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16.10.2018

Reporting

Klimaschutz: McDonald’s macht’s wissenschaftlich

Viele gute Gründe für McDonald’s? Feinschmecker mögen abwinken. Umweltbewusste sollten aufhorchen. Denn der Systemgastronom macht ernst mit mehr Nachhaltigkeit, auch in seiner Lieferkette. Beim Klimaschutz verpflichtet sich McDonald’s jetzt sogar wissenschaftlich fundierten Zielen – als einer von derzeit relativ wenigen Weltkonzernen.

Klimaschutz: McDonald’s macht’s wissenschaftlich

Das lässt sich dem neuen Nachhaltigkeitsbericht von McDonald’s Deutschland entnehmen, der seit Anfang August vorliegt. Demnach will der Konzern seine CO2-Emissionen bis 2030 weltweit um rund ein Drittel reduzieren: In den Restaurants und Büros um insgesamt 36 Prozent, in der Lieferkette um 31 Prozent pro Tonne Produkt, und das jeweils gegenüber dem Niveau des Jahres 2015. Das wären weltweit in der Summe immerhin 150 Millionen Tonnen CO2 und entspräche etwa der Menge Klimagase, die 32 Millionen Autos binnen eines Jahres ausstoßen.

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Science Based Target Initative erkennt Ziele an

Laut Nachhaltigkeitsbericht hat McDonald’s diese Klimaziele der Science Based Target Initative vorgelegt. Die wird unter anderem von der Umweltstiftung WWF getragen und wirbt bei Unternehmen dafür, sich wissenschaftsbasierte Reduktionsziele zu setzen. Sie sollen im Einklang mit den Ergebnissen des Paris-Abkommens stehen und helfen, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu beschränken.

Unternehmen können anschließend ihre jeweilige Klimaperformance bei der Initiative prüfen lassen. Stehen sie in Einklang mit dem Paris-Abkommen, werden sie von ihr als wissenschaftlich fundiert anerkannt. McDonald’s ist das eigenen Angaben zufolge als erster Restaurantkonzern überhaupt gelungen. Auch branchenübergreifend zählt der Systemgastronom damit zu den Vorreitern: Zurzeit führt die Initiative lediglich 141 Unternehmen auf, die ihre Klimaziele auf ein wissenschaftlich anerkanntes Fundament gestellt haben.

Energieverbrauch: minus 14 Prozent seit 2011

Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht zeigt daneben, dass McDonald’s Deutschland beim Klima- und Ressourcenschutz schon Fortschritte erzielen konnte. So verbrauchten die deutschen McDonald’s-Restaurants 2017 im Vergleich zu 2011 insgesamt 14 Prozent weniger Energie. Seit 2014 nutzen außerdem fast alle deutschen Restaurants ausschließlich Ökostrom. Etliche Filialen wurden im vergangenen Jahr zudem modernisiert und zum Beispiel mit effizienteren Klimaanlagen oder LED-Beleuchtungen ausgestattet.

Auch über den Klimaschutz hinaus hat sich McDonald’s mit seiner globalen Nachhaltigkeitsstrategie „Scale for Good“ klare Ziele gesetzt. So sollen bis 2025 weltweit alle Verpackungen zu 100 Prozent aus recycelten, erneuerbaren oder zertifizierten Materialien bestehen und Verkaufsverpackungen zu 100 Prozent recycelt werden. In Deutschland besteht der Großteil der Produktverpackungen laut Bericht schon heute aus Papier, nach Möglichkeit aus recyceltem. Das noch verwendete Frischfaserpapier stammt Unternehmensangaben zufolge seit drei Jahren komplett aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

McDonald's Restaurant

Rinder und Hühner sollen’s besser haben

Bis 2020 will der Fast-Food-Riese außerdem den Grundstein für eine nachhaltigere Rindfleischerzeugung legen. Hierzulande hat der Konzern schon 2010 sein sogenanntes „Best-Beef-Programm“ ins Leben gerufen. Das setzt unter anderem auf Laufstallhaltung, Weidegang und mehr Hygiene im Stall und soll künftig auch für eine verbesserte Tiergesundheit bei möglichst geringem Arzneimitteleinsatz sorgen. Landwirte, die an dem Programm teilnehmen, erhalten eine Prämie. Sie liegt bei bis zu neun Cent mehr pro Kilogramm Fleisch. Derzeit nehmen rund 3.400 Landwirte an dem Programm teil. Sie stellten 2017 rund sechs Prozent des in deutschen Filialen verarbeiteten Rindfleisches.

Auch die für Chicken McNuggets oder McChicken verarbeiteten Hühner sollen künftig besser gehalten werden. Ab 2020 will McDonald’s Deutschland nur noch Hähnchenfleisch aus Betrieben einkaufen, die ihre Ställe mit genügend Sitzstangen oder -plattformen sowie Einstreuballen für die Tiere ausstatten. Schon Anfang dieses Jahres hat der Burgerbräter damit begonnen, nur noch Fleisch von Hähnchen zu verarbeiten, die nicht mit Reserveantibiotika behandelt wurden. Anfang 2019 soll diese Umstellung abgeschlossen sein.

Das "Best-Beef-Programm" soll für glücklichere Rinder und gesünderes Fleisch sorgen.
Das "Best-Beef-Programm" soll für glücklichere Rinder und gesünderes Fleisch sorgen.

Kaum noch künstliche Zusatzstoffe

Künstliches lässt McDonald’s inzwischen auch bei vielen Rezepturen weg. Im Nachhaltigkeitsbericht heißt es, dass man schon heute „bis auf wenige Ausnahmen“ auf künstliche Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe verzichtet. An Verbesserungen arbeite man ständig: So sollen Chicken McNuggets ab Ende 2018 ohne Phosphate in der Panade serviert werden. Seit diesem Sommer nutzt der Konzern zudem nur noch Freilandeier für seine Mayo oder andere Dressings und Saucen. Die Eier für das Frühstücksangebot stammen laut McDonald’s bereits seit vielen Jahren ausschließlich aus Freilandhaltung.

Beim Bezug weiterer Rohwaren setzt der Konzern seit Langem auf etablierte Nachhaltigkeitssiegel: Fischprodukte werden vom Marine Stewardship Council MSC zertifiziert, Meeresfrüchte vom Aquaculture Stewardship Council, das für umweltgerechtere Aquakulturen bürgt. Kaffee, der in den Filialen über die Tresen geht, wird von der Rainforest Alliance als nachhaltig zertifiziert. Seit Juli 2017 stammt auch entkoffeinierter McDonald’s-Kaffee nur von solchen nachhaltig wirtschaftenden Farmen. Die Zertifizierungsquote für alle diese Waren liegt laut Bericht heute bereits bei 100 Prozent.

Über den Bericht

McDonald’s Deutschland hat seinen „Nachhaltigkeitsbericht 2017 kompakt" Anfang August 2018 veröffentlicht. Er dokumentiert die wichtigsten ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen des vergangenen Geschäftsjahrs und ergänzt den ausführlicheren Nachhaltigkeitsbericht, den der Konzern im Zweijahresrhythmus veröffentlicht. Der vorliegende Bericht wurde nach Unternehmensangaben in Übereinstimmung mit den Standards der Global Reporting Initiative erstellt, die wesentlichen Berichtskennzahlen hat die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft.

Quelle: UmweltDialog
 

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