21.01.2019

24.08.2018

Leben & Wohnen

(Gem)einsam alt werden?

Der Pflegenotstand ist jetzt auch in der öffentlichen Diskussion angekommen: Junge Pfleger malen in Talkshows Horrorszenarien vom Alltag auf Station und in den Heimen. Überlastet und ausgebrannt sind die wenigen Idealisten, die es trotz Überforderung und unzureichender Bezahlung noch in der Pflege hält. Dunkle Zeiten für eine zusehends überalternde Gesellschaft? UmweltDialog hat sich außerhalb des Pflegeheims nach alternativen Wohnkonzepten umgesehen.

(Gem)einsam alt werden?

„Ich finde es wichtig, dass ich weiß: Wenn es mir mal schlecht geht, ist jemand da. Und lässt mich nicht einfach liegen.“ Lambertus Kleine Stegemann blickt ernst in die Kamera der Lokalzeit, als er die Worte spricht. Als Rentner ist er direkt betroffen von der Debatte, die seit Monaten Deutschland beschäftigt. Und zusammen mit dem Verein „Leben in der Nachbarschaft“ (LiNa) hat er seine eigene Antwort auf die Frage nach einem würdevollen Altern gefunden.

Stegemann wohnt mit seiner Frau und 24 anderen Senioren in einer Senioren Genossenschaft in Haltern am See. Der Clou: Zwar leben die Bewohner in 18 getrennten Wohnungen. Diese befinden sich aber alle in einem zentralen Haus mit zusätzlichen Gemeinschaftsräumen. Im Mittelpunkt steht das Zusammenleben und Miteinander.
Jeder steuert bei, was er kann: Die Bewohner unterstützen sich gegenseitig bei anfallenden Reparaturen oder im Haushalt. Die Fassade des Hauses muss erneuert werden? Wer Zeit hat, beteiligt sich an Diskussion und Bewältigung der Aufgabe. Aber
auch Freizeitaktivitäten und Ausflüge planen die Genossen gemeinschaftlich. Angst vor Vereinsamung hat in dieser Gemeinschaft niemand.

Damit das Projekt kein Einzelfall bleibt, geht das Land NRW die Herausforderungen
des demografischen Wandels mit seiner Nachhaltigkeitsstrategie an und fördert eine altersgerechte Stadt- und Quartiersentwicklung.

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Die Senioren-WG

Noch näher kommen sich die Bewohner einer Senioren-Wohngemeinschaft. Ähnlich wie in der Genossenschaft steht hier das Miteinander im Vordergrund; der Anteil des gemeinschaftlichen Wohnbereichs ist allerdings noch größer. Esszimmer, Badezimmer und Küche sind Gemeinschafträume für alle. So engagiert die Bewohner im Zusammenleben auch sind: Je nach Krankenakte ist natürlich trotzdem professionelle Pflege und medizinische Versorgung vonnöten. Deshalb unterstützen bei Bedarf z.B. Diakoniestationen die Wohngemeinschaften mit zusätzlicher Pflege und Betreuungsangeboten. Das hat seinen Preis: Neben Miete und Nebenkosten kommen Pauschalen für Küche, Waschküche, Renovierungs-Rücklagen, Reinigung, Haushaltsgeld und eben Betreuungspauschale hinzu. Über 2.000 Euro monatlich kann das einen Bewohner kosten. Wer später mal in einer WG alt werden möchte, sollte also zeitig mit dem Sparen anfangen.

Künstler unter sich

Trotz aller Unkenrufe – auch in der konventionelleren Pflege ist längst nicht alles schlecht. In Weimar wurde ein Seniorenstift der besonderen Art geschaffen: In der Marie-Seebach-Stiftung verbringen zum Großteil Kulturschaffende ihren Lebensabend. 25 Prozent der Bewohner sind pensionierte Künstler, Maler und Schauspieler. Die Bewohner schwelgen dabei nicht bloß in Erinnerungen an ihre kreative Vergangenheit: Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Literaturgottesdienste und Gesprächsrunden sind fester Bestandteil des Programms im Seniorenstift. „Unterhaltungsprogramme und Kaffeetrinken alleine reichen vielen nicht. Was wir brauchen, sind Angebote, die ihren unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen und kulturellen Erfahrungen Rechnung tragen“, sagt Diplom-Pädagogin Dr. Kim de Groote gegenüber dem PROconcept- Magazin.

Ein großer Vorteil der gemeinschaftlichen Einrichtung: Die Logistik übernimmt die Hausverwaltung. Egal ob putzen, spülen oder waschen, die Bewohner sind von hauswirtschaftlichen Aufgaben befreit. Damit das funktioniert, braucht es Geräte, die für eine solche Nutzlast ausgelegt sind und den besonderen hygienischen Anforderungen in einem Pflegeheim entsprechen. Der Hersteller Miele bietet Produkte, die speziell an die Bedürfnisse von Heimbewohnern angepasst sind. Die Gewerbegeschirrspüler des Traditionsunternehmens reinigen das Geschirr mittels hoher Temperaturen und Desinfektionsprogrammen besonders gründlich von Keimen.

Senioren bedienen zusammen einen Laptop

Das neue Testverfahren „PRO-Hygiene“ nimmt die Keimfreiheit in den Wäschereien noch genauer in den Blick: Mit dem Verfahren prüft der Miele-Kundendienst bei der Wartung der Waschmaschinen, wie effizient Waschmittel und -verfahren zusammenwirken und kann die Zusammenstellung so genau anpassen

Smarte Technologie für den Einzelnen

Nicht jedem liegt das Altwerden in der Gemeinschaft. Eine neue Technologie kann hier Abhilfe schaffen: LiNX 3D heißt das erste smarte Hörgerät für das iPhone. In einer Kooperation von ReSound GN und Miele entwickelt, soll LiNX 3D Haushaltsgeräte mit einem Hörgerät verbinden. Statusmeldungen und Hinweise der Haushaltsgeräte können so direkt in die Gehörgänge der Benutzer gestreamt werden. „Neben Meldungen könnten zukünftig auch Warnhinweise – etwa ‚Gefrierschranktür steht offen‘ – oder Zubereitungshinweise wie ‚Bitte Spargel einschieben‘ übertragen werden“, sagt ReSound Deutschland Geschäftsführer Joachim Gast gegenüber dem Presseportal. Smarte Technologie wird zukünftig also auch dazu beitragen, dass sich alleinlebende Senioren nicht allein gelassen fühlen müssen.

Dieser Artikel ist im Original im UmweltDialog-Magazin „Nachhaltig Bauen & Wohnen“ im Mai 2018 erschienen.

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Quelle: UmweltDialog
 

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