22.04.2019

08.04.2019

Reporting

E.ON: Gute Geschäfte mit smarten Energiediensten

Voll im Restrukturierungsmodus und voller Zuversicht. Der Essener Energieriese E.ON versprüht derzeit viel Optimismus: Die Übernahme der RWE-Tochter Innogy liegt voll im Zeitplan, das Geschäft brummt, der Kundenstamm wächst und wächst. Und nun? Will man „Menschen befähigen, energieautonomer zu werden“.

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Das schreibt der oberste Nachhaltigkeitsmanager der E.ON SE, Leonhard Birnbaum, im Vorwort des aktuellen Nachhaltigkeitsberichts des Konzerns, der Mitte März parallel zum Geschäftsbericht veröffentlicht wurde. Man wolle, so Birnbaum, der im Vorstand als Chief Sustainability Office verantwortlich für öko-soziale Anliegen, das Energieunternehmen sein, „das mit seinen Kunden kooperiert, um den Energiewandel und das digitale Zeitalter voranzutreiben“.

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Clever und smart 

Wie das konkret aussieht, dazu lässt E.ON im neuen Nachhaltigkeitsbericht einige Kunden zu Wort kommen. Zum Beispiel Jill Lees aus dem Vereinigten Königreich, die die Heizkörper in ihrem Zuhause seit zwei Jahren mit „intelligenten“ Thermostaten steuert, über eine Smartphone-App auch von unterwegs. E.ON schreibt, dass so Energieeinsparungen von bis zu 31 Prozent möglich seien, entsprechend rund 220 Euro im Jahr. Und das 2018 EU-weit schon 25 Millionen Menschen ihre Häuser mit solchen smarten Lösungen ausgerüstet haben.

Zweites Beispiel, diesmal aus Deutschland: Zu Wort kommt Siegfried Moritz, Finanzchef bei der Deutsche Gasrußwerke in Dortmund, ein Unternehmen, das im industriellen Maßstab Kohlenstoff herstellt. E.ON hat für die Werke ein System entwickelt, das überschüssige Wärme aus der Produktion wiederverwertet und dem Tiefkühllogistik-Unternehmen Coldstore in Form von Kälte zur Verfügung stellt. „Eine Win-Win-Situation“, sagt Moritz. Die Gasrußwerke hätten eine neue Einnahmequelle erschlossen, Coldstore eine günstige Kältequelle.

Drittes Beispiel: Auftritt Jonas Kamleh, Umweltexperte bei der schwedischen Kommune Malmö. Die hat sich eine ehrgeizige Energiestrategie gegeben und will bis 2030 nur noch Erneuerbare nutzen, auch im Verkehr. Schon heute stromern mehr und mehr Elektrobusse und E-Autos auf den Straßen der drittgrößten Stadt Schwedens, und hier kommt E.ON ins Spiel: Als Anbieter von Ladesäulen, die perspektivisch auch Teil eines „smarten“ Energienetzes für die Stadt werden sollen, zusammen mit Solaranlagen, „grünen“ Energiespeichern, Biogasanlagen.

Mehr Klarheit für Klimaschützer 

Wo Malmö schon vorweg geht, hinken andere Städte noch hinterher. Oft hapert es schon an Daten darüber, wer dort wie viel von welchen Klimagasen in die Atmosphäre pustet. Diesen Kommunen greift E.ON jetzt beim Überwachen und Reduzieren der CO2-Emissionen unter die Arme: Mit einer digitalen Lösung, die komplexe Emissionsdaten aufbereitet und in leichtverständliche Grafiken übersetzt. Erdacht wurde die Software beim Hamburger Start-up greenited, das E.ON fördert. 

Das Tool ist nach Konzernangaben wissenschaftlich anerkannt und befähigt Städte und Kommunen, ein exaktes Bild über ihren Klima Status quo zu gewinnen und auf dieser Basis Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Etwa, indem es Solaranlagen auf dem Dach eines öffentlichen Gebäudes simuliert und den Entscheidern zeigt, welche Klimanutzen das hat. Laut E.ON nutzen das Tool bereits Kommunalverwaltungen in Schleswig-Holstein, Bayern und Berlin.

Unklarheit beim eigenen Vorankommen 

Und wie steht es um die eigenen Klimaziele, wo will E.ON hin? Die Ziele stehen. Der E.ON-Vorstand hat sie erst im Sommer 2017 verabschiedet und damit den Beschäftigten aufgetragen, den absoluten CO2-Fußabdruck des Konzerns bis 2030 um 30 Prozent zu senken, und zwar gegenüber dem Niveau des Jahres 2016. Die CO2-Emissionen pro verkaufter Kilowattstunde Strom sollen im selben Zeitraum sogar um 50 Prozent zurückgehen. 

Klare Ziele. Nur: Wie weit man ihnen zuletzt nähergekommen ist, da tappt der Konzern selbst im Dunkeln. Eine „aussagekräftige Entwicklung, ob unsere Maßnahmen greifen“, können man noch nicht vorlegen, heißt es im zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht des Konzerns, den E.ON in seinem zeitgleich zum Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichten Geschäftsbericht 2018 integriert hat. Als Grund werden „im direkten Jahresvergleich schwankende Einflüsse“ genannt. Eine Trendbeurteilung werde man erstmals nach Abschluss des Geschäftsjahres 2019 vorlegen, danach im Dreijahresrhythmus.

Über den Bericht

E.ON veröffentlicht seit 2004 jährliche Nachhaltigkeitsberichte. Seit 2005 orientieren sie sich an den Leitlinien der Global Reporting Initiative. Der E.ON Nachhaltigkeitsbericht 2018 ist der erste, der nur auf Englisch verfügbar ist. Daneben veröffentlicht der Konzern einen gesonderten zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht in deutscher Sprache. Mit ihm kommt er der Berichtspflicht im Sinne des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes nach. Der nichtfinanzielle Bericht ist Bestandteil des Geschäftsberichts 2018 der E.ON.

Quelle: UmweltDialog
 

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