Fahrgemeinschaften für Güter
Dank Internet: Verschiedene Unternehmen können ihre Transporte zusammen auf die Reise schicken. Einzige Voraussetzung: Die Firmen müssen in derselben Region ansässig sein. So lassen sich Kosten sparen, die Umwelt schonen und der CO2-Ausstoß verringern.
12.08.2009
"Bisher gibt es selbst für Einzeltransporte kaum Übersichten, welche Möglichkeiten es beim kombinierten Straße-Schiene Verkehr gibt. Gezielte Vorschläge für gemeinsame Transporte werden von üblichen Systemen nicht gemacht", sagt Agnes Eiband, Projektleiterin Güterverkehr am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Prien. "Die Firmen müssen selbst herausfinden, wo der nächste Umschlag-Terminal ist (sowohl zu Hause als auch beim Kunden ), wie die Verbindungen sind und was der Zugtransport kostet. Außerdem müssen sie die Anlieferung und Abholung der Waren selbst organisieren." Vielen Unternehmern ist das zu kompliziert. Deshalb schicken sie ihre Fracht wie gewohnt per LKW zu den Kunden. Der zweite Grund, der für LKW-Transporte spricht: Die Unternehmen haben oft nicht genug Waren, um einen Zug auszulasten.
Experten aus dem IML, Projektzentrum Prien, haben mit Kollegen des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik IPA in Stuttgart ein neues Web-basiertes Tool entwickelt: Intermodal4all. Ein Prototyp ermittelt für Unternehmen in einer Region per Mausklick, welche Möglichkeiten es für den gemeinsamen und kostengünstigen Transport ihrer Waren gibt. Das System macht Vorschläge, mit welcher Firma man seine Transporte zusammenlegen kann und zeigt die Ströme in einer Karte. Der Bahnkonfigurator berechnet die verschiedenen Varianten für Schiene und Straße. Ein weiteres Modul bewertet die ermittelten Möglichkeiten und optimiert die Transportanfragen. "Unternehmen einer Region können damit entweder bereits vorhandene Zugverbindungen nutzen oder gemeinsam einen Zug gründen, der beispielsweise wöchentlich eine längere Strecke übernimmt", erläutert die Expertin.
"Serviceorientierte Software-Architekturen und Web-Services sorgen dafür, dass die Kunden Intermodal4all per Internet europaweit aktiv nutzen können. Der modulare Aufbau sorgt dafür, dass sich andere Transportoptimierungssysteme integrieren und somit weiterhin nutzen lassen." Das macht die Softwarelösung auch für Speditionen oder Großkunden interessant, die ihre Transporte optimieren wollen.
Quelle: UD / fo
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