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Leben & Wohnen

Nachhaltige Alternativen zur Welt der Massenprodukte

In Krisenzeiten ist die emotionale Bindung an nicht kopierbare und konkurrenzlose Dinge besonders ausgeprägt, sagt Alexandra Hildebrandt. Im zweiten Teil ihres Essays stellt sie uns nachhaltige Dinge mit greifbaren Geschichten vor.

10.12.2019

Nachhaltige Alternativen zur Welt der Massenprodukte
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Die Dinge sind heute so komplex geworden, dass sie keinen sichtbaren „Meister“ mehr haben, sondern häufig aus einer intransparenten Organisation kommen. Dinge mit einer greifbaren Geschichte sind deshalb heute umso wertvoller. Zudem unterstützen sie uns darin, unsere Möglichkeiten zu stärken, einsichtig und nachhaltig zu handeln und „unsere Intelligenz zu trainieren“ (Schmidbauer). Kluge, reine Dinge zeigen uns etwas von ihrer Machart, sind langlebig und sind zugleich Symbole menschlicher Selbstbestimmtheit. Dazu gehören Fahrräder, mechanische Schreibmaschinen, Anspitzer, Bleistifte oder Füllfederhalter, die sich auch beim Versandhändler memo finden. Die memo AG verkauft ihr Sortiment über drei Onlineshops sowie über verschiedene Kataloge und Werbemedien. Mit Bürobedarf und –möbeln, Werbeartikeln sowie Alltagsprodukten für die Schule und zu Hause werden Unternehmen und Organisationen, aber auch private Endverbraucher gleichermaßen angesprochen. Alle rund 20.000 Artikel im Sortiment sind gezielt nach ökologischen, sozialen, ökonomischen und qualitativen Kriterien ausgewählt. Viele davon – vor allem die über 1.000 memo Markenprodukte – tragen anerkannte Umweltzeichen und Labels wie beispielsweise den Blauen Engel. Nicht nur beim Sortiment, sondern auch in allen anderen Geschäftsbereichen, berücksichtigt die memo AG seit ihrer Gründung konsequent die Kriterien der Nachhaltigkeit.

Zu den „klugen“, hier erhältlichen Dingen, die auch im digitalen Zeitalter ein haptischer Gewinn sind, gehören beispielsweise:

Besen mit Borsten aus Kokosfasern
 
 

Besen 

Um handwerklich hergestellte Besen zu finden, müssen wir nicht um die Welt reisen, sondern einfach nur genauer auf das sehen, was unmittelbar vor uns liegt.

Notizbuch mit Leinenrücken DIN A5
 
 

Notizbücher  

Auch im Onlinezeitalter erfreuen sich die alten Gedankenstützen noch immer großer Beliebtheit. 

 
 
Thermoplastischer Radierer
 
 

Radiergummi 

Gegen die Unordnung der Welt hilft durchstreichen und radieren. Denn Denken, das Erkenntnis will, bedeutet, zuvor Gedachtes oder lieb gewonnene Gewohnheiten auch in Frage zu stellen.

Ethletic Sneaker "Fair Trainer Classic" High Cut
 
 

Sneakers

Die Nachfrage nach ökologischen Sneakers wächst stetig. Sie geben ihrem Besitzer Halt und bringen selbstbestimmtes Denken und Handeln buchstäblich in Form.

Papp-Druckkugelschreiber mit Holzclip
 
 

Stifte 
Bereits seit einigen Jahren ist eine Gegenbewegung zu den digitalen und mechanisierten Gestaltungsmöglichkeiten spürbar. Die Bemühungen, die eigene Schrift zu pflegen, nehmen seit Jahren spürbar zu.

MAUL Funk-Wanduhr "MAULfly 30RC"
 
 

Uhren  

Uhren sind nicht nur Zeitmesser, sie sagen auch viel über unser Verhältnis zum Leben aus, in dem das Ansagen der Zeit oft wichtiger geworden ist als das Verständnis für das nachhaltige Uhrwerk.

Vogelhaus "Knusperhäuschen" mit Fußkreuzständer
 
 

Vogelhäuser 

Früher war ein Vogelhaus nur ein brauner rustikaler Holzkasten mit einem stabilen Holzgestell. Doch in den letzten Jahren ist die Nachfrage in Deutschland nach originellen Vogelhäusern gestiegen, die Designobjekte sind und gleichzeitig viel über Geld und Geist ihrer Besitzer aussagen: einige protzig und bunt, andere smart, elegant, mondän.

Warum wir auf die Dinge des Lebens nicht verzichten können

  • Dinge beherbergen unsere Geschichten, Träume, Wünsche und Hoffnungen.
  • Dinge erzählen etwas über ihre Besitzer und ihre Erinnerungen, bieten Trost in schwierigen Zeiten und bilden eine Brücke zur Vergangenheit.
  • Dinge vermitteln uns ein Gefühl von Heimat und Aufgehobensein.
  • Die Geschichten der Dinge helfen uns, unsere eigene Lebensgeschichte besser zu konstruieren.
  • Dinge können Verweisfunktionen übernehmen oder zu Symbolen werden.
  • Dinge sind das, was wir am Ende unseres Lebens hinterlassen.
  • Dinge sind in Form gebrachte Nachhaltigkeit.

 
 

Weiterführende Literatur:

Anamaria Depner: Dinge in Bewegung. Zum Rollenwandel materieller Objekte. Eine ethnographische Studie über den Umzug ins Altersheim. Transcript Verlag, Bielefeld 2015.

Lina Jachmann: Einfach leben. Der Guide für einen minimalistischen Lebensstil. Mit Fotografien von Marlen Müller. Knesebeck Verlag, München 2017.

Daniel Rettig: Die guten alten Zeiten. Warum Nostalgie uns glücklich macht. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2013.

Wolfgang Schmidbauer: Enzyklopädie der Dummen Dinge. Oekom Verlag München 2015.

Wolfgang Schmidbauer: Raubbau an der Seele. Psychogramm einer überforderten Gesellschaft. Oekom Verlag, München 2017.

Claudia Silber und Alexandra Hildebrandt: Von Lebensdingen: Eine verantwortungsvolle Auswahl. Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.

Frank Trentmann: Herrschaft der Dinge. Die Geschichte des Konsums vom 15. Jahrhundert bis heute. Aus dem englischen von Klaus-Dieter Schmidt und Stephan Gebauer-Lippert. DVA, München 2017.

Quelle: UmweltDialog
 

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