USA kippen Klimaschutzregeln für Kohlekraftwerke – und wollen weiter zurückrudern
Die US-Umweltbehörde EPA hat zentrale Regeln aus der Biden-Ära zur Emissionsminderung fossiler Kraftwerke aufgehoben und will zusätzlich die rechtliche Grundlage für künftige Klimaauflagen kassieren. Umweltverbände kündigten rechtliche Schritte an. Der Kraftwerkssektor verursacht laut EPA rund ein Viertel der gesamten US-Treibhausgasemissionen und bleibt damit ein zentraler Hebel der Klimapolitik.
08.10.2026
Die US-Umweltschutzbehörde EPA hat am 15. September die Aufhebung mehrerer Regeln aus der Amtszeit von Präsident Biden verkündet, die auf eine deutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen fossiler Kraftwerke abzielten. Wie ESG Today berichtet, geht die Behörde noch einen Schritt weiter: Sie will auch die sogenannten „2015 Greenhouse Gas Findings“ für fossile Kraftwerke zurücknehmen – jene rechtliche Grundlage, auf der überhaupt erst Emissionsauflagen für den Sektor gestützt werden können.
Damit würde es künftigen Regierungen erheblich erschwert, Emissionsgrenzen für fossile Kraftwerke wieder einzuführen, selbst wenn ein politischer Kurswechsel eintritt. Nach EPA-eigenen Schätzungen aus dem Jahr 2022 ist der Stromsektor für etwa ein Viertel der gesamten US-Treibhausgasemissionen verantwortlich – ein Wegfall verbindlicher Grenzwerte trifft damit einen der größten Einzelverursacher direkt.
Umweltorganisationen reagierten scharf auf die Ankündigung und kündigten Klagen an, um die bisherigen Regeln zu erhalten. Der Schritt reiht sich in eine Serie deregulatorischer Maßnahmen der aktuellen US-Regierung ein, die parallel auch bei der Ausgestaltung internationaler Lieferkettenregeln wie der EU-Richtlinien CSDDD und CSRD auf Zurückhaltung drängt.
Für international tätige Unternehmen mit US-Standorten bedeutet die Entscheidung zunächst regulatorische Erleichterung – langfristig aber auch ein wachsendes Auseinanderdriften der Klimaanforderungen zwischen den USA und Jurisdiktionen wie der EU. Wer auf globale, konsistente Klimastrategien setzt, muss sich zunehmend auf ein Regelwerk einstellen, das je nach Standort fundamental unterschiedliche Anforderungen stellt – mit entsprechenden Folgen für Investitionsentscheidungen, Reporting-Aufwand und Reputationsrisiken bei global agierenden Konzernen.
Quelle: UD
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