Smarte urbane Wassersysteme
Überfüllte Megastädte ohne ausreichende Wasserver- und Abwasserentsorgung, häufige Hochwasser oder extreme Trockenheit - Probleme, bei denen ein neues urbanes Infrastrukturkonzept helfen kann. Es hat ein flexibles, Wasser sparendes Vakuumkanalnetz.
23.10.2007
"DEUS ist ein integriertes Modell, das den Rohstoff Wasser vom Wasserhahn bis zur Kläranlage betrachtet", so Prof. Trösch. "Neu am Ansatz ist, dass wir Regenwasser getrennt vom Schmutzwasser sammeln und nicht ungenutzt über die Abwasserkanalisation ableiten. Wir bereiten es über eine moderne Membrananlage auf." Die Poren der Membran sind kleiner als Bakterien und Viren. So werden die Erreger abgetrennt. Heraus kommt keimfreies Pflegewasser, das den Anforderungen der Trinkwasser-Verordnung entspricht. Dieses sehr weiche Wasser fließt durch ein separates Versorgungsnetz zurück in die Haushalte, die es etwa zum Duschen oder auch in der Wasch- und Geschirrspülmaschine nutzen. Die Bewohner sparen dadurch Trinkwasser und somit Geld. Das Abwasser aus den Haushalten wird über eine Vakuumkanalisation gesammelt.
Besonderer Vorteil: Die Anlage saugt auch zerkleinerte Küchenabfälle ab, eine Biotonne entfällt. Das Abwasser gelangt in einen hermetisch dichten biologischen Hochleistungsreaktor. Dort sind Rotationsscheibenfilter - poröse, keramische Mikro-Membranen - im Einsatz. Sie filtern alles aus dem Abwasser, was größer ist als 0,2 Mikrometer - auch Bakterien bleiben hier hängen und zersetzen die organischen Abfälle. Das gewonnene Biogas lässt sich nutzen, um Strom und Wärme zu produzieren. Auch Stickstoff und Phosphor werden aus dem Abwasser gewonnen und zu hochwertigem Dünger verarbeitet. Übrig bleibt dann noch das gereinigte Abwasser. Es entspricht den Qualitätsanforderungen der Europäischen Richtlinie an Badegewässer und kann versickert oder in ein Gewässer eingeleitet werden.
Die Pilotanwender in Knittlingen und Neurott schätzen die ökonomischen
und ökologischen Vorteile. Argumente, die auch international zählen:
Projekte in Namibia, China und Rumänien sind in Planung.
Quelle: UD
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