Wirtschaft & Strategie

RE100-Unternehmen erreichen 59 Prozent Ökostrom-Anteil – Wachstum verlangsamt sich

Die RE100-Initiative der Climate Group meldet einen kollektiven Erneuerbare-Energien-Anteil von 59 Prozent unter ihren Mitgliedsunternehmen, ein Anstieg gegenüber 53 Prozent im Jahr 2024. Mehr als 70 Mitglieder decken bereits über 90 Prozent ihres Stromverbrauchs mit erneuerbaren Energien, trotz spürbarer Engpässe in den USA und Teilen Asiens.

26.10.2026

RE100-Unternehmen erreichen 59 Prozent Ökostrom-Anteil – Wachstum verlangsamt sich

Zehn Jahre nachdem HP Inc. als eines der ersten Unternehmen versprach, bis 2025 seinen gesamten globalen Strombedarf mit erneuerbaren Energien zu decken, zieht die RE100-Initiative eine gemischte Zwischenbilanz. Laut einer aktuellen Trellis-Analyse
decken die Mitgliedsunternehmen der Initiative der Climate Group inzwischen kollektiv durchschnittlich 59 Prozent ihres Strombedarfs mit erneuerbaren Energien ab – ein Anstieg gegenüber 53 Prozent im Jahr 2024.

Mehr als 70 Mitglieder erreichen bereits eine Quote von mindestens 90 Prozent erneuerbarem Strom, ein bemerkenswerter Fortschritt angesichts der Tatsache, dass die Mitgliedschaft in der Initiative seit 2020 um 60 Prozent gewachsen ist, insbesondere in Asien. Gleichzeitig zeigt der Bericht deutliche regionale Bremsspuren: In den USA und in Südkorea stoßen viele Mitgliedsunternehmen auf Lieferengpässe, die laut Trellis maßgeblich auf politischen Gegenwind zurückzuführen sind, während Marktbarrieren in weiteren Teilen Asiens den Zugang zu Grünstromverträgen zusätzlich erschweren.

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Der Befund passt zu einem breiteren Muster, das sich derzeit in der Unternehmenspraxis abzeichnet: Nachhaltigkeitsverantwortliche verlagern ihren Fokus zunehmend von Zielsetzung und Kommunikation hin zu operativer Umsetzung und Infrastrukturfragen. Drei Kräfte treiben diesen Wandel laut Trellis maßgeblich: künstliche Intelligenz mit ihrem wachsenden Energiebedarf, allgemein steigende Stromnachfrage sowie neue Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft. Gerade der KI-getriebene Strombedarf von Rechenzentren stellt viele RE100-Mitglieder vor ein Dilemma: Der Zubau neuer Rechenkapazität erfolgt oft schneller, als sich entsprechende Grünstromverträge beschaffen lassen, sodass Unternehmen zunehmend gezwungen sind, ihre 100-Prozent-Ziele zeitlich zu strecken oder auf Übergangslösungen mit fossilen Anteilen auszuweichen.

Für Unternehmen, die RE100-Mitglied sind oder eine Mitgliedschaft erwägen, liefert der Bericht ein realistisches Bild der aktuellen Marktlage: Fortschritt ist möglich, aber zunehmend von regionalen regulatorischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen abhängig, nicht mehr allein vom unternehmerischen Willen. Wer in Märkten mit begrenztem Zugang zu Grünstromverträgen operiert, muss seine Erneuerbare-Energien-Strategie entsprechend differenzieren, statt auf ein global einheitliches Beschaffungsmodell zu setzen.

Quelle: UD

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