Autoteile aus Kokosnuss-Schalen
Auf der Suche nach billigen Bestandteilen für Autos sind Wissenschaftler der texanischen Baylor University auf Produkte aus Kokosnüssen gestoßen. Damit könnten in Zukunft Bewohner ärmerer Regionen einen wesentlichen Anteil an der Autoherstellung leisten und bisher synthetische Polyesterteile durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden. Den Forschern der Universität ist es gelungen, eine kostengünstige Technologie zur Weiterverarbeitung von Kokosnüssen zu entwickeln.
09.01.2009
"Da Kokospalmen, die ursprünglich von den Inseln im Pazifik kommen, in vielen tropischen Regionen in großer Zahl wachsen, wäre ein solcher Einsatz sinnvoll. Zudem ist der Rohstoff sehr billig", meint Studienleiter Walter Bradley. Insgesamt gibt es nach Schätzungen von Experten etwa elf Mio. Kokosnuss-Bauern. Sie erwirtschaften jährlich pro Kopf etwa 500 Dollar. Würde diese Technologie Fuß fassen, könnte der Verkaufspreis pro Nuss auf 0,3 Dollar steigen, was wiederum einen substanziellen Effekt auf die Lebensqualität der Bauern haben würde. "Ein Hauptinteresse wäre es, einen existenzfähigen Markt für die armen Kokos-Bauern zu schaffen", meint der Wissenschaftler. Ein Ziel sei es daher, die Nachfrage nach den Nüssen zu steigern und dadurch den Marktwert zu heben."
Geht es lediglich um die Materialeigenschaften, schneidet das Naturprodukt mindestens gleich gut, wenn nicht sogar besser ab, kommen die Forscher zum Schluss. "Die Kokosfasern sind um einiges günstiger als andere vergleichbare Fasern. Außerdem ist die Verwendung umweltfreundlich, da die Schalen sonst vielfach als Abfall weggeworfen werden." Als weiterer Vorteil zeigte sich der Umstand, dass Kokosfasern nicht gut brennen und zudem keine giftigen Dämpfe an die Umwelt abgeben. "Auch das ist für die Anwendung in Fahrzeugen besonders wichtig", so der Forscher abschließend.
Quelle: pte
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