China vor großem Sprung nach vorn bei der Nutzung erneuerbarer Energien
China will einen wachsenden Teil seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen decken. Bis zum Jahr 2020 will das Land nicht weniger als zwölf Prozent seines Stroms aus Sonne, Wind und kleiner Wasserkraft beziehen. Vor allem den Ausbau der Windkraft will China in den nächsten Jahren erheblich vorantreiben. Deutsche Unternehmen werden mit ihrem Know-how durch langfristige Lizenzverträge mit chinesischen Firmen an diesem Zukunftsmarkt maßgeblich beteiligt sein.
12.11.2004
Mit dem ersten Vizeminister der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform (NDRC), Wang Chunzheng, erörterte Bundesumweltminister Jürgen Trittin aktuelle Fragen der Energiepolitik: Ölpreisentwicklung, Versorgungssicherheit, Klimawandel und Armutsbekämpfung. China wird zur Bewältigung dieser Herausforderungen verstärkt auf Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Diversifizierung des Energieangebotes setzen. NDRC-Vizeminister Wang unterstrich den Willen seines Landes, bis 2020 12 Prozent der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien bereitzustellen. Das entspricht 120.000 MW installierter Leistung - dem Fünffachen der in Deutschland heute installierten Kapazität und dem Zehnfachen dessen, was China heute an Atomkraft hat.
Beim Ausbau der Windkraft will China vor allem die riesigen Potentiale der Windenergie nutzen, wobei das Know-how deutscher Hersteller eine große Rolle spielen wird. Am Rande der Weltwindenergiekonferenz wurden Lizenzverträge zwischen deutschen und chinesischen Herstellern über den Bau von Windenergieanlagen unterzeichnet, die in den kommenden zehn Jahren betraechtliche Investitionen von insgesamt bis zu 600 Millionen Euro in China auslösen werden. Anknüpfend an die diesjährige „renewables“-Konferenz in Bonn kamen Trittin und Wang überein, dass China im kommenden Jahr eine Folgekonferenz ausrichten wird. Sie soll einen Prüfmechanismus zum weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien entwickeln, über den die Vereinten Nationen 2007 entscheiden werden.
Auch ihre Zusammenarbeit im Umweltschutz wollen beide Länder verstärken. Im Gespräch mit dem chinesischen Umweltminister Xie Zhenhua vereinbarte Bundesumweltminister Trittin die Durchführung eines weiteren deutsch-chinesischen Umweltforums. Es soll Ende 2005 in Qingdao stattfinden und sich mit Fragen der Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Energiepolitik befassen. Ferner sprachen sich China und Deutschland für eine Stärkung des UN-Weltprogramms UNEP und für dessen Ausbau zu einer Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEO) aus.
Quelle: UD
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