Crutzen, Kranich & Caribic - aktuelles Klimaprojekt der Lufthansa
Er ist Vater eines Umweltprojektes mit dem exotischem Namen CARIBIC: Professor Paul Crutzen, 71, vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. Im Jahr 1995 erhielt der gebürtige Niederländer mit zwei amerikanischen Kollegen den Chemie-Nobelpreis für die Forschung über die Ursachen des Ozonlochs. Zur Zeit leitet der renommierte Klimaforscher mit aktiver Lufthansa Unterstützung ein weltweit einzigartiges Forschungsprojekt.
01.04.2005
"CARIBIC ist ein wirklich europäisches Projekt", sagt der Koordinator Dr. Carl Brenninkmeijer von der Abteilung für Atmosphärenchemie, "getragen vom gemeinsamen Bewusstsein für die Umwelt und dem Willen zur Zusammenarbeit." Und es leistet Pionierarbeit: "Für die Untersuchungen wird ein werksneuer Langstrecken-Airbus A340- 600 eigens von den Spezialisten der Lufthansa Technik umgebaut", erklärt Dr. Karlheinz Haag, Leiter der Abteilung Umweltkonzepte des Lufthansa Konzern. Die erstmalige Umrüstung des Flugzeugs für die Forschungsaufgabe dauert ganze 17 Tage oder - anders ausgedrückt - mehr als 1000 Ingenieurstunden.
Über einen Projektzeitraum von mindestens 10 Jahren werden über große Distanzen hinweg durchgängig riesige Datensätze aufgezeichnet. Beide Faktoren - vergleichsweise lange Zeiträume und Datendichte - sind für die Wissenschaft von besonderer Bedeutung. Mit einer Reichweite von rund 13.000 km ist der Lufthansa CARIBIC-Airbus nahezu ebenso global einsetzbar wie die Satellitenfernerkundung vom Weltraum aus - bloß kostengünstiger. Die Mess-Einrichtung ist komplett auf dem neusten Stand der Technik.
"Der Lufthansa Langstreckenjet ist heute besser ausgestattet als manches Forschungsflugzeug", freut sich Haag. Ein bis zweimal im Monat soll das fliegende, etwa 15 Passagiere schwere Lufthansa Labor "auf Langstrecke" gehen. "Durch die Verwendung einer Linienmaschine erhalten wir kontinuierlich Daten - auch aus Gebieten, in denen Forschungsflugzeuge sonst nur sporadisch messen", ergänzt Brenninkmeijer, "das ist besonders interessant, um die weltweite Verteilung von Gasen und Schadstoffen in der Atmosphäre dokumentieren zu können."
Der Laborcontainer im Frachtraum des Lufthansa Jets arbeitet den ganzen Reiseflug unabhängig und vollautomatisch. Von den Ergebnissen des CARIBIC Projektes versprechen sich die Wissenschaftler ein besseres Verständnis über die Bildung, Zusammensetzung und Verteilung von Aerosol-Partikeln, über den Transport von kontinentalen Verschmutzungsfahnen sowie über deren chemische Veränderungsprozesse.
"Man gewinnt mit CARIBIC grundlegende Erkenntnisse über die Prozesse in der Atmosphäre." fasst Dr. Andreas Waibel, Klimawissenschaftler auf Lufthansa Seite zusammen "Modelle zur Klimavorhersage lassen sich deutlich verbessern und die Diskussion um die Klimawirkung des Luftverkehrs versachlichen".
Neben Investitionen in eine moderne und umweltverträgliche Flotte spielt die Unterstützung von wissenschaftlichen Projekten - insbesondere zur Klimaforschung - eine herausragende Rolle. Genau zu wissen, welche Auswirkungen das Fliegen auf die Umwelt hat, ist bei Lufthansa Basis für eine effektive Vorsorgepolitik.
Quelle: UD
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