18.02.2019

24.01.2019

Reporting

Gefragt: Berufskleidung aus fairer Baumwolle

Fairtrade-Baumwolle setzt sich in Deutschland allmählich auch bei Berufskleidung durch. Mittlerweile gibt es sogar ganze Kollektionen aus dem fairen Material, etwa von der CWS-boco Gruppe aus dem hessischen Dreieich. Die verdient ihr Geld mit der Vermietung solcher „Workwear“ an Kliniken oder andere Unternehmen und hat in Sachen Nachhaltigkeit noch viel vor – und schon einiges geschafft.

Gefragt: Berufskleidung aus fairer Baumwolle

„Nachhaltigkeit“, sagt dann auch Thomas Schmidt, Vorstand des Unternehmens, „ist ein zentrales Element unseres Geschäftsmodells und unserer strategischen Ausrichtung“. Denn Geld verdient CWS-boco mit dem, was neudeutsch als „Sharing“ durchgeht, sprich: Mietservices, genauer für Berufskleidung und die Ausstattung von Waschräumen. In 16 überwiegend europäischen Ländern ist die Gruppe damit auf dem Markt aktiv. 

Und das sehr erfolgreich. 2017 erwirtschafteten alleine die acht umsatzstärksten Landesgesellschaften 807 Millionen Euro. Und der Wachstumskurs soll sich fortsetzen, Nachhaltigkeit weiter eine große Rolle spielen. Seit 2016 setzen Schmidt und seine Leute deswegen zunehmend auf zertifizierte Fairtrade-Baumwolle für ihre Berufskleidung. Mittlerweile gibt es die vierte Kollektion, angeboten wird sie mit einem Fairtrade-Baumwollanteil von 65 oder 100 Prozent. 

Marktlücke geschlossen 

Das Geschäft mit den fairen Mietjacken und -hosen brummt bei den Hessen. 2017 kauften sie 529 Tonnen Fairtrade-Baumwolle ein, die anschließend zu Berufskleidung verarbeitet wurden. Damit sind heute fast 20 Prozent der von CWS-boco verwendeten Baumwolle Fairtrade­zertifiziert – ein deutlicher Zuwachs gegenüber 2016: Da waren es noch weniger als zehn Prozent. Binnen weniger Jahre ist die Gruppe damit nach eigenen Angaben zum größten Anbieter von Berufskleidung mit Fairtrade-Baumwolle in Deutschland aufgestiegen und zu einem der größten in Europa.

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Zupass kommt den Hessen, dass ihre Wettbewerber den Fairtrade-Trend bei Mietkleidung verpasst haben. Werner Münnich, oberster Produktmanager Textiles in Dreieich, sagt, CWS-boco sei bis heute „der einzige Anbieter, der Workwear mit Fairtrade-Baumwolle im Mietservice anbietet“. Lobende Worte für dieses Angebot findet auch Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von Transfair e.V., also dem Verein, der das Fairtrade-Siegel in Deutschland vergibt. Er sagt, CWS-boco sei bei der Einführung seiner Fairtrade-Linie nicht nur „visionär und strategisch einzigartig“ vorgegangen. Das Unternehmen habe dabei auch nicht auf Kundenwünsche gewartet, sondern selbst die Marschrichtung vorgegeben.

Klima und Ressourcen geschont 

So viel Lob klingt mitunter verdächtig. Ein Blick auf den jüngst von der Gruppe veröffentlichten Zwischenbericht zum Stand der Nachhaltigkeit in den eigenen Reihen gibt indes Entwarnung. Tatsächlich konnten die Hessen wesentliche Nachhaltigkeitskennzahlen zwischen 2016 und 2017 verbessern: Strom- und Wasserverbrauch waren trotz gestiegenen Umsatzes rückläufig; der Verbrauch von Waschmittel (mit zuletzt knapp 3.000 Tonnen kein kleiner Faktor) ebenso. 

Durch eine in dem Bericht nicht näher erläuterte Umstellung von Öl auf Biogas soll außerdem der Ölverbrauch bei CWS-boco im Jahr 2017 um satte 60 Prozent zurückgegangen sein. Im selben Jahr konnte das Unternehmen einen wohl auch dadurch deutlich gesunkenen CO2-Ausstoß verzeichnen: Er ging von 56.789 Tonnen im Jahr 2016 auf 52.593 Tonnen zurück. Berücksichtigt sind hier wiederum nur die acht umsatzstärksten der 16 Landesgesellschaften der Gruppe.

Ein Mitarbeiter der Straßenreinigung trägt Fairtrade-Berufsbekleidung von CWS-boco

Neues erprobt

Dort, in den einzelnen Landesgesellschaften, wird weiter dran gewerkelt, das eigene Geschäft noch nachhaltiger zu machen. Die CWS-boco Betriebe an der schwedischen Westküste etwa beziehen seit Januar 2018 Biogas, wodurch sie ihre Prozesswärme komplett klimaneutral erzeugen. In der niederländischen Niederlassung in Groningen wiederum wurde ab April 2017 ein E-Truck auf die Straße gebracht, um zu schauen, ob sich mit ihm der Vertrieb der CWS-boco-Dienste in und um die nordholländische Stadt bewerkstelligen lässt. Lässt sich leider nicht, allerdings nicht aus technischen, sondern aus steuerlichen Gründen.

CWS-boco-Vorstand Thomas Schmidt sagt, er freue sich, dass diese nachhaltige Ausrichtung seiner Unternehmensgruppe auch von unabhängigen Fachleuten anerkennt werde. So sei man bereits drei Mal in Folge für das eigene ökologische und soziale Engagement auf der Nachhaltigkeits-Bewertungsplattform EcoVadis mit Gold ausgezeichnet worden. Schmidt sagt, dass dies „ein unglaublicher Erfolg aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ sei. Branchenübergreifend gehöre CWS-boco Deutschland damit zu den besten drei Prozent der getesteten Unternehmen weltweit.

Über den Bericht

Die CWS-boco Gruppe, die Hygiene- und Berufskleidungslösungen anbietet, dokumentiert Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit seit dem Jahr 2013 in ausführlichen Berichten. Sie erscheinen im Zweijahresrhythmus und werden durch Zwischenberichte ergänzt; vorliegender umfasst das Kalenderjahr 2017. Auf Bezüge zum Rahmenwerk der Global Reporting Initiative hat das Unternehmen im Zwischenbericht verzichtet. Grund sei dessen geringere Informationstiefe.

Quelle: UmweltDialog
 

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