USA beziffern CO2-Folgekosten höher als bisher
Das Energieministerium in den USA hat die gesellschaftlichen Folgekosten für den Austoß von Kohlendioxid nach oben korrigiert. Während noch bis vor kurzem Kosten in der Höhe von 22 Dollar pro ausgestoßener Tonne CO2 veranschlagt wurden, sind es jetzt 36 Dollar (27 Euro), wie die Washington Post berichtet. Das ist eine Steigerung um 63 Prozent. "Das Problem ist, die verursachten Kosten werden nicht den für den Ausstoß Verantwortlichen auferlegt, sondern es ist die Gesellschaft als Ganzes, die dafür aufkommt", kritisiert Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid.
18.06.2013
Bei der Quantifizierung der gesellschaftlichen Folgekosten handelt es sich nur um grobe Schätzwerte. Unzählige Studien haben bereits versucht, adäquate Schätzungen abzugeben. Diese belaufen sich auf bis zu 200 Euro pro Tonne, doch eine exakte Zahl kann man naturgemäß nicht ausmachen. Aufmerksam auf die Änderung des Indikators ist die Washington Post in einer Verordnung zur verbesserten Energieeffizienz von Mikrowellen geworden. In der Regierung ist man der Ansicht, dass es sich bei den 36 Dollar um eine angemessene Zahl handelt. "In der Tat nutzen andere Regierungen, internationale Institutionen und große Unternehmen ähnliche Schätzungen", heißt es aus dem Weißen Haus.
Keine Anreize für Industrie
Die damit verbundenen direkten Auswirkungen auf Unternehmen in den USA sind dennoch gering. "Solange der CO2-Austoß nichts kostet, hat die Industrie auch keine Anreize, diesen einzudämmen", sagt Smid. Er bemägelt zudem den aus seiner Sicht nicht funktionierenden Emissionshandel in Europa sowie das vermeintliche Ungleichgewicht zwischen den tatsächlich verursachten Umweltschäden einerseits und den dafür veranschlagten gesellschaftlichen Kosten andererseits. Allein in den USA wurden im Jahr 2011 rund 6,7 Mrd. Tonnen CO2 ausgestoßen.
Quelle: UD / pte
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