Klima & Umwelt

Indonesiens Waldbrände 2026 nähern sich dem Ausmaß der Katastrophe von 2015

Daten der Global Fire Emissions Database zeigen: Indonesiens Wald- und Torfbrände haben bis Anfang September bereits 76 Millionen Tonnen Kohlenstoff freigesetzt. Damit liegt 2026 auf einer Entwicklungslinie mit dem Rekordjahr 2015, als landesweit 333 Millionen Tonnen Kohlenstoff emittiert wurden.

15.10.2026

Indonesiens Waldbrände 2026 nähern sich dem Ausmaß der Katastrophe von 2015

Indonesien steuert 2026 erneut auf eine schwere Waldbrandsaison zu. Nach Daten der Global Fire Emissions Database hatten die Brände im Land bis zum 7. September bereits 76 Millionen Tonnen Kohlenstoff produziert, wie Carbon Brief berichtet. Das setzt das laufende Jahr auf eine ähnliche Entwicklungslinie wie 2015, als landesweite Brände letztlich 2,6 Millionen Hektar Land zerstörten und insgesamt 333 Millionen Tonnen Kohlenstoff freisetzten.

Dr. Guido van der Werf, Forscher an der Universität Wageningen in den Niederlanden, ordnet die aktuelle Entwicklung gegenüber Carbon Brief als „mehr oder weniger auf Kurs“ ein, um das vor elf Jahren erreichte Niveau zu erreichen. Besonders betroffen ist die östliche Provinz Papua, wo laut van der Werf Flächen „mehr brennen, als sie je gebrannt haben“ – ein Hinweis darauf, dass sich die geografische Verteilung der Brandkatastrophen innerhalb des Landes verschiebt.

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Die historische Dimension des Problems verdeutlicht das Ausmaß möglicher Folgen: Schätzungen zufolge erzeugte allein die Rekordbrandsaison von 1997 Kohlenstoffemissionen in Höhe von 13 bis 40 Prozent der globalen fossilen Emissionen jenes Jahres. Auch die Brände von 2015 in Südostasien, vor allem in Indonesien, übertrafen laut separaten Studien die CO₂-Gesamtemissionen der gesamten Europäischen Union in diesem Zeitraum – eine Größenordnung, die die klimatische Relevanz regionaler Torf- und Waldbrände weit über Südostasien hinaus unterstreicht. Ein wiederkehrendes Muster ist dabei die Kopplung an El-Niño-Jahre: Sowohl 1997 als auch 2015 fielen die schwersten Brandkatastrophen mit ausgeprägten El-Niño-Phasen zusammen, die die Trockenzeit in Indonesien verlängern und damit die Brandgefahr in den ohnehin entwässerten Torfmoorgebieten zusätzlich erhöhen.

Für Unternehmen mit Lieferketten in der Palmöl-, Zellstoff- und Papierindustrie, die traditionell eng mit Landnutzungsänderungen in indonesischen Torfgebieten verknüpft sind, liefert die Entwicklung ein aktuelles Warnsignal. Wer entlang dieser Lieferketten glaubwürdige Entwaldungsfreiheit nachweisen will – etwa im Kontext der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) – sollte die diesjährige Brandsaison als Indikator für anhaltend hohe Risiken in der Beschaffungsregion einordnen, unabhängig von individuellen Zertifizierungsnachweisen einzelner Lieferanten.

Quelle: UD

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