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17.06.2019

Reporting

Audi wird komplett „grün“ – in sechs bis dreißig Jahren

Auch Audi macht‘s jetzt mit Strom: Das Ingolstädter Unternehmen will bis 2025 über 30 E-Autos auf den Markt bringen, darunter 20 rein elektrische. Nicht nur das: Die Traditionsmarke mit den vier Ringen will den Lebenszyklus ihrer Fahrzeuge sukzessive komplett CO2-neutral gestalten.

Audi wird komplett „grün“ – in sechs bis dreißig Jahren
Audi Brussels: Luftaufnahme des CO2-neutralen Standorts

Das hat die Tochter des Volkswagen-Konzerns im Mai auf ihrer jährlichen Hauptversammlung in Neckarsulm bekannt gegeben. Mit ihrer Elektro-Offensive streben die Oberbayern sogleich die Führung im Wettbewerb um CO2-neutrale Premium-Mobilität an: „Wir wollen die stärksten Kundenerlebnisse in unserer Industrie schaffen und Audi an die Spitze des Wandels im Premiumsegment führen“, so Bram Schot, Vorstandsvorsitzender der Audi AG.

Nur wenig Watt in aktueller Modelloffensive

Schot steht unter Druck: Sowohl Ergebnis als auch Umsatzrendite lagen im Auftaktquartal 2019 spürbar unter den Vorjahreswerten. Auch die Anzahl der an Kunden ausgelieferten Fahrzeuge war zuletzt rückläufig. Gleichzeitig steht das aktuelle Geschäftsjahr ganz im Zeichen der breitesten Modelloffensive der Audi-Geschichte. Markteinführungen von mehr als 20 Modellen stehen dieses Jahr an, darunter sieben neue SUV-Varianten sowie die schon mit Strom betriebene Geländelimousine e-tron Sportback.

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Geht es nach dem Audi-Management, sollte die aktuelle Modelloffensive eine der Letzten mit deutlichem Schwerpunkt auf Verbrennern herkömmlichen Typs sein. „Im Jahr 2025 werden bereits 40 Prozent unserer Autos mit Plug-in-Hybrid oder rein elektrisch angetrieben sein“, sagt Peter Kössler, Audi-Vorstand Produktion und Logistik. Ab 2020 sollen mindestens sieben Audi-Modelle als Plug-in-Hybride von den Bändern laufen; drei Jahre später soll es in jedem Marken-Kernsegment ab Kompaktklasse mindestens eines sein. 

Produktion: erstes Werk CO2-neutral

Nachlesen lässt sich das im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht des Konzerns, der zur Hauptversammlung vorgelegt wurde. Produktionsvorstand Kössler beschwört darin nicht nur die Verpflichtung der Konzernspitze zur Nachhaltigkeit („Der gesamte Vorstand der Audi AG steht hinter dem Ziel Nachhaltigkeit.“), sondern kündigt an, die Umweltbelastung je gefertigtem Fahrzeug bis zum Jahr 2025 weiter senken zu wollen: „Gemessen am Basisjahr 2010 sollen es 35 Prozent werden.“ Zum Ende vergangenen Jahres wurden laut Kössler davon schon 23,7 Prozent erreicht.

Wie alle Automobilkonzerne muss auch Audi seine CO2-Emissionen senken. Die Produktion zu „ergrünen“, erweist sich da als immer wichtigere Stellschraube. Audi will deswegen bis 2030 alle Werke CO2-neutral stellen. Im Werk Brüssel, wo die Boliden der Marke e-tron zusammengebaut werden, hat das schon geklappt. Der Konzern ist damit nach eigenen Angaben der erste Großserien-Hersteller, der das im Premium-Segment geschafft hat. Sämtliche Prozesse innerhalb des belgischen Werks werden den Angaben zufolge entweder durch Erneuerbare abgedeckt (rund 95 Prozent) oder kompensiert.

 A3 Sportback e-tron, erster Plug-in-Hybrid von Audi.
A3 Sportback e-tron, erster Plug-in-Hybrid von Audi.

Unternehmensweit CO2-Neutralität angestrebt: „spätestens 2050“

Mit der unternehmensweiten Dekarbonisierungsstrategie will Audi zudem den CO2-Fußabdruck seiner Fahrzeug-Flotte weiter senken. Bis zum Jahr 2025 soll ein Minus von 30 Prozent gegenüber dem Jahr 2015 stehen. Außerdem will der Konzern künftig den Einfluss von Fahrzeugprojekten auf den durchschnittlichen CO2-Ausstoß als Unternehmenskennzahl in die Kapitalrendite einrechnen. Das soll der nachhaltigen Unternehmenssteuerung dienen. Unternehmensweite CO2-Neutralität streben die Oberbayern ebenfalls an – „spätestens 2050“, wie es aus dem Konzern verlautet.

Weniger Zeit räumt sich die Marke mit den vier Ringen bei den meisten weiteren Nachhaltigkeitszielen ein, von denen sie Dutzende verfolgt. Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht – ein Zwischenbericht, bevor im kommenden Jahr die ausführliche Version erscheint – führt über 70 Ziele auf, zugeordnet zu den vier Kernthemen „Wirtschaften und Integrität“, „Produkte und Services“, „Mitarbeiter und Gesellschaft“ sowie „Wertschöpfung und Produktion“. Versehen sind die Ziele überwiegend mit konkreten Fristen, die teils durchaus ehrgeizig sind.

Öko- und Finanzziele für die nächsten Jahre

Das gilt zum Beispiel für die 21 Prozent Kapitalrendite, die Audi (allerdings ohne feste Zeitvorgabe) anstrebt und die mehr als eine Verdopplung der zuletzt erzielten zehn Prozent bedeutet. Das gilt ebenso für das Vorhaben, sämtliche Werke in den kommenden sechs Jahren auf CO2-Neutralität zu trimmen oder die Absicht, Nachhaltigkeit stärker in der Rohstoffversorgung zu beachten. So soll bis 2020 ein Kreislaufwirtschaftskonzept für die Lieferkette entwickelt werden, mit Fokus auf Aluminium und Hochvolt-Batterien, und analysiert werden, welche der wichtigsten Audi-Lieferanten wie viel CO2 ausstoßen und wie sich das mindern lässt. 

Umsonst ist das alles nicht zu haben. Die angekündigte „grüne“ Modell-Offensive oder die angestrebte CO2-Neutralität der Standorte kosten zunächst einmal viel Geld – für Forschungs- und Entwicklungsleistungen, für Neu- und Umbauten, für neue Anlagen. Der Konzern will dazu bis Ende des Jahres 2023 rund 40 Milliarden Euro investieren. Vorstandsvorsitzender Schot sagt, entscheidend sei, dass Audi ein „durch und durch kundenorientiertes Unternehmen“ werde. Top-Themen für den Konzern seien deshalb „umfassende Vernetzung, ein überzeugendes digitales Ökosystem und hochautomatisiertes Fahren.“ 14 Milliarden Euro vom gesamten Investitionspakets hat Schot dafür immerhin abgezwackt. 

Quelle: UmweltDialog
 

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