Computermodell verdeutlicht Überlebenschancen von Arten
Deutsche Forscher haben entdeckt, dass die Durchsetzungsfähigkeit einer Art vor allem von der Geschwindigkeit abhängt, mit der eine Population nach einer Störung wieder zu ihrer ursprünglichen Größe zurückkehrt. Damit postulieren die Wissenschaftler eine neue Sichtweise für so genannte "Darwins Fitness" - die Überlebenschancen von Arten. In Zukunft sollen damit genaue Vorhersagen für die quantitative Entwicklung von Arten, von Bakterienstämmen bis hin zu großen Säugetieren, gemacht werden.
18.07.2005
Die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler sollen Licht in eine der größten Gefahren für die Biodiversität, die Bioinvasion, bringen. Bioinvasion bezeichnet die Ansiedlung einer Art in einem Ökosystem, in dem sie ursprünglich nicht heimisch war. Zahlreiche Tier- und Pflanzenart finden in ihrer neuen Heimat oft günstige Lebensbedingungen vor und drängen lokal vorkommende Spezies bis in die Ausrottung.
Die Geschwindigkeit, mit der eine Population nach einer Störung wieder zu ihrer Ausgangsgröße zurückkehrt, wird als "Robustheit" oder quantitativ als "evolutionäre Entropie" bezeichnet. Diese kann mit Hilfe weiterer Faktoren wie dem Alter der Geschlechtsreife, der Wurfgröße und der reproduktiven Zeitspanne berechnet werden. Die evolutionäre Entropie ist ein Maß dafür, wie die Produktion von Nachkommen auf die zur Verfügung stehende Lebenszeit verteilt ist. Das Forscherteam um Lloyd Demetrius fand heraus, dass die evolutionäre Entropie ein geeignetes Maß für die Fitness im Sinne Darwins bzw. die Überlebensfähigkeit einer Art im Laufe der Evolution ist.
Das neue wissenschaftliche Konzept hat aber auch weit reichende Folgen für die Entwicklung neuer Waffen gegen Krankheitserreger. Denn die Evolutionsregeln gelten auch für einfache Organismen wie etwa Bakterien. Künftige Studien zur Untersuchung der Durchsetzungsfähigkeit antibiotikaresistenter Stämme sollten daher nach Meinung der Berliner Forscher auf einer quantitativen Beschreibung der demografischen Entropie der beteiligten Stämme basieren, um beispielsweise den Einsatz von Antibiotika im medizinischen Bereich zu optimieren.
Quelle: pte
Redaktioneller Hinweis zur Transparenz: In unserer redaktionellen Arbeit nutzen wir KI-gestützte Werkzeuge – unter anderem für Recherche, Texterstellung, Lektorat, SEO-Optimierung, Zusammenfassungen, Übersetzungen und Social-Media-Beiträge. Die redaktionelle Verantwortung für alle Inhalte liegt bei UmweltDialog. Bei eingereichten Gastbeiträgen kann KI ebenfalls zum Einsatz gekommen sein.