Wohin mit all dem Elektroschrott?
Elektronik ist überall. Funktelefone, Kühlschränke oder LCDs - kaum eine technische Innovation kommt heute noch ohne sie aus. Ab dem kommenden Jahr müssen Hersteller ihre elektronischen Altgeräte zurücknehmen und teilweise wieder verwerten. Und ab 2006 dürfen elektronische Geräte kein Blei mehr enthalten.
03.09.2004
Bei der Entsorgung von Altgeräten heißt der klassische Lösungsweg: Schreddern, Kupfer und Edelmetalle zurückzugewinnen sowie Kunststoffe energetisch zu verwerten, also meist zu verbrennen. Wirtschaftlich sinnvoller kann es sein, ganze Bauteile in neuen Produkten wieder zu verwenden, schon um den Ersatzteilbedarf zu decken. Die Forscher des IZM haben daher gemeinsam mit Kollegen der TU Berlin eine computergesteuerte Reparatur- und Demontagelinie entwickelt. Einsatz finden kann diese Anlage beispielsweise in der Autoelektronik: Automobile rollen durchschnittlich 12 Jahre über die Strassen; die zugehörigen Ersatzteile werden im Laufe der Zeit jedoch oft nicht mehr hergestellt.
Daher dienen Schrottautos als Lieferanten der begehrten Komponenten. Um deren Qualität sicherzustellen, werden Datenschreiber und Ausfallindikatoren verwendet, die in das entsprechende Gerät integriert werden. Sie reagieren auf alle ungewöhnlichen Ereignisse wie drastische Beschleunigungen bei Unfällen, gefährlich überhöhte Temperaturen oder Drücke. Die im elektronischen Gedächtnis gespeicherten Daten verraten dem Kundigen später alle "Krisen" im Lebenslauf des Bauteils.
Erfahrungen rund um dieses Thema diskutieren Mitarbeiter führender Unternehmen auf der internationalen Fachtagung "Electronics goes Green 2004". Dort sprechen sie auch über Strategien zum ökologisch und ökonomisch sinnvollen Umgang mit Elektronikschrott. Die weltweit größte Tagung zum Umweltschutz in der Elektronik findet vom 6. bis 8. September in Berlin statt.
Quelle: UD
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