Bleibt der indische Monsun bald aus?
Zunehmende Luftverschmutzung und Waldrodung in Südasien könnten zu einem Ausbleiben des indischen Monsuns führen. Dies zeigen Wissenschaftler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in einer Studie, in der sie die Stabilität des indischen Monsuns untersuchten. Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Geophysical Research Letters" erschienen.
19.08.2005
In der aktuellen PIK-Studie haben Wissenschaftler anhand eines einfachen Modells einen Mechanismus entdeckt, der zu einem Ausbleiben des indischen Sommermonsuns führen könnte: Durch die zunehmende Luftverschmutzung mit Schwebeteilchen (Aerosolen) über Indien - verursacht durch Brände und den Verbrauch fossiler Brennstoffe - sowie Waldrodungen, die regional zu einer helleren Landoberfläche führen, wird mehr Sonnenlicht reflektiert (Zunahme der "Albedo"). Hierdurch sinkt die Temperatur über der Landmasse, da weniger Sonnenlicht die Erde erreicht. Die Zufuhr feuchter Luftmassen vom Indischen Ozean, die den Monsunregen speisen, wird gestoppt und die Niederschläge nehmen dramatisch ab.
Wie wahrscheinlich das Ausbleiben des Sommermonsuns tatsächlich ist, kann aus der Studie nicht geschlossen werden. Hierzu wären Analysen notwendig, die realistische Prognosen (so genannte "Szenarien") berücksichtigen - von der Entwicklung der Luftverschmutzung sowie der Veränderung der Landnutzung in Südasien. Auch ein weiterer Effekt müsste beachtet werden: die steigenden Konzentrationen von Treibhausgasen. Letztere haben einen entgegengerichteten Effekt auf den Sommermonsun: Mehr Treibhausgase in der Atmosphäre führen zu einer Temperaturzunahme über der Landmasse und dadurch zu stärkeren Niederschlägen. Welcher der beiden Effekte letztendlich dominieren wird, ist derzeit offen.
Quelle: UD
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