Umwelt

Boden des Jahres 2026: Archivböden brauchen mehr Schutz

Archivböden bewahren einzigartige Spuren der Natur- und Kulturgeschichte – doch sie sind bedroht durch Versiegelung, intensive Nutzung und fehlenden Schutz. Mit dem neuen EU-Bodenüberwachungsgesetz entsteht erstmals ein verbindlicher Rahmen zur Bewertung der Bodengesundheit. Umweltverbände fordern jedoch strengere Regeln, klare Schwellenwerte und ambitionierte Ziele, um wertvolle Böden zu erhalten und ihre irreversible Zerstörung zu verhindern.

05.01.2026

Boden des Jahres 2026: Archivböden brauchen mehr Schutz

Der Archivboden wurde zum Boden des Jahres gekürt. Der Archivboden hat die Funktion, besonders viele und gut erhaltene Informationen über die Natur- und Kulturgeschichte eines Ortes zu speichern. Gesunde Böden sind nicht nur Biodiversitäts-Hot-Spots und Grundlage für Ernährung, Klima- und Wasserschutz – sie sind lebendige Archive der Natur- und Kulturgeschichte. In Böden finden sich teilweise jahrhunderte- bis jahrtausendealte Spuren vergangener Landschaften, menschlicher Nutzung und Klimaveränderungen. Doch diese Archive sind bedroht: durch Flächenversiegelung, zu intensive Land- und Forstwirtschaft und fehlende Berücksichtigung bei Planungsverfahren. Ihre Zerstörung ist irreversibel.

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Mit der neuen EU-Richtlinie zur Bodenüberwachung und für Bodenresilienz – kurz Bodenüberwachungsgesetz –, wird nun erstmals ein verbindlicher Rechtsrahmen geschaffen, um den Zustand der Böden systematisch zu erfassen. Ein wichtiger erster Schritt, aber nicht ausreichend, warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Bodenüberwachungsgesetz: Erster Schritt zu europaweit guter Bodengesundheit

Die Mitgliedstaaten sind nun verpflichtet, den Zustand ihrer Böden anhand einheitlicher Methoden zu überwachen: physikalische, chemische und biologische Daten werden erhoben, Probenahmestellen definiert und regelmäßige Bewertungen durchgeführt. Ziel ist es, bis 2050 europaweit eine gute Bodengesundheit zu erreichen. Um an dieses Ziel zu kommen, kann das Bodenüberwachungsgesetz allerdings nur ein erster Schritt sein.

Tobias Witte, BUND-Experte für Bodenschutz: „Das Gesetz schafft Transparenz, aber keinen Schutz. Ohne Schutzvorschriften mit verbindlichen Schwellenwerten und Maßnahmen bei deren Überschreitung sowie einem umfassenden Wiederherstellungskonzept werden wir unsere Böden nicht angemessen schützen können.“

BUND fordert deutlich ambitionierteren Bodenschutz

Der BUND fordert daher:

  • Ein europaweites Konzept zur Bodenwiederherstellung und verbindliche Reduktionsziele für Bodendegradation.
  • Klare Schwellenwerte und verpflichtende Maßnahmen bei Überschreitung.
  • Netto-Null-Flächenverbrauch bis 2030 entsprechend den UN-Nachhaltigkeitszielen.
  • Schutz besonders wertvoller und seltener Böden wie Moore, Schwarzerden und Archivböden.
  • Eine gesicherte Finanzierung für Monitoring, Schutz und Wiederherstellung.

Nur mit klaren Regeln, ambitionierteren Zielen und ausreichend Mitteln kann Europa seine Böden langfristig schützen – und nur so bleibt der Boden ein lebendiges Archiv, für uns und für kommende Generationen.

Quelle: UD/pm
 

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