Falscher Umweltschutz beschert Hasenplage
Abschreckende Beispiele für Fehlplanung im Tierschutz liefert die Insel Macquarie, die im Südpolarmeer zwischen Australien und Antarktis liegt. Eine Hasenplage, die auf ökologische Maßnahmen zurückgeht, hat einen großen Teil der Pflanzenwelt der Insel zerstört. Ähnlich wie beim Dominoeffekt beeinträchtigen Eingriffe des Menschen in die Population einer Art die Nahrungskette und können zum Zusammenbruch eines Ökosystems führen. Das schließen Forscher in einer vom Australian Antarctic Division (AAD) durchgeführten Untersuchung der Insel.
21.01.2009
Was dann eintrat, hatten die Ökologen kaum vorhergesehen: Mit dem Tod der letzten Katze vor neun Jahren begannen die Hasen wieder, sich ungehemmt zu vermehren. Sie vernichten seither die Pflanzenwelt, was durch die Wirkung der Erosion auch die Landschaft und den Lebensraum der brütenden Vögel verändert. "Satellitenbilder zeigen, dass die Hasen etwa 40 Prozent des Inselgebietes beschädigt haben haben, die Hälfte davon in starkem Ausmaß", so AAD-Wissenschaftlerin Dana Bergstrom. Was seit 2000 auf der Insel geschehen sei, solle laut Bergstrom den Naturschützern weltweit als mahnendes Negativbeispiel dienen. Ökologische Eingriffe bräuchten stets eine sehr umfassende Planung und müssen sowohl Risiken indirekter Auswirkungen berücksichtigen als auch zu erwartende Folgekosten. Diese beziffert Bergstrom für die Macquarie-Insel mit 13 Mio. Euro.
Quelle: UD / pte
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