Ökobetriebe schaffen mehr als eine gesunde Umwelt
Anlässlich der Grünen Woche steht in diesen Tagen vermehrt die Frage im Raum: welche gesellschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft heute und in Zukunft zukommt. Handelt es sich um einen marginalen Wirtschaftszweig? Das Forschungsprojekt "Regionaler Wohlstand neu betrachtet" der TU Berlin und des DIW Berlin beschäftigt sich genau mit solchen Fragen und untersucht, welche positiven Effekte das Wirken der Biobranche in der Region Berlin- Brandenburg hat.
21.01.2005
Besonders im ländlichen Raum erfüllen die Betriebe außerdem häufig soziale Funktionen. Dabei ist als allererstes zu nennen, dass sie Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen - ein sehr wesentlicher Punkt in Gebieten, die von Abwanderung bedroht sind. In Brandenburg kann von über 3.400 Arbeitsplätzen im Ökolandbau ausgegangen werden. Darüber hinaus werden Dorffeste und kulturelle Veranstaltungen organisiert, die örtlichen Vereine unterstützt, Räume für Treffen zur Verfügung gestellt - Aktivitäten, die dafür sorgen, dass das Leben auf dem Land lebenswert bleibt. Solche Betriebe können außerdem Kristallisationspunkt für weitere wirtschaftliche Aktivitäten sein.
Nicht zuletzt sind Biobetriebe natürlich auch sehr aktiv, was ökologische Belange angeht. Über die Richtlinien hinaus ist betrieblicher Umweltschutz für die meisten selbstverständlich; die landwirtschaftlichen Betriebe erbringen außerdem vielfältige Beiträge zur Erhaltung von Artenvielfalt und einer ästhetischen Landschaft.
Vorläufiges Fazit der Untersuchung, die im sozial-ökologischen Programm des BMBF gefördert wird, ist, dass von einer derartigen Branche umfangreicherer gesellschaftlicher Nutzen ausgeht, als es auf den ersten Blick erscheint. Hier genauer hinzugucken und entsprechende Leistungen zu unterstützen könnte Aufgabe einer Politik sein, die sich für nachhaltige Regionalentwicklung und multifunktionale Landwirtschaft einsetzen möchte.
Quelle: UD
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