Datenbank hilft südamerikanischen Fischern
Um den katastrophalen Auswirkungen des El-Nino in Südamerika entgegenzuwirken, arbeiten Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung an einem Informationssystem, das über marine Ressourcen Auskunft gibt. Daraus ergeben sich Handlungsvorschläge für Politiker und Fischereigenossenschaften. So sollen die meist katastrophalen Auswirkungen des periodisch auftretenden El Nino-Phänomens auf Fischerei und Wirtschaft gemildert werden. Das vom Alfred-Wegener-Institut koordinierte Projekt CENSOR wird von der Europäischen Union gefördert.
20.12.2005
El Nino ist weltweit die stärkste, immer wiederkehrende natürliche Klimaschwankung, die zwischen einer Warmphase und einer Kaltphase wechselt. Wie wichtig Informationen über eine El-Nino-Periode sind, erläutert der Forscher anhand eines Beispiels: Wenn sich das Wasser vor der Küste erwärmt, bewegen sich die für die lokale Fischerei so wichtigen Fische zunächst in tieferes Wasser, dann weiter gegen Süden. Während des El-Ninos kommen aber umgekehrt Garnelen der Art Xiphopenaeus riveti vor die Küste. "Für die Fischer bedeutet dies, dass sie sich auf diese Art der Meerestiere einstellen müssen", so der Wissenschaftler, sonst drohe der Zusammenbruch des Nahrungsnetzes. "Frühzeitige Falschwarnungen des El-Nino haben umgekehrt allerdings auch fatale Wirkungen", berichtet Laudien. So bestellten die Bauern ihre Felder falsch und ein Großteil der Kaffeeernte fiel aus. Die El-Nino-Periode, die von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren lang dauern kann, beeinflusst die Wettersituation im gesamten Pazifikraum. Das Hochdruckgebiet vor der südamerikanischen Küste ändert sich in ein Tief und bringt Regen in die sonst trockenen Wüstengebiete. Die Passatwinde werden schwächer, der im Westpazifik angestaute Wasserberg schwappt zurück, die Strömungssysteme kehren sich um, und warme Wassermassen erreichen die südamerikanische Küste.
Derzeit beforschen die Wissenschaftler die beiden Küstenregionen der Staaten Chile und Peru. "In Zukunft soll auch Ecuador dazu kommen", so Laudien. Dazu fehle es zurzeit allerdings an finanziellen Mitteln, so der Wissenschaftler abschließend.
Quelle: UD
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