"Wackelsensor" schafft Arbeitsplätze
Batterien in Alltagsgegenständen wie Fahrradrücklichtern, PC-Mäusen oder Hörgeräten halten um ein Vielfaches länger, wenn sie mit einem winzigen Vibrationssensor ausgerüstet sind. Ein solcher "Mikro- Vibrationsschalter" ist am Forschungszentrum Karlsruhe entwickelt worden. Um das große wirtschaftliche Potenzial der Schalter auszuschöpfen, haben die beteiligten Wissenschaftler nun eine Firma gegründet.
02.11.2006
"Die Gründung von Sensolute ist ein tolles Beispiel dafür, wie Forschungsergebnisse in ein marktfähiges Produkt überführt werden können", sagt Jens-Thomas Kobberstad, kaufmännischer Geschäftsführer der Sensolute GmbH. "Wir und unser Gesellschafter, das Forschungszentrum Karlsruhe, zeigen, dass neue Wege des Technologietransfers auch in Deutschland möglich sind und nicht nur in den USA."
Auf die große Nachfrage nach den Mikroschaltern verweist Dr. Jens Fahrenberg, Leiter der Stabsabteilung Marketing, Patente und Lizenzen des Forschungszentrums, der die Gründungsphase begleitet und betreut hat: "Es liegen bereits Anfragen für mehrere Millionen Stück vor". "Dieser Weg der Ausgründung", so Jens Fahrenberg, "kann als Vorbild für eine erheblich vereinfachte Ausgründung aus Instituten der Helmholtz-Gemeinschaft dienen."
In dem am Institut für Prozessdatenverarbeitung und Elektronik des Forschungszentrums Karlsruhe entwickelten Mikro-Vibrationsschalter steckt eine winzige metallische Kugel, die bei Erschütterungen zwischen den Kontakten hin- und herrollt und den Stromkreis schließt. Bei Stillstand wird die Batterie dagegen geschont. "Manche meinen, dass es sich hierbei um nichts anderes als einen gezielten Wackelkontakt handelt, aber Ingenieure hören so etwas nicht gerne. Im Wesentlichen handelt es sich um einen Mikrosensor, der gezielt auf Veränderungen des Bewegungszustandes reagiert", erläutert Prof. Hartmut Gemmeke das kleine Energiesparwunder. Der Mikroschalter ist eine technologisch ausgereifte und kostengünstig herzustellende Alternative zu vergleichbaren Schaltern auf Quecksilberbasis, die seit Juli 2006 aus Umweltschutzgründen europaweit verboten sind. Einen ersten großen Markt für den "Wackelsensor" sieht Hartmut Gemmeke in batteriebetriebenen Fahrradleuchten. Weitere mögliche Anwendungen sind mobile Navigationsgeräte, schnurlose PC-Mäuse, Headsets und Spielwaren, aber auch Hörhilfen und Haushaltsgeräte wie automatisch abschaltende Bügeleisen.
Quelle: UD
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