Zeithorizont. An den jeweiligen Besonderheiten der Produktkategorien und Zielgruppen ausgerichtet, sind etwa für Kinder-Produkte höhere Anforderungen an Nährwertzusammensetzung und Portionsgestaltung zu berücksichtigen: „Für solche, bei deren Zusammensetzung gesetzliche Vorgaben und medizinische Anforderungen im Vordergrund stehen, etwa Säuglingsmilchnahrung oder Produkte für die klinische Ernährung“, so der Bericht weiter, „finden die Ziele zur Reduzierung unter anderem von Salz und Fetten keine Anwendung.“

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Governance und Beiräte

„Qualität bedeutet mehr“ bezieht alle Ebenen des Unternehmens mit ein, wobei 30 Nestlé-Mitarbeiter, Projekt-Champions genannt, das Programm operativ umsetzen. Sie sind Ansprechpartner der jeweiligen Produktbereiche und verfügen über unterschiedliche Kompetenzen aus den Feldern Lebensmitteltechnologie, Ernährungswissenschaften, Logistik, Organisation sowie Marketing und Kommunikation. Das Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) aus Wuppertal begleitet die Initiative als externer Projektpartner. Darüber hinaus wird das Unternehmen bei der Umsetzung des Programms von einem NGO- und einem Verbraucherbeirat unterstützt. Dem NGO-Beirat gehören beispielsweise Vertreter der Verbraucher Initiative e.V., des Global Nature Fund, der Universität Bonn oder des Öko-Instituts an: „Die breitgefächerte Zusammensetzung des Beirats bündelt eine vielschichtige externe Kompetenz und ermöglicht unterschiedliche Blickwinkel auf dieses Programm“, sagt Georg Abel, Sprecher des NGO Beirates und Geschäftsführer der Verbraucherinitiative im Fortschrittsbericht. Der Verbraucherbeirat besteht wiederum aus 32 ehrenamtlichen Mitgliedern, die einen Querschnitt der deutschen Bevölkerung repräsentieren.

Gemeinsamer Mehrwert

Gemäß des Nestlé-Leitbilds der Gemeinsamen Wertschöpfung strebt das Unternehmen mit dem Qualitätskonzept an, einen Mehrwert für alle beteiligten Anspruchsgruppen zu schaffen. Dazu zählen neben dem Unternehmen und den Verbrauchern auch zum Beispiel der Handel und die Zulieferer, die mit dem Lebensmittelhersteller gemeinsam durch das Programm die Qualität in der Wertschöpfungskette steigern. Auch sollen die Mitarbeiter davon profitieren, weil sie durch „Qualität bedeutet mehr“ einen positiven Beitrag für Umwelt und Gesellschaft leisten können.

Quelle: UmweltDialog
 

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