Nepals Nashörner Opfer der Wilderei
Die andauernden politischen Unruhen in Nepal und unzureichende Schutzmaßnahmen haben nach Angaben des WWF in den letzten fünf Jahren zu einem drastischen Rückgang der vom Aussterben bedrohten Panzernashörner geführt. Eine vom WWF unterstützte Zählung im Royal Chitwan Nationalpark ergab, dass die Zahl der Tiere seit dem Jahr 2000 um ein Drittel von 544 auf 372 gesunken ist. Verantwortlich für den Rückgang sei in erster Linie die Wilderei.
04.05.2005
"Die Unruhen gefährden einen großen Artenschutz-Erfolg", betont WWF- Artenschützer Stefan Ziegler. Noch in den 60er Jahren gab es weniger als 100 Panzernashörner in Nepal. Aufgrund verbesserter Schutz-maßnahmen und eines entschlossenen Vorgehens gegen Wilderer erholten sich die Nashorn-Populationen wieder. Im Jahr 2000 lebten in den drei nepalesischen Verbreitungsgebieten etwa 610 Panzernashörner, davon allein 544 in Royal Chitwan Nationalpark. Der Park liegt etwa 200 Kilometer südlich der Haupt-stadt Katmandu. Panzernashörner kommen außer in Nepal nur noch in Indien vor.
Die Tiere werden trotz eines internationalen Handelsverbotes wegen ihres wertvollen Hornes gejagt. Die traditionelle asiatische Medizin schreibt dem Nashorn-Pulver fiebersenkende Wirkung sowie Heilkräfte gegen Epilepsie, Malaria, Vergiftungen und Abszesse zu. In einigen Ländern gilt das Horn als Statussym-bol. Als weitere Gründe für den Rückgang der Panzernashörner nennt der WWF Überschwemmungen und den natürlichen Tod der Tiere.
Der WWF fordert Nepal auf, jetzt entschlossen gegen die Wilderer vorzugehen. "Die Regierung in Kat-mandu muss das Töten stoppen, sonst drohen die Panzernashörner endgültig auszusterben", so Ziegler. Die Nashorn-Zählung führten 25 Ranger des WWF und der Verwaltung des Royal Chitwan Nationalpark in den vergangenen vier Wochen durch.
Quelle: UD
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