Preise auf Emissionsmarkt kollabieren
Die Europäische Kommission hat offiziell die Emissionszahlen von 21 der 25 EU-Mitgliedsländer für das letzte Jahr bekannt gegeben. Demnach sind den am europäischen Emissionshandel (EU ETS) beteiligten Firmen für 2005 rund 44 Millionen Zertifikate mehr zugeteilt worden, als sie tatsächlich benötigt haben. Ein Preissturz von 50% war die Folge. Branchenexperten sehen mittelfristig den Preis jedoch wieder bei 40 Euro, so der Europressedienst in Bonn.
17.05.2006
Auch auf der wichtigsten Branchenmesse Carbon Expo, die in der vergangenen Woche in Köln stattfand, war der starke Preisrückgang eines der beherrschenden Themen. Rund 1700 Besucher waren zu der dreitägigen, von Weltbank und IETA (International Emissions Trading Association) organisierten Veranstaltung in die Messehallen nach Köln-Deutz gekommen, um sich über die neuesten Entwicklungen im europäischen Emissionshandelsmarkt zu informieren.
Messeteilnehmer diskutieren über Gründe für Preissturz
Der kontinuierliche Preisanstieg seit dem Start des Handelssystems ist darauf zurückzuführen, dass die Nachfrage nach CO2-Zertifikaten bisher wesentlich höher war als das Angebot. Nachdem allerdings die beteiligten Unternehmen in den letzten Wochen eine große Menge Zertifikate auf den Markt gebracht haben, sank der Preis. Als möglicher Grund für den Preisverfall wird eine Überallokation, also die übermäßige Zuteilung von CO2-Zertifikaten an die am EU ETS beteiligten Länder genannt. Doch Branchenexperten gingen im Rahmen der Carbon Expo auch von anderen Gründen für die aktuellen Entwicklungen aus. So betonte Andrew Ertel, Präsident des Makler- und Marktanalyseunternehmens Evolution Marktes, dass es einen ökonomischen Anreiz zur Übererfüllung der Reduktionsverpflichtungen in den Ländern gegeben habe. Das heißt, dass Firmen in einem großen Umfang CO2 bei ihren Anlagen eingespart haben. Die geringere Reduktion der klimaschädlichen Gase, so Ertel weiter, habe zu freien CO2-Zertifikaten geführt, die die Unternehmen dann am Markt hätten handeln können. „Der Markt reagiert auf diese Entwicklung mit einem Preissignal", resümierte Karan Capoor von der Weltbank. Für Andrew Ertel sind die gestiegene Zahl gehandelter Zertifikate und die starke Preisvolatilität demnach ein Zeichen für einen gesunden Markt. Die Entwicklungen würden weiterhin zeigen, dass Emissionsreduktionen und Investitionen sowohl in Erfüllungs- als auch in Entwicklungsländern stattgefunden hätten.
Quelle: UD
Redaktioneller Hinweis zur Transparenz: In unserer redaktionellen Arbeit nutzen wir KI-gestützte Werkzeuge – unter anderem für Recherche, Texterstellung, Lektorat, SEO-Optimierung, Zusammenfassungen, Übersetzungen und Social-Media-Beiträge. Die redaktionelle Verantwortung für alle Inhalte liegt bei UmweltDialog. Bei eingereichten Gastbeiträgen kann KI ebenfalls zum Einsatz gekommen sein.