Englische Energiefirmen bespitzeln Umweltaktivisten
Um über geplante Aktionen von Umweltaktivisten informiert zu sein, haben die Energieriesen Scottish Resources Group und Scottish Power, aber auch die deutsche E.ON, Personen zielgerichtet bespitzeln lassen. Wie der Guardian unter Berufung auf interne Dokumente schreibt, haben die Konzerne hierzu die Sicherheitsfirma Vericola beauftragt. Auch das Privatleben der Umweltaktivisten wurde beleuchtet. Vericola-Chefin Rebecca Todd soll Hinweise über Aktionen geliefert haben.
21.02.2011
Brisant ist die Herangehensweise der Unternehmerin. Dem Bericht nach soll Todd in privaten E-Mails geschnüffelt haben, um an die Informationen zu gelangen. Dass die Recherchen groß angelegt waren, zeigt sich daran, dass ein Spitzel eingeschleust wurde. Das Aufscheinen der Unterlagen in der Öffentlichkeit ist äußerst kurios. Denn ein britischer Polizeivertreter hatte bemängelt, die Zahl der Unternehmensspitzel in den Gruppen sei höher als die der verdeckten Ermittler. Dies sei problematisch, da sich die privaten Spitzel somit jeder Kontrolle entzögen.
E.ON macht aus den Nachforschungen keinen Hehl. Das Unternehmen hat bestätigt, Vericola und die Sicherheitsfirma Global Open auf Ad-hoc-Grundlage beauftragt zu haben. So wollte das Management ermitteln, wann die Umweltschützer Aktionen in der Nähe von Kraftwerken und anderen Einrichtungen der Firma planten. Einem E.ON-Sprecher nach soll Vericola dabei um öffentlich erhältliche Infos gebeten worden sein. Das Sammeln privater Daten hätten die Sicherheitsfirmen selbst zu verantworten. Schließlich sei dies nicht der Auftrag gewesen.
Quelle: UD / pte
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