Treibhausgas im Ozean versenken
Das Forschungsschiff "Polarstern" ist zu einer neuen Antarktis-Expedition aufgebrochen. Wissenschaftler aus neun Nationen sind an Bord um zu untersuchen, wie sich eine Düngung des Südozeans auf den Kohlenstoffaustausch zwischen Wasseroberfläche und Luft auswirkt. Kohlenstoff in der Form von Kohlendioxid spielt als Treibhausgas eine große Rolle bei der globalen Klimaerwärmung.
04.02.2004
"Zehn Wochen müssten genügen, um zu beobachten, was mit den Algen und dem von ihnen aufgenommenen Kohlenstoff weiter geschieht. Werden sie von Tieren gefressen, dann werden sie biologisch zersetzt und der größte Teil des Kohlenstoffs gelangt über Atmung und Ausscheidung wieder in die Luft", sagt Fahrtleiter Prof. Dr. Victor Smetacek vom AWI. "Wenn sie nach der Blüte absterben und nach unten sinken, dann ist auch der Kohlenstoff dauerhaft der Atmosphäre entzogen."
Das Experiment wird im offenen Ozean bei etwa 50 Grad südlicher Breite durchgeführt. Ein geeigneter stabiler Wasserwirbel wird zurzeit im AWI anhand von Satellitenaufnahmen der Ozeanoberfläche ausgesucht. "Polarstern" wird in der Mitte dieses etwa 100 Kilometer breiten Wirbels auf etwa 150 bis 200 Quadratkilometern Eisensulfatlösung ausbringen. Mit Hilfe eines Laser-Messsystems (LIDAR) werden Wissenschaftler vom Helikopter aus das großflächige Algenwachstum beobachten. Sie werden die Wechselwirkungen zwischen Algen, Bakterien und verschiedenen Tierchen im gedüngten Fleck verfolgen. Die Daten liefern auch wichtige Einblicke in die Lebenswelt des Planktons, das den Anfang der
Nahrungskette im Meer darstellt. Die Wege des Kohlenstoffs, der ein wichtiger Bestandteil des Lebens auf der Erde ist, werden am AWI in interdisziplinären Projektgruppen erforscht.
Quelle: UD
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