In Panama entsteht ein neuer Wald
Aus einer ehemals landwirtschaftlich genutzten Fläche soll in Panama ein artenreicher Tropenwald werden. Das Projekt zeigt, warum Aufforstung nicht mit dem Pflanzen endet: Junge Bäume brauchen Pflege und die Entwicklung des Waldes muss über Jahre beobachtet werden.
28.10.2026
Die Fläche liegt in Filo del Tallo im Osten Panamas. Auf 270 Hektar soll ein mehrschichtiger Wald mit mehr als 20 heimischen Baumarten entstehen. Das gemeinsame Projekt von The Generation Forest und der Janosch film & medien AG heißt Tigerenten-Wald, nach den Figuren Tiger und Bär, die in einer Geschichtenreihe durch den entstehenden Wald reisen. Die erste Fläche wurde 2023 für die Aufforstung ausgewählt und ist inzwischen fast vollständig bepflanzt.
Nach dem Pflanzen beginnt die langfristige Arbeit
Junge Bäume müssen gepflegt, ihr Wachstum kontrolliert und die Fläche vor äußeren Einflüssen geschützt werden. Erst über Jahrzehnte kann sich ein stabiler Wald entwickeln. Manche Bäume wachsen langsamer oder überleben nicht. Wo nötig, werden Pflege und Nachpflanzung angepasst.
Die Projektverantwortlichen berichten von besonders ausgeprägten Trockenperioden und richten ihre Arbeit deshalb stärker auf Pflege und Schutz des bestehenden Bestands aus.
„Es ist eine Herausforderung, die wir unmittelbar erleben: Die Klimakrise erschwert die Arbeit an genau den Ökosystemen, die einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten können“, erklärt Luca Pot d’Or, Communications & Strategy bei The Generation Forest.
Bisherige Berechnungen deuten auf höhere Wachstumsraten als ursprünglich prognostiziert hin. Die Ergebnisse werden derzeit extern geprüft. Auch Feuer und Schädlinge können die Entwicklung beeinträchtigen. Brände aus der Umgebung könnten auf die Fläche übergreifen. Als Schutzmaßnahmen nennt The Generation Forest satellitengestützte Alarmsysteme, Brandschneisen und die Abstimmung mit Nachbarn. In artenreichen Mischwäldern kann ein Schädlingsbefall einzelne Baumarten treffen, ohne automatisch den gesamten Bestand zu gefährden.
Was der Wald für Wasser und Lebensräume bedeuten kann
Laut Pressemitteilung versorgen 19 Wasserquellen im Projektgebiet rund 6.000 Menschen in umliegenden indigenen Gemeinden. Wälder können den Wasserhaushalt unterstützen: Die Vegetation schützt den Boden vor Erosion, Wurzeln stabilisieren ihn und die Humusschicht hilft, Wasser aufzunehmen. Welche Wirkung die Aufforstung bereits auf die Quellen hat, ist allerdings noch nicht untersucht. Nach einer ersten ökologischen Bestandsaufnahme im Projektgebiet gab es seit der Aufforstung 2023 keine weitere Auswertung. Eine erneute Untersuchung ist perspektivisch geplant, wenn der Wald einige Jahre gewachsen ist.
Die Fläche grenzt an ein bestehendes Schutzgebiet. Der neue Wald könnte dazu beitragen, Lebensräume zu verbinden und Wanderkorridore für Tiere wie den Jaguar zu schaffen. Ob und wie sich solche Korridore entwickeln, lässt sich erst mit der Zeit beurteilen.
Eine Geschichte als Zugang zum Naturschutz
Mit Tiger und Bär macht das Projekt die Aufforstung für Kinder und Erwachsene erzählerisch zugänglich. Über ein halbes Jahr erscheinen monatliche Episoden, dazu gibt es Postkarten sowie Rätsel oder Ausmalbilder. Dabei bemisst sich der Erfolg der Reihe nicht allein an den Spenden, Pot d’Or: „Entscheidend ist auch, wie viele Menschen wir erreichen, wie viele sich beteiligen und ob es gelingt, langfristig Interesse und Unterstützung für den Schutz und die Wiederherstellung tropischer Wälder zu gewinnen.“
Für die ökologische Bilanz zählen nicht allein die gepflanzten Bäume. Entscheidend ist, wie sich der Wald entwickelt, wie er auf Trockenheit, Feuer oder Schädlinge reagiert und ob seine Funktionen für Boden, Wasser und Lebensräume erhalten oder wiederhergestellt werden. Ob das gelingt, wird sich im Verlauf der Entwicklung zeigen.
Quelle: UD/cp
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