Großer Sprung in der Quantenphysik
Die Wissenschaft dringt immer weiter in die Welt der Atome und Moleküle vor. Dabei stößt sie auch öfter an Grenzen. Um dynamische Abläufe auf der Ebene von mikrophysikalischen Objekten zu verfolgen und darzustellen, mussten Forscher bislang auf theoretische Formeln und aufwändige Computersimulationen zurückgreifen. Damit lassen sich solche Prozesse jedoch nur annähernd beschreiben und kaum vorhersagen. Eine neue Messmethode verhilft der Quantenphysik nun zu einem revolutionären Durchbruch - mit weit reichenden Folgen für andere Forschungs- und Anwendungsbereiche.
20.10.2006
Das Reaktionsmikroskop - Eine milliardenfache Verbesserung
Physiker schießen mit Ionen, Elektronen oder Laserstrahlen auf Atome und Moleküle, um Einblicke in die Dynamik, Kräfteverhältnisse und Wechselwirkungen atomarer Reaktionen zu erhalten. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse sind konkret von Nutzen, etwa bei der Behandlung von Krebs. Durch die Bestrahlung von Tumoren sollen Moleküle im Krebsgewebe zerstört werden. Doch wie verhalten sich die Bruchstücke nach dem Crash, schädigen sie letztlich vielleicht sogar gesundes Gewebe? Die bisherigen Methoden zur Beobachtung solcher Vorgänge im Mikrokosmos der Quantenteilchen waren weder präzise noch effizient. So lassen sich durch Detektoren, die um den Ort des Zusammenpralls platziert sind, nicht alle der in unterschiedlichste Richtungen fliegenden Teilchen und hierbei vor allem die extrem schnellen Elektronen erfassen. Das Reaktionsmikroskop ist dagegen so konstruiert, dass sämtliche bei einer Quantenreaktion beteiligten Teilchen von Detektoren registriert werden. Angesichts der hier beschriebenen Dimensionen eine milliardenfache Verbesserung. Der Clou bei dieser neuen Messtechnik: Die Ionen und Elektronen werden direkt nach dem Crash mit magnetischen und elektrischen Feldern eingefangen und auf Detektoren gelenkt. Diese registrieren Einschlagort und -zeitpunkt der Teilchen. Anhand der gemessenen Flugdauer und Restenergie lässt sich die ursprüngliche Flugbahn und Geschwindigkeit aller Bruchstücke nach der Kollision berechnen. Mit diesen Ergebnissen über Emissionsrichtung und -stärke der Teilchen direkt nach der Reaktion können die Forscher nun den gesamten Stoßvorgang der Quanten detailliert rekonstruieren. Die Fähigkeit, atomare Reaktionen und chemische Bindungen genau zu beobachten, lässt die Vision zu, diese Vorgänge auch gezielt steuern zu können. Joachim Ullrich: „Wir sind nun in der Lage, ein Molekülbild im Laserfeld zu sehen, zu verstehen und in der Zukunft vielleicht auch zu beeinflussen.“
Quelle: UD
Redaktioneller Hinweis zur Transparenz: In unserer redaktionellen Arbeit nutzen wir KI-gestützte Werkzeuge – unter anderem für Recherche, Texterstellung, Lektorat, SEO-Optimierung, Zusammenfassungen, Übersetzungen und Social-Media-Beiträge. Die redaktionelle Verantwortung für alle Inhalte liegt bei UmweltDialog. Bei eingereichten Gastbeiträgen kann KI ebenfalls zum Einsatz gekommen sein.