Insekten bringen 153 Mrd. Euro Nutzen
Ein französisch-deutsches Forscherteam hat erstmals den Wert von Bestäuberinsekten wie etwa Bienen für die Nahrungsmittelherstellung berechnet. Der Studie zufolge hat der ökonomische Nutzen durch diese Tiere im Jahre 2005 rund 153 Mrd. Euro betragen. "Die Summe entspricht knapp einem Zehntel des Gesamtwertes der Weltnahrungsmittelproduktion", meint Studienautor Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Die Studie über die ökonomische Verwundbarkeit der Weltagrarproduktion durch den Rückgang von Bestäubern ist im Fachmagazin Ecological Economics erschienen.
23.09.2008
Das Forscherteam hat den ökonomischen Wert der Bestäubung unter dem Aspekt der "Dienstleistung für den Menschen" bewertet. Demnach wären drei Kategorien agrarischer Produkte besonders betroffen: Früchte und Gemüse durch einen Verlust von jeweils 50 Mrd. Euro, sowie essbare Ölfrüchte mit 39 Mrd. Euro. Die Auswirkungen auf Genussmittel wie etwa Kaffee, Kakao sowie Nüsse und Gewürze waren von geringerer ökonomischer Relevanz. Die Wissenschaftler fanden auch heraus, dass der durchschnittliche Wert von Feldfrüchten, die von Bestäubern abhängig sind, mit 760 Euro pro Tonne höher war als von Feldfrüchten, die nicht bestäubt werden (150 Euro pro Tonne). Der Verwundbarkeitsindex wurde definiert als das Verhältnis des ökonomischen Wertes der Insektenbestäubung geteilt durch den Wert der gesamten Lebensmittelproduktion. Dieses Verhältnis variiert je nach Kategorie: 39 Prozent für Genussmittel, 31 Prozent für Nüsse und 23 Prozent für Früchte. Umso höher die Abhängigkeit von Bestäubern ist, desto höher ist der Preis pro Tonne.
Bei einem kompletten Rückgang der Insektenbestäuber würde sich die Weltagrarproduktion stark verändern. Besonders Importeure wie die EU wären davon betroffen. "Global betrachtet sind die Länder auf der Nordhemisphäre verwundbarer als die Länder im Süden", erklärt Settele. Ein Rückgang der Bestäuber-Insekten könnte also starke Konsequenzen für den Lebensmittelhandel zwischen Nord und Süd haben. "Die Ergebnisse betonen, dass der Komplettverlust an Insektenbestäubern wie vor allem der Honigbiene und vielen weiteren Bienenarten nicht zu einem Zusammenbrechen der Weltagrarproduktion führen würde, es aber einschneidende Verluste geben würde."
Quelle: UD
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