Ökologisch nicht aufs Glatteis geführt: Infrarot-Sensor optimiert Streusalzmenge
1,8 Millionen Tonnen Salz werden durchschnittlich jedes Jahr auf deutschen Straßen verteilt, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Ein Infrarot-Sensor soll daür sorgen, dass die Umwelt nicht zu sehr belastet wird.
09.01.2003
Sensor ermittelt Straßenzustand
Die Menge Streusalz, die pro Quadratmeter eingesetzt werden müsse, um die notwendige Wirkung zu erreichen, sei von der Fahrbahnfeuchtigkeit und -temperatur sowie dem gegebenenfalls noch vorhandenen Restsalz abhängig, so Ulrich Hartmann, der beim Landesbetrieb Straßen.NRW den Geschäftsbereich Betrieb und Verkehr leitet. Die Temperatur werde bereits heute mit Hilfe eines Infrarotthermometers berührungslos gemessen. Diese Entwicklung, die im wesentlichen beim Landesbetrieb Straßen.NRW (Münster) erfolgt sei, mache Einsparungen von bis zu 30 Prozent möglich. Doch die weiteren Faktoren hätten bisher nur geschätzt und eben nicht automatisch in den Streuprozess einbezogen werden können. Eine genauere und damit umweltverträglichere und sichere Dosierung sei nicht immer möglich gewesen. Hier schaffe der innovative Sensor der beiden Projektpartner eine zusätzliche Optimierung: Er ermittele die Feuchtigkeit und die Restsalzmenge der Straße mit Hilfe von Infrarotmessungen berührungslos und kontinuierlich und stimme somit die ausgebrachte Salzmenge mit den Bedingungen vor Ort optimal ab. "Hiermit kommt man der Zielsetzung näher: So wenig Streusalz wie möglich und so viel wie nötig", erklärte Hartmann.
Praxistests stellen Sensor auf die Probe
Um zu gewährleisten, dass das sogenannte "Infrarotspektrometer" nach der theoretischen Entwicklung auch den Einsatz in der Praxis ohne Probleme überstehe, sind umfangreiche Tests mit Prototypen in zwei verschiedenen, für Deutschland charakteristischen Klimabereichen (Münster- und Sauerland) eingeplant. Der Landesbetrieb Straßen.NRW ist im Projekt beratend tätig und führt die Testfahrten durch. "Nach Abschluss dieser Praxisphase werden im Frühjahr 2003 die Ergebnisse ausgewertet und das Gerät optimiert", sagte Brickwedde. Fest eingebunden in das Projekt sind auch die beiden europäischen Marktführer von Streufahrzeugen, die Küpper-Weißer GmbH und Nido. Ihre beratende Tätigkeit gewährleiste die Anpassung an bestehende Technik der Fahrzeuge und somit die schnelle Umsetzung der Forschungsergebnisse.
Steuerzahler wird entlastet
Die Vermeidung von Unfällen und Verkehrsstaus durch das Ausbringen von Streusalz stelle neben der erhöhten Sicherheit für Verkehrsteilnehmer in den Wintermonaten einen nicht zu unterschätzenden volkswirtschaftlichen Vorteil dar. Aber auch für den Landesbetrieb Straßen.NRW ergeben sich wirtschaftliche Vorteile: Jede Tonne Salz, die eingespart werden kann, entlaste das Budget und damit den Steuerzahler um 65 Euro. Zuviel ausgebrachtes Salz beeinträchtige die Artenvielfalt vor allem an den Fahrbahnrändern und in der unmittelbaren Straßenumgebung und mindere die Stoffwechselaktivität der Bodenfauna und -flora, so Brickwedde. Salzgeschädigte Bäume trieben erst später im Frühjahr aus, ihre Blätter seien oft kleiner und gekräuselt. Neben diesen ökologischen seien auch die weiteren ökonomischen Aspekte nicht zu vernachlässigen: Untersuchungen hätten ergeben, dass etwa die Hälfte der Rostschäden an Karosserien und Brücken auf den Einsatz von Streusalz zurückzuführen seien.
Quelle: DBU
Redaktioneller Hinweis zur Transparenz: In unserer redaktionellen Arbeit nutzen wir KI-gestützte Werkzeuge – unter anderem für Recherche, Texterstellung, Lektorat, SEO-Optimierung, Zusammenfassungen, Übersetzungen und Social-Media-Beiträge. Die redaktionelle Verantwortung für alle Inhalte liegt bei UmweltDialog. Bei eingereichten Gastbeiträgen kann KI ebenfalls zum Einsatz gekommen sein.