Klimabewusstes Fliegen: Atmosfair gleicht CO2 im Fluge aus
Fliegen belastet das Klima. Manch umweltbewusster Fluggast wäre sicher zu einem freiwilligen finanziellen Ausgleich seines CO2-Kontos bereit, wenn es denn einen praktikablen Weg dazu gäbe. Ihnen kann jetzt geholfen werden, denn ab jetzt gibt es "atmosfair", eine Initiative zum klimaneutralen Fliegen, die von der Umweltorganisation Germanwatch, dem Forum Anders Reisen und der Firma 500ppm gemeinsam mit dem BMU entwickelt wurde.
23.06.2004
Die Aktion steht unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Jürgen Trittin und Prof. Dr. Klaus Töpfer, dem Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. Beide stellten das Projekt jetzt in Berlin vor. Trittin kündigte an, er beabsichtige, in einem Forschungsvorhaben in der Pilotphase die Dienstflüge des Bundesumweltministeriums und seiner nachgeordneten Behörden nach atmosfair-Standards durch Förderung von Klimaschutzprojekten im Ausland auszugleichen. "Ich hoffe, dass wir Mitte nächsten Jahres alle fachlichen und haushaltsmäßigen Voraussetzungen geschaffen haben, um unsere Dienstflüge im Sinne von atmosfair klimaneutral zu gestalten."
Die Gelder von "atmosfair" fließen in Klimaschutzprojekte in Indien und Brasilien. So unterstützt "atmosfair" die Ausrüstung von 10 Großküchen in Indien mit solarthermischen Anlagen. Bisher beziehen diese Küchen ihre Energie aus der umwelt- und gesundheitsbelastenden Verbrennung von Dieselöl oder Holz. Dank "atmosfair" werden der Atmosphäre nach der Umrüstung auf Sonnenenergie pro Jahr etwa 570 Tonnen CO2 erspart.
Alle atmosfair-Projekte genügen höchsten Umwelt- und Sozialstandards und reduzieren Klimagase nur durch den Einsatz erneuerbarer Energien oder durch einen sparsameren Einsatz von Brennstoffen - zum Beispiel durch Wärmedämmung. Außerdem sind alle atmosfair-Projekte so genannte "CDM-Projekte". CDM ist ein Begriff aus dem Klimaschutz-Protokoll von Kyoto und steht für Clean Development Mechanism: Der im Rahmen dieses "Mechanismus für saubere Entwicklung" stattfindende Technologietransfer hilft den Industriestaaten, ihre Klimaverpflichtungen zu erfüllen, indem sie in Entwicklungsländern Investitionen zur Emissionsminderung tätigen. Gleichzeitig wird so in den Entwicklungsländern eine nachhaltige Entwicklung unterstützt, weil dadurch neue Technologien eingesetzt werden, die die Entwicklungsländer häufig selbst nicht finanzieren können.
Bundesumweltminister Jürgen Trittin: "Mit den CDM-Projekten nutzt atmosfair bereits heute den im Kyoto-Protokoll vereinbarten Rahmen. Damit wird sichergestellt, dass Emissionen weltweit auch tatsächlich reduziert werden." "atmosfair" wird die CDM-Zertifikate nach dem Kauf in das Nationale Emissionsregister in einem Stilllegungskonto eintragen lassen. Damit sind sie dem Markt dauerhaft entzogen.
Quelle: UD
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