23.04.2019

08.02.2019

Plastik & Müll

Nokoué-See in Benin bedroht

Müll und Chemikalien bedrohen das Ökosystem des Nokoué-Sees in Benin, Westafrika. Abfälle, unbehandelte Haushalts- und Industrieabwässer werden in den See entsorgt. Es müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, um die negativen menschlichen Einflüsse auf den See zu vermindern und eine dauerhafte, nachhaltige Zukunft für kommende Generationen zu gewährleisten.

Nokoué-See in Benin bedroht

Das Dorf Ganvié am Nordufer des Nokoué-Sees in Benin ist die größte afrikanische Stadt, die vollständig auf Stelzen gebaut wurde. Ganvié wird auch als „Venedig Afrikas“ bezeichnet. Auf der schmalen Landzunge, die den See vom Atlantik trennt, liegt Cotonou, die mit fast 1 Mio. Einwohnern größte Stadt des Landes. Der flache See und die Mündung des Flusses Ouémé bilden ein ausgedehntes Feuchtgebiet und sind ein Refugium für viele seltene und gefährdete Tierarten wie das Afrikanische Manati, eine an der westafrikanischen Küste heimische Seekuhart. Das klingt zunächst sehr idyllisch. Doch die Realität am Nokoué-See sieht anders aus.

Dramatische Zustände

„Der Nokoué-See gehört zu den wichtigsten Fischgründen in Benin. Seine zunehmende Verschmutzung bedroht die Umwelt, die Wasserfauna und gefährdet die menschliche Gesundheit,“ sagt Fataï Aina, Geschäftsführer der Living Lakes-Partnerorganisation Amis de l'Afrique Francophone-Bénin (AMAF-BENIN), die sich vor Ort für die Sanierung und den Schutz des Nokoué-Sees einsetzt.

Der See ist zahlreichen Verschmutzungsquellen ausgesetzt. In den Städten am See gibt es keine Abwasserreinigung und nahezu der gesamte Hausmüll wird in das Gewässer entsorgt. Fäkalien von auf Stelzen gebauten Toilettenanlagen werden ins Seewasser geleitet. Außerdem gelangen Phosphat, Nitrat, Sulfat, Chlorid, Ammonium aus dem Abbau von stickstoffhaltigen Abfällen, Blei aus Autobatterien, Batterien und Schrott aller Art über das Abflusswasser der wilden Müllhalden der Stadt Cotonou in den See. Pestizidrückstände, chemische Düngemittel und Substanzen der Lebensmittelindustrie werden vom Fluss Ouémé, der fast das gesamte Land durchzieht, in den Nokoué-See eingebracht. Ein weiteres Problem ist der von Schmugglern betriebene illegale Handel mit dem sogenannten „kpayo“, einem Treibstoff-Verschnitt, der beim Transport zum Teil in den See gelangt.

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Die schlechten hygienischen Bedingungen führen zu Krankheiten, wie Durchfall, Bilharziose, Cholera, Ruhr oder Typhus, die jedes Jahr vor allem bei zahlreichen Kindern unter fünf Jahren zum Tod führen. Da der Nokoué-See zu den wichtigsten Quellen der Fischerei in Benin gehört, stellen die dramatischen Verschmutzungen eine existenzielle Bedrohung der Menschen und ihrer Gesundheit dar.

Höchste Zeit für Veränderungen

Um die verantwortlichen beninischen Behörden zu sensibilisieren und die lokale Bevölkerung zu schützen, ernennen der Global Nature Fund und die örtliche Living Lakes-Partnerorganisation Amis de l’Afrique Francophone-Bénin (AMAF-BENIN) am 2. Februar, dem Weltfeuchtgebietstag, den Nokoué-See zum „Bedrohten See des Jahres 2019“.

Auch für den Fortbestand der letzten Populationen des Afrikanischen Manatis ist es unerlässlich, Sanitär- und Kläranlagen für häusliche und industrielle Abwässer zu bauen. Zu den Aktivitäten, die AMAF-BENIN bereits durchgeführt hat, gehören vor allem Sanierungsmaßnahmen am Flussufer und Informationskampagnen in den ansässigen Gemeinden, die bereits erste positive Auswirkungen zeigen.

Erste Schritte in die richtige Richtung

Die Mangrovenwälder am Übergang zwischen dem See und dem offenen Meer bilden einen besonders wertvollen und schützenswerten Lebensraum. Deren Erhaltung ist nicht nur für das Überleben von seltenen Tier- und Pflanzenarten von großer Bedeutung, sondern auch für die lokale Fischerei. Mit finanzieller Unterstützung des GNF und des Rapunzel Hand in Hand-Fonds startete AMAF-BENIN vor kurzem ein Projekt zum Schutz der Biologischen Vielfalt in der Region. Neben der Wiederaufforstung degradierter Wald- und Mangrovenflächen bildet die Schulung von ortsansässigen Jägern, Fischern sowie lokalen Behördenvertretern im nachhaltigen Management der natürlichen Ressourcen einen Schwerpunkt.

Quelle: UD/pm
 

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