Klima & Umwelt

Gesündere Ernährung würde Landwirtschaft verändern

Eine globale Ernährungswende hin zu einem gesünderen, nachhaltigeren Speiseplan bis 2050 würde die Landwirtschaft weltweit grundlegend verändern, den Viehbestand verringern und den Flächenverbrauch senken, so eine neue Studie in der Fachzeitschrift Nature.

11.09.2026

Gesündere Ernährung würde Landwirtschaft verändern

Die von der Cornell University geleitete Publikation, an der auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und das Agricultural Model Intercomparison and Improvement Project mitwirkten, zeigt Chancen und Herausforderungen einer solchen Transformation des globalen Ernährungssystems auf. Sie macht zugleich deutlich: Eine proaktive Agrar- und Ernährungspolitik ist nötig, um diesen Wandel aktiv und sozioökonomisch fair zu gestalten. Verkehrswende für Berlin, Hitzeschutz für Tirana: Neue Studie zeigt passende Klimamaßnahmen für Europas Städte.

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Für die im Journal Environmental Research Letters veröffentlichte Studie ordneten die Forschenden 1.263 europäische Städte anhand gemeinsamer Merkmale in vier Stadttypen ein – Metropolen, etablierte Städte, wachsende Städte sowie schrumpfende Städte – und verknüpften diese mit einer systematischen Auswertung von 1.613 Studien zu kommunalen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen. So konnten sie ableiten, welche Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen in Städten mit ähnlichen klimatischen, infrastrukturellen und sozioökonomischen Voraussetzungen besonders geeignet sind:

  • Schnell wachsende Städte in Süd- und Südosteuropa wie Tirana und Barletta benötigen Infrastrukturinvestitionen in Hitzeschutz und Wassermanagement.
  • Wirtschaftlich etablierte Städte wie Landshut oder Sevilla sollten Gebäudesanierungen, Begrünung und die Verkehrswende vorantreiben.
  • Metropolen wie Paris oder London profitieren besonders von Elektrifizierung, Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und Frühwarnsystemen für Hitze und andere Extremereignisse.
  • In schrumpfenden Städten in Osteuropa wie Daugavpils und Bydgoszcz können naturbasierte Lösungen und eine Modernisierung der Infrastruktur zum Klima- und Hochwasserschutz beitragen.


„Besonders schnell wachsende Städte in Süd- und Südosteuropa sind schon heute stark von Hitze betroffen und haben weniger Grün in der Stadt, um Hitzestress abzumildern“, sagt Erstautorin Mira Kopp, PIK-Forscherin und Leitautorin der Studie. „Neben der notwendigen Anpassung an Klimarisiken tragen gerade wohlhabende Städte eine starke Verantwortung, Emissionen zu reduzieren und damit das Klima zu schützen. Hier braucht es kreative Ansätze und eine rege Beteiligung der Gesellschaft, um den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel und die Gebäudesanierung im Bestand voranzutreiben.“

Die Ergebnisse lassen sich auch auf Berlin übertragen: Mit dem Baumgesetz setzt die Metropole darauf, mehr als 400.000 zusätzliche Straßenbäume zu pflanzen. „Mit diesem Fokus ist es möglich, Hitzewellen leicht abzumildern“, kommentiert Felix Creutzig, PIK-Forscher und Co-Autor der Studie. „Insgesamt bleibt für Berlin festzuhalten, dass mit derzeitigen Maßnahmen auch die gemäßigten Klimaziele 2030 nicht erreicht werden, da es vor allem im Verkehrsbereich an angemessenen Politikinstrumenten fehlt.“ 

Quelle: UD/pm

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