Deloitte zahlt 21,5 Millionen Dollar im Anti-DEI-Verfahren des US-Justizministeriums
Deloitte hat sich mit dem US-Justizministerium auf eine Zahlung von 21,5 Millionen US-Dollar geeinigt. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, bei Einstellungen, Beförderungen und Personaleinsatz nach Rasse und Geschlecht diskriminiert zu haben – unter dem Deckmantel von Diversitätsprogrammen. Der Fall markiert die bisher größte Einzelzahlung in der Anti-DEI-Offensive der Trump-Regierung und wirft Fragen für die gesamte ESG-Branche auf.
14.09.2026
Die Einigung ist Teil der „Civil Rights Fraud Initiative“ des US-Justizministeriums, die im vergangenen Jahr gestartet wurde, um die Nutzung von DEI-Richtlinien (Diversity, Equity and Inclusion) durch Bundesauftragnehmer über den „False Claims Act“ zu verfolgen. Der „False Claims Act“ verpflichtet Bundesauftragnehmer, die Einhaltung der Bürgerrechtsgesetze zu zertifizieren. Das Justizministerium argumentiert, Deloitte habe gegen diese Verpflichtung verstoßen, indem es Rasse und Geschlecht bei Personalentscheidungen berücksichtigt habe, um interne demografische Ziele zu erreichen.
Laut den Vorwürfen erhielten Geschäftsbereiche innerhalb von Deloitte monatliche Zusammenfassungen, in denen der Fortschritt bei demografischen Zielen in den Ampelfarben Grün, Gelb und Rot hervorgehoben wurde. Partner, Principals und Managing Directors (PPMDs) seien teilweise danach bewertet worden, wie stark sie zur Erreichung von Zielen nach Rasse und Geschlecht beigetragen hätten. Geschäftsbereichen seien für die jährliche Zusammensetzung ihrer PPMD-Klassen rassen- und geschlechtsbezogene Zielwerte vorgegeben worden. Zudem habe Deloitte bei der Besetzung von Bundesverträgen demografische Ziele verfolgt und bestimmte Schulungen, Mentoring-Programme und Karrieremöglichkeiten auf Basis von Rasse oder Geschlecht beschränkt.
„Regierungsauftragnehmer dürfen Mitarbeiter nicht aufgrund von Rasse oder Geschlecht belohnen oder benachteiligen – und die Praxis als DEI zu bezeichnen, macht sie nicht rechtmäßig“, sagte US-Justizminister Todd Blanche. „Das Justizministerium wird aggressiv Auftragnehmer verfolgen, die Steuergelder zur Finanzierung rechtswidriger Diskriminierung verwendet haben.“ Sein Stellvertreter Stanley E. Woodward Jr. bezeichnete die Einigung als „ein weiteres Beispiel für das Engagement dieses Ministeriums, verfassungswidrige Praktiken aus amerikanischen Arbeitsplätzen zu beseitigen“.
Die Anti-DEI-Kampagne hat sich seit der Wahl von Präsident Trump erheblich beschleunigt. Unmittelbar nach Amtsantritt unterzeichnete er eine Executive Order, die DEI-Bevorzugung in der Bundesbeschaffung untersagte und Auftragnehmer verpflichtete zu bestätigen, dass sie „keine illegale Diskriminierung betreiben, einschließlich illegaler DEI“. In den vergangenen Monaten hat das Justizministerium eine 30-Millionen-Dollar-Einigung mit PayPal in einem vergleichbaren Fall erzielt. Die Gleichstellungsbehörde EEOC leitete Ermittlungen gegen Nike ein, basierend auf Vorwürfen, das Unternehmen habe weiße Mitarbeiter über seine DEI-Programme diskriminiert. Zudem verklagte die EEOC die New York Times wegen angeblicher Diskriminierung eines weißen männlichen Mitarbeiters, der bei einer Beförderung aufgrund der DEI-Richtlinien übergangen worden sei.
Für die internationale ESG-Branche ist der Fall ein Signal mit Tragweite. Diversitätsprogramme mit konkreten demografischen Zielquoten werden von der aktuellen US-Regierung systematisch als potenzielle Diskriminierung eingestuft und über den „False Claims Act“ – ein Instrument mit erheblichen finanziellen Sanktionsmöglichkeiten – verfolgt. Die Entwicklung trifft insbesondere die Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die als Bundesauftragnehmer mit Milliardenverträgen besonders exponiert sind. Ob Deloitte die Vorwürfe einräumt oder lediglich zur Vermeidung eines kostspieligeren Verfahrens zahlt, geht aus der Einigung nicht hervor.
Quelle: UD
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