Extrem kalter Winter 2005 führte zu massivem Ozonabbau über der Arktis
In diesem Winter kam es zu erheblichen Ozonverlusten über der Arktis. Möglicherweise werden sie die bisherigen Rekordwerte übertreffen. Diese Befürchtung bestätigen Messungen von Umweltphysikern der Universität Bremen.
11.04.2005
Nach der Aktivierung und bei Sonnenlicht ist nun ein katalytischer Ozonabbau möglich, wie er beispielsweise zum "Ozonloch" in der Antarktis führt. Zum Ende des Winters mit steigenden Temperaturen lösen sich diese Wolke wieder auf und das freigesetzte HNO3 ist mit an der Rückführung des aktiven Chlors in seine inaktive und "harmlose" Form beteiligt. Im Gegensatz zu der Antarktis treten diese extrem kalten Temperaturen über dem nordpolaren Gebiet jedoch weitaus seltener auf und der Ozonabbau ist "normalerweise" weniger stark ausgeprägt.
Ozonabbau auch über Mitteleuropa
Die Messergebnisse überraschten selbst Experten: Neben sehr hohen Konzentrationen von aktivem Chlor (Chlormonoxid) wurden im Vergleich zu früheren Jahren nur sehr geringe Werte von Salpetersäure gemessen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Normalisierung in diesem Jahr erst spät eintreten und sich der Ozonabbau bis weit in den Frühling hinein fortsetzen könnte. Doch diese Prozesse sind nicht nur auf die polaren Gebiete beschränkt: Am zweiten Märzwochenende schoben sich Teile der polaren Luftmasse über Mitteleuropa bis zur Mittelmeerküste. Erste Auswertungen der Messdaten zeigen, dass es in diesem Winter massive Ozonverluste geben kann, die die Verluste früherer kalter Winter durchaus übertreffen könnten. Die weitere Entwicklung wird jetzt von den Bremer Wissenschaftlern und ihren nationalen und internationalen Kollegen verfolgt.
Quelle: UD
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