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Speicher, Sonne, Spitzenlast: Markus Baumann über aurivolts Rundum-Konzept für Unternehmensstandorte

Wer die Energieversorgung eines Unternehmensstandorts neu ordnen will, landet meistens in einem kleinen Behördendschungel aus Zuständigkeiten. Einer plant die Photovoltaikanlage, der Nächste liefert den Speicher, ein Dritter kümmert sich um die Ladesäulen für die Firmenflotte, und für die Vermarktung des überschüssigen Stroms braucht es dann noch einen vierten Ansprechpartner. Jede Schnittstelle zwischen den Gewerken kostet Zeit, Geld und meistens auch Geduld.

29.10.2026

Speicher, Sonne, Spitzenlast: Markus Baumann über aurivolts Rundum-Konzept für Unternehmensstandorte

aurivolt geht diesen Umweg nicht mit und denkt den Standort stattdessen als ein zusammenhängendes System. „Ein Standort. Ein System. Ein Partner" – mit diesem Satz bringt Gründer und Geschäftsführer Markus Baumann auf den Punkt, was das Unternehmen unter dem Namen Business Energy aktuell an Firmenstandorten aufbaut. Ganz neu ist Baumann in der Energiebranche dabei nicht: Bevor er 2023 aurivolt gründete, hatte er sich bereits Jahre zuvor mit Pachtmodellen für Solaranlagen im Mittelstand beschäftigt. Diese Erfahrung merkt man dem Business-Energy-Konzept an: Es wirkt weniger wie ein hastig zusammengestelltes Produktbündel und mehr wie das Ergebnis der Erkenntnis, dass einzelne Bausteine allein selten das volle Potenzial ausschöpfen.

Im Zentrum steht dabei nicht die Photovoltaikanlage, wie man vielleicht vermuten würde, sondern der Batteriespeicher. Er ist so etwas wie der Dirigent der ganzen Anlage: Er kappt die teuren Lastspitzen im Betrieb, macht den Solarstrom vom eigenen Dach auch abends noch nutzbar, fängt die Ladespitzen der E-Fahrzeuge ab und handelt in der übrigen Zeit vollautomatisiert an der Strombörse.

Eine Lastspitze, die das ganze Jahr bestimmt

Wie teuer eine einzelne Spitze im Lastprofil werden kann, wissen die wenigsten Unternehmen im Detail. Der Mechanismus dahinter ist unspektakulär, aber wirkungsvoll: Netzbetreiber berechnen den sogenannten Leistungspreis anhand des höchsten gemessenen 15-Minuten-Werts im Jahr. Ein einziger Ausreißer nach oben, etwa wenn mehrere Maschinen gleichzeitig anlaufen, schreibt sich damit für die kommenden zwölf Monate in die Stromrechnung ein, unabhängig davon, wie unauffällig der restliche Verbrauch war. Ein Speicher, der genau in diesem Moment einspringt und die Spitze aus der Batterie deckt, senkt diesen Wert dauerhaft, ohne dass im Betrieb irgendetwas umgestellt werden müsste.

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Vom Kostensenker zum Kraftwerk

„Der Speicher ist bei uns nie nur ein Kostensenker, er ist immer auch ein Kraftwerk", erklärt Baumann. „Und je mehr Bausteine an einem Standort zusammenkommen, etwa Photovoltaik, Laden und Vermarktung, desto mehr holt das System aus jedem einzelnen heraus. Das ist dieselbe Schwarm-Logik, mit der wir unsere eigene Speicherflotte betreiben, nur eben auf einen einzelnen Standort angewendet."

Was damit gemeint ist, zeigt sich vor allem in den Stunden, in denen gerade keine Lastspitze droht. Denn Spitzenkappung allein beschäftigt einen Speicher nur an vergleichsweise wenigen Stunden im Jahr. In der übrigen Zeit bleibt die Batterie nicht untätig, sondern handelt automatisiert an der Strombörse EPEX Spot: geladen wird, wenn Strom günstig ist, eingespeist, wenn er teuer ist. Dieses Prinzip der Preisarbitrage nutzt dieselbe Handelslogik, mit der aurivolt nach eigenen Angaben auch die eigene dezentrale Speicherflotte im Day-Ahead- und Intraday-Handel steuert.

Betreiber statt Berater


Ein Punkt, den Baumann im Gespräch mehrfach betont, betrifft weniger die Technik als die Rolle, die aurivolt dabei einnimmt. Viele Anbieter am Markt planen Anlagen und übergeben sie anschließend an den Kunden oder an einen Direktvermarkter. aurivolt bleibt nach eigener Darstellung als Betreiber im Boot: Das Unternehmen plant, baut und betreibt die Anlagen selbst, inklusive der eigenen Speicherflotte, die mit eigenem Kapital am Strommarkt gehandelt wird. Was am Kundenstandort passieren soll, wird damit vorher im eigenen Betrieb erprobt, nicht nur kalkuliert.

Die Krux mit dem Netzanschluss

Für Unternehmen mit Elektrifizierungsplänen liegt der eigentliche Casus Knacksus ohnehin selten bei der Technik selbst. Wer seine Lkw- oder Pkw-Flotte auf Strom umstellen will, stößt fast zwangsläufig an die Grenzen des vorhandenen Netzanschlusses. Einzelne Ladepunkte für Nutzfahrzeuge ziehen je nach Ausführung zwischen 150 und 400 Kilowatt: Werte, die ein normaler Gewerbeanschluss schlicht nicht hergibt, sobald mehrere Fahrzeuge gleichzeitig laden. Ein neuer, stärkerer Netzanschluss beim Netzbetreiber ist dabei keine Sache von ein paar Wochen, sondern häufig von Jahren, denn freie Kapazitäten sind in vielen Regionen inzwischen ein knappes Gut.

Ein Speicher, der diese Ladespitzen abpuffert, macht den Ladepark am bestehenden Anschluss möglich, ohne dass man auf den Netzbetreiber warten muss. Für Unternehmen mit ambitionierten Flottenzielen ist das mehr als eine technische Randnotiz, es ist häufig die einzige Möglichkeit, überhaupt zeitnah loszulegen.

Für wen sich das überhaupt rechnet

Nicht jeder Standort profitiert gleichermaßen von einem solchen System. Als grobe Orientierung nennt aurivolt ein stark schwankendes Lastprofil oder Stromkosten im sechsstelligen Bereich pro Jahr, also Betriebe, bei denen einzelne Verbrauchsspitzen oder eine hohe Grundlast bereits spürbar auf der Stromrechnung stehen. Wer zusätzlich über eigene Dachflächen oder Elektrifizierungspläne für die Flotte verfügt, verbessert die Wirtschaftlichkeit weiter, weil sich mehrere Erlösquellen in einer einzigen Anlage bündeln lassen. Ob sich das im Einzelfall tatsächlich rechnet, lässt sich freilich nicht pauschal beantworten, sondern nur anhand der echten Verbrauchsdaten eines Standorts.

Einstieg leicht gemacht: der Standort-Check

Trotz dieses großen Systemgedankens bleibt der Einstieg bewusst klein gehalten. Am Anfang steht ein kostenloser Standort-Check, bei dem aurivolt Lastprofil, Dachflächen und Netzanschluss analysiert und konkret vorrechnet, was am jeweiligen Standort zu sparen und zu verdienen wäre. „Konkrete Zahlen statt Broschüre", so Baumann dazu. „Der Kunde startet mit dem Baustein, der heute den größten Hebel hat, und erweitert, wann er will." Wer also nicht sofort in die komplette Kombination aus Speicher, Solaranlage und Ladeinfrastruktur investieren möchte, kann trotzdem anfangen und das System später wachsen lassen, wenn sich der erste Baustein rechnet.

Ein Unternehmen aus Ostwestfalen mit großem Ziel

Dass hinter dem Konzept mehr steckt als eine reine Marketingidee, zeigt zumindest der Anspruch, mit dem aurivolt antritt: Das 2023 in Bad Oeynhausen gegründete Unternehmen versteht sich selbst als Familienunternehmen und ist Mitglied im Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES). Bis 2030 will man nach eigenen Angaben ein bundesweites Netzwerk von rund 20.000 dezentralen Speichern aufbauen. Business Energy für Unternehmensstandorte ist dabei nur eines von mehreren Standbeinen neben dem Direktinvestment in einzelne Speicher und der Verpachtung von Flächen für neue Anlagen.

Ob sich das für den eigenen Betrieb lohnt, hängt naturgemäß stark vom individuellen Lastprofil, den vorhandenen Dachflächen und der aktuellen Stromrechnung ab. Pauschale Aussagen sind hier wenig hilfreich. Genau deshalb ersetzt bei aurivolt eine Analyse mit echten Betriebsdaten die reine Werbebroschüre. Wer prüfen möchte, was der eigene Standort tatsächlich hergibt, findet den kostenlosen Standort-Check unter aurivolt.com/stromkosten-senken.

Quelle: UD/cp

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