Klima & Umwelt

Chinas CO2-Ausstoß sinkt im zweiten Quartal – trotz Kohle-Comeback

Chinas Kohlendioxidemissionen sind im zweitem Quartal 2026 um 1 Prozent gefallen, wie eine neue Carbon-Brief-Analyse zeigt. Grund ist vor allem ein starker Einbruch beim Ölverbrauch infolge der Hormus-Krise, während die Kohleverstromung gleichzeitig wieder anzog und der Elektroauto-Anteil im Land weiter kräftig wuchs.

13.10.2026

Chinas CO2-Ausstoß sinkt im zweiten Quartal – trotz Kohle-Comeback

Chinas CO₂-Emissionen sind im zweitem Quartal 2026 um 1 Prozent zurückgegangen. Das zeigt eine neue Analyse für Carbon Brief, die auf eine bemerkenswerte Kombination gegenläufiger Trends verweist. Treiber des Rückgangs ist in erster Linie der Ölverbrauch, der insgesamt um 9 Prozent und im Transportsektor sogar um 16 Prozent einbrach – eine direkte Folge der Lieferunterbrechungen durch die Krise in der Straße von Hormus.

Gleichzeitig verzeichnete China einen fortgesetzten Rebound der Kohleverstromung, die den Emissionsrückgang eigentlich hätte konterkarieren müssen. Dass die Gesamtbilanz dennoch leicht negativ ausfiel, unterstreicht das Gewicht des Verkehrssektors in Chinas Energiemix – und zeigt, wie empfindlich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt auf globale Öllieferketten reagiert, obwohl sie selbst kaum von der Straße von Hormus abhängt.

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Parallel meldet die China Passenger Car Association für August 2026 einen Marktanteil von 65 Prozent für Neuenergiefahrzeuge – batterieelektrische und Plug-in-Hybridmodelle zusammen – an allen Pkw-Neuzulassungen. Damit nähert sich China dem im jüngsten Fünfjahresplan festgelegten Ziel von 70 Prozent für Elektro- oder „New Energy“-Fahrzeuge deutlich schneller als ursprünglich für 2030 vorgesehen.

Ergänzend zeigen Daten des staatlichen chinesischen Öl- und Gaskonzerns Sinopec, dass Chinas gesamte Ölnachfrage 2026 um 8,9 Prozent gesunken ist – ein Rückgang, der über den reinen Transportsektor hinausgeht und auf eine breitere strukturelle Verschiebung im chinesischen Energiemix hindeutet. Gleichzeitig prognostiziert die Internationale Energieagentur einen weltweiten Anstieg der Kohlenachfrage um 1,2 Prozent für 2026, maßgeblich getrieben durch die Iran-Krise. China bewegt sich damit gegen diesen globalen Trend, was die Sonderrolle der zweitgrößten Volkswirtschaft in der aktuellen Energiekrise zusätzlich unterstreicht.

Für die globale Klimabilanz ist die Entwicklung doppelt bedeutsam. Zum einen zeigt sie, dass Chinas Elektromobilitätsoffensive strukturell wirkt und nicht nur konjunkturellen Schwankungen unterliegt. Zum anderen macht sie deutlich, wie stark kurzfristige geopolitische Ereignisse selbst in Volkswirtschaften mit hoher Eigenversorgung durchschlagen können. Für europäische Unternehmen mit chinesischen Zulieferern oder Absatzmärkten liefert der Bericht ein aktuelles Lagebild, das sowohl Chancen der Elektrifizierung als auch Risiken volatiler Energiepreise in China einordnet.

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