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18.12.2018

Reporting

P&G will ökologischen Fußabdruck verkleinern

Gilette, Pampers, Ariel: Der amerikanische Markenartikel-Riese Procter & Gamble will seine Produkte künftig nur noch in recycelbaren oder wiederverwendbaren Verpackungen verkaufen. Die Forscher des Konzerns haben dazu neue Methoden entwickelt – und selbst für Plastikmüll aus dem Meer eine Verwendung gefunden.

P&G will ökologischen Fußabdruck verkleinern

Teile des Plastikmülls verarbeitet P&G seit Ende 2017 in den Verpackungen seiner Sonderedition seiner Shampoo-Marke „Head & Shoulders“ . Laut Konzernangaben handelt es sich dabei um die „erste recycelbare Shampoo-Flasche mit Strandplastik“, sprich: mit Kunststoffen, die an den Küsten angeschwemmt und fürs Recycling aufgesammelt wurden. Je Flasche konnten die P&G-Produktdesigner so immerhin 20 Prozent Plastik einsparen, nach Gebrauch lässt sich die Flasche sogar erneut recyceln.

Neue Ideen fürs Kunststoffrecycling

Selbstverständlich ist das nicht. Denn auch wenn recyceltes Plastik seit Ende der 1980er Jahre bei Verpackungen zum Einsatz kommt, ließ sich lange nicht jeder Kunststoff wiederverwenden. Die Verwendung von recyceltem Polypropylen (PP) etwa war bislang nur eingeschränkt möglich. Einfach, weil es keine Technologie gab, mit der Verunreinigungen, Farbe oder Gerüche aus dem recyceltem PP entfernt werden konnten. 

Das hat sich geändert. P&G-Wissenschaftler konnten solche Verunreinigungen jetzt eliminieren. Und der Konzern verspricht sich viel davon: „Diese Technologie“, sagt Kathy Fish, Chief Technology Officer bei P&G, habe nämlich das „Potenzial, das Kunststoffrecycling von Grund auf zu ändern“. Es eröffne die Chance, „recycelte Kunststoffe zu verwerten, die in zahlreichen Anwendungsbereichen nahezu identische Eigenschaften wie Neumaterialien aufweisen“. Millionen Tonnen sauber recycelten Polypropylens warteten damit auf ihre Erschließung. 

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Saubere Abfallbilanz dank Recycling

Gut wäre das auch für P&G. Denn der Konsumgüterhersteller will seine Abfallbilanz weiter verbessern. An etlichen Stellen konnten die Amerikaner schon vorlegen: Dem Anfang November veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht des Konzerns zufolge sind heute zum Beispiel schon 86 Prozent seiner Produktverpackungen wiederverwertbar, das sind nur wenige Punkte unter dem für 2020 angestrebten 90 Prozent-Ziel. Bis dahin sollen zudem alle Papierverpackungen aus recycelten oder zertifizierten Frischholzfasern hergestellt werden. Zuletzt erreichte P&G hier 98 Prozent.

Unterm Strich zahlen diese Maßnahmen auf ein größeres Ziel ein. Denn P&G will ab 2020 weltweit keine Produktionsabfälle mehr auf Deponien entsorgen. In Deutschland mit seiner gut eingespielten Entsorgungswirtschaft ist das keine Herausforderung. Andernorts muss der Konzern erst mit Partnern vor Ort intakte Kreislaufsysteme erarbeiten. Den Angaben zufolge hat das bis dato in über 70 Prozent der Konzernstandorte geklappt, auch in Ländern wie Indien oder China. Ausgezahlt hat sich das nicht nur für die Umwelt: P&G konnte durch die Vermeidung von Deponieabfällen eigenen Angaben zufolge seit 2007 über 1,9 Milliarden US-Dollar einsparen.

Licht und Schatten beim Klimaschutz

Nicht ganz so glänzend ist die Nachhaltigkeitsbilanz des Konsumgüterherstellers beim Klimaschutz. P&G konnte zwar den Energieverbrauch an seinen Standorten deutlich reduzieren: Seit 2010 ist er um 22 Prozent gesunken, das sind zwei Punkte mehr als geplant. Außerdem bringt P&G seine Produkte heute deutlicher effizienter zum Kunden als noch zu Anfang der Dekade: Die Transportkilometer pro Produktionseinheit gingen um ein Viertel zurück, geplant waren auch hier ursprünglich 20 Prozent.

Deutlich hinter den eigenen Zielen zurückgeblieben ist das Unternehmen dagegen bei der Reduzierung seiner absoluten Treibhausgasemissionen. Denn eigentlich sollten die bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent gekappt werden. Bislang wurde indes nur ein Minus von 16 Prozent erreicht. Ein Grund dürfte die schleppende Umstellung der Anlagen des Konzerns auf erneuerbare Energien sein. Derzeit stammt lediglich ein Zehntel der benötigten Energie aus solchen Quellen. Angestrebt waren bis 2020 aber 30 Prozent. Unklar bleibt, wie P&G diese Lücke binnen der nächsten zwei Jahre schließen will.

Guter Unternehmensbürger

Als global tätiger Konzern mit eigenen Angaben zufolge knapp fünf Milliarden Kunden weltweit liegt den Amerikaner nicht nur an einer guten Klimabilanz. Die Unternehmensspitze hat sich auch mehrfach zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung bekannt. Ausdruck findet dieses Streben unter anderem im Children’s Safe Drinking Water-Programm (CSDW). Der Konzern setzt sich darin seit 13 Jahren dafür ein, ländliche Gemeinden in Notsituationen schnell mit sauberem Wasser versorgen zu können, gemeinsam mit mehr als 150 internationalen Partnern.

Bis dato wurden so den Angaben zufolge zwölf Milliarden Liter sauberes Wasser bereitgestellt. 15 Milliarden Liter sollen es bis 2020 werden. P&G bringt sich in dieses Vorhaben auch mit einer von seinen Forschern entwickelten Technologie ein, mit der die Leistung einer Wasseraufbereitungsanlage quasi in einem Vier-Gramm-Päckchen gebündelt werden kann. Ein Päckchen „Purifier of Water“ reicht demnach aus, um zehn Liter Wasser in 30 Minuten aufzubereiten. Als Hilfsmittel braucht es lediglich einen Eimer, einen Löffel und ein Tuch.

Über den Bericht

P&G berichtet in sogenannten „Citizenship Reports“ über sein Engagement für soziale und ökologische Belange. Der jüngst veröffentlichte Bericht deckt den Zeitraum Juli 2017 bis Juni 2018 ab und folgt den Vorgaben der Global Reporting Initiative gemäß deren Mindeststandard „General Disclosures 2016“. Neben der englischsprachigen. Originalfassung mit einem Umfang von rund 160 Seiten hat der Konzern auch eine deutsche Zusammenfassung vorgelegt, die sich über etwas mehr als 20 Seiten erstreckt.

Quelle: UmweltDialog
 

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