Wirtschaft & Strategie

Übergangsmineralien: Menschenrechtsverstöße bei Bergbaukonzernen im Fokus

Der Transition Minerals Tracker 2026 des Business and Human Rights Resource Centre dokumentiert anhaltende Menschenrechts- und Umweltverstöße bei Konzernen wie Glencore, Rio Tinto und Vale, deren Rohstoffe für die globale Energiewende zentral sind. Erfasst werden unter anderem Entlassungsfälle, Armutslöhne und Gewalt gegen Beschäftigte vor Ort.

27.10.2026

Übergangsmineralien: Menschenrechtsverstöße bei Bergbaukonzernen im Fokus

Der wachsende globale Bedarf an Übergangsmineralien für Batterien, Windkraftanlagen und Stromnetze bringt eine wachsende Zahl dokumentierter Menschenrechtsverstöße mit sich. Der Transition Minerals Tracker 2026 des Business and Human Rights Resource Centre (BHRC) fasst diese Fälle systematisch zusammen und benennt konkrete Unternehmen entlang der globalen Rohstofflieferketten.

Im Zentrum der Analyse stehen internationale Bergbaukonzerne wie First Quantum Minerals, Glencore, Grupo México, Rio Tinto und Vale sowie chinesische und indonesische Unternehmen wie China Nonferrous Metal Mining, Zijin Mining und PT Mining Industry Indonesia. Die dokumentierten Vorwürfe reichen laut Tracker von Entlassungen und Armutslöhnen über Todesfälle bis hin zu Gewalt und dem Verstoß gegen den Schutz vor willkürlicher Verhaftung, Inhaftierung oder Vertreibung – ein Kategoriensystem, das die Bandbreite der mit Übergangsmineralien verbundenen Menschenrechtsrisiken systematisch erfasst.

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Die Brisanz des Themas liegt in seiner strukturellen Doppelrolle: Dieselben Rohstoffe, die für die globale Energiewende unverzichtbar sind – Kupfer, Lithium, Kobalt, Nickel und andere –, stammen häufig aus Regionen mit schwacher Regierungsführung und hohem Konfliktrisiko. Für Unternehmen, die diese Rohstoffe für Batterien, Elektromotoren oder Netzinfrastruktur beziehen, entsteht damit ein Spannungsfeld zwischen Klimazielen und menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht, das sich nicht allein durch Zertifizierungssiegel auflösen lässt. Verschärft wird dieses Spannungsfeld durch die geopolitische Konzentration der Förderung: Ein Großteil der kritischen Rohstoffe für die Energiewende wird in wenigen Ländern gefördert oder weiterverarbeitet, was Abnehmerunternehmen zusätzlich abhängig von einzelnen Lieferländern macht und ihre Verhandlungsposition bei der Durchsetzung höherer Sozial- und Umweltstandards schwächt.

Für Einkaufsabteilungen und Nachhaltigkeitsverantwortliche in Branchen mit hohem Bedarf an Übergangsmineralien – von der Automobilindustrie bis zu Herstellern von Windkraftanlagen – liefert der Tracker eine konkrete Grundlage, um Lieferantenrisiken über reine Klimabilanzen hinaus zu bewerten. Angesichts der schärferen Sorgfaltspflichten unter der EU-Richtlinie CSDDD, die explizit auch Menschenrechtsrisiken in vorgelagerten Lieferketten adressiert, dürfte der Abgleich mit derartigen unabhängigen Datenbanken für betroffene Unternehmen zunehmend zum Standardinstrument im Risikomanagement werden.

Quelle: UD

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